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Niemand merkt, wie eine Frau vorbeikriecht - denn sie krabbelt wie eine Fliege an der Zimmerdecke! Ein Killer, der schon seit Jahren tot ist, fordert immer neue Opfer. Feuer brechen aus, Schlangen zügeln, die Erde öffnet sich und gibt den Blick auf eine Grube frei, in der sich die Verdammten winden. Das Böse ist zurückgekehrt. Und mit ihm der kreative Kopf, der den Roman und das Drehuch zu der Exorzist hervorgebracht hat. William Peter Blatty hat nicht nur seinen eigenen Roman Legion fürs Kino adaptiert, sondern die Filmfassung Der Exorzist III auch selbst inszeniert. Der schockierende Horrortrip beginnt, wo der erste Film endete. Lieutenant Kinderman, der geheimnisvolle Morde untersuchen muss. Er glaubt nicht an Dämonen, die von Menschen Besitz ergreifen können. Noch nicht. Jason Miller spielt wie im ersten Teil den Priester Karras. Und in kleinen Rollen gibt es Samuel L. Jackson, den Basketball-Profi Patrick Ewing und andere Gaststars zu entdecken.
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Kritik

Als wäre es nicht schon Lektion genug gewesen, wie John Boorman (Beim Sterben ist jeder der Erste) und William Goodhart in Exorzist II – Der Ketzer mit William Friedkins Der Exorzist umgesprungen sind, musste im Jahre 1990 natürlich noch ein weiterer Teil folgen, der den Klassiker aus dem Jahre 1973 noch ein Stück weiter mit großfleckigem Dreck verschmutzt. Jedenfalls war das die Stellungnahme, die man angesichts des wahrlich desaströsen zweiten Teils zwangsläufig einnehmen musste. Allerdings ist Der Exorzist III wider Erwarten kein schlechter Film. William Peter Blatty, Vorlagengeber des Originals und Oscar-prämiert für seine Drehbucharbeit beim Friedkin-Meilenstein, hat im dritten Teil der Exorzist-Reihe nun den Regieposten selbst bezogen und sein eigenes Drehbuch adaptiert, welches bisweilen auf seinem Roman Legion beruht, der eine direkte Fortsetzung zu Der Exorzist darstellt.

In jedem Fall konnte man angesichts dieser personellen Vorzeichen postulieren, dass William Peter Blatty, im Gegensatz zu John Boorman und Vasallen, ein Künstler ist, der den Geist des originalen Exorzist-Themas nicht nur verstanden und verinnerlicht hat. Blatty war es schlussendlich, der diesen Geist erst beschworen hat. In der Hauptrolle sehen wir hier nun den großen George C. Scott (Patton – Rebell in Uniform), der sich als Lt. William Kinderman auf der Suche nach einem Serienmörder begibt, dessen Art des Tötens an den sogenannten Gemini-Killer gemahnt. Dass er es allerdings nicht sein, liegt daran, dass dieser vor nunmehr 15 Jahren auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet wurde. Der dritte Eintrag ins inzwischen fünf Teile umfassende Exorzist-Franchise erzählt also in erster Linie von der Jagd nach einem Killer? Ja und nein. 

Der Exorzist III nämlich hat das Problem, dass dem Film, trotz erkennbarer Ambitionen, größtenteils jede erzählerische Plausibilität respektive Stringenz fehlt. Zu berücksichtigen ist dabei natürlich, dass das Medium Film nicht William Peter Blattys Heimat ist, was gewisse erzählerische Unebenheiten erklärt, aber selbstverständlich nicht vergessen macht. Lt. William Kinderman nimmt hier die Rolle es Ordnungshüters ein, der in der Vergangenheit zu viel gesehen hat, als dass es ihm möglich wäre, an Gott zu glauben. In seinen verbitterten Gesichtsfalten zeichnet sich all die Desillusion gegenüber einer Gesellschaft ab, die im Kern vergiftet wurde. Eine nicht uninteressante, wenn auch funktional angelegte Figur, die den dem Thema eingeschriebenen Konflikt, Glaube und Wissenschaft, Irrealität und Realität, auf ihren Schultern austrägt. Und hätte George C. Scott etwas weniger chargiert, wäre aus seinem Charakter etwas mehr Potenzial zu holen gewesen.

Beeindruckend an Der Exorzist III ist, abseits aller offensichtlicher Mängel, mit welcher Akkuratesse William Peter Blatty sein gerne mal surreales Schauerszenario in Szene gießt. Tatsächlich gibt es immer wieder Moment, die ein gar fesselndes Grusel-Flair evozieren und sich auf unbehaglichen Anwandlungen betten, um schlussendlich in einer beispielhaften Sequenz zu kulminieren: Minutenlang wird hier der Dienst einer Nachtschwester verfolgt, die sich von seltsamen Geräuschen irritiert sieht. Die Kamera positioniert sich dabei zentral im Gang des Krankenhauskorridors, saugt die Stimmung und das Geschehen minutiös, bis auf wenige Schnitte, beinahe regungslos auf, um den Zuschauer alsbald zu Tode zu verängstigend. Hier stampft Der Exorzist III nicht nur jeden neumodischen Horror-Flic in den Boden, sondern unterstreicht auch Blattys inszenatorische Kompetenz, in der die Devise, dass weniger oftmals mehr ist, überraschend trefflich zum Greifen kommt.

Fazit

Im Vergleich zum zweiten Teil ist "Der Exorzist III" ein Meisterwerk. Aber auch an und für sich kann sich William Peter Blattys Film sehen lassen, obgleich der dritte Teil des Franchise mit offensichtlichen erzählerischen Mängel zu kämpfen hat, die "Der Exorzist III" einige eklatante Pacing-Defizite anlasten. Beeindruckend allerdings ist Blattys inszenatorische Kompetenz bisweilen schon – und die sogenannten Nurse-Sequenz IST schlicht und ergreifend brillant. Eine solide Nummer, tatsächlich.

Autor: Pascal Reis

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