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Die Beschädigung der Ozonschicht hat hier äußerst unangenehme Folgen für die Tierwelt einer amerikanischen Sierra. Alles was über 5000 Fuß so kreucht und fleucht, wird von dem Effekt beeinflußt und entwickelt bedenklich aggressive Tendenzen. Schlecht für eine Wandergruppe, die man kurz vor der Quarantäne dort noch per Hubschrauber abgesetzt hat.

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Kritik

Heutzutage verkommt das Subgenre  des Tierhorrors zu einer einzigen Lachnummer: Schuld daran sind alberne und trashige Produktionen, bevorzugt von The Asylum, welche jegliche Form von Ernst und Realismus über den Haufen werfen und somit das gesamte Genre in Mitleidenschaft ziehen. In den 70er Jahren war dies noch anders. Als Der weiße Hai erschien gab es eine regelreche Welle von Tierhorrorfilmen, welche mal mehr, mal weniger ernst gemeint waren. Im Jahre 1976 inszenierte der aufstrebende Jungregisseur William Girdler so mit dem simpel-effektiven Der weiße Hai-Rip-off Grizzly einen Überraschungserfolg und machte sich einen Namen im Genre. Kein Jahr später durfte er mit Panik in der Sierra Nova einen weiteren Subgenrefilm inszenieren.

War sein Film Grizzly eine bloße Kopie bekannter Genrevertreter (einzige Änderung war das Tier und der Schauplatz) so bewegt sich Panik in der Sierra Nova in eine ungewohnt andere Richtung. Durch die Zerstörung der Ozonschicht und die dadurch resultierende Einstrahlung der UV Strahlen, verfallen die Tiere, sowie manche Menschen, ihren animalischen Instinkten und greifen wahllos ihre Opfer an. Wo die meisten Tierhorrorfilme sich auf eine Spezies beschränken, entfesselt Girdler sämtliche Tiere, welche sich in der Sierra Nova befinden. Von Bären, über Wolfe und Hunden bis hin zu Geiern und Schlangen ist alles dabei. Dass die Geschichte dabei völliger Quatsch ist und nur als Mittel zum Zweck dient, sollte den Zuschauer nicht stören. So wurde nur eine halbwegs vernünftige Erklärung für die Vorfälle gesucht, welche zu keiner Zeit näher erläutert wird. Schade eigentlich, da hier durchaus viel Potential verschenkt wird.

So setzt Girdler seinen Focus eher auf die zahlreichen Tierangriffe und überzeugt hier ähnlich wie schon bei Grizzly. Der Vorteil ist die realitätsnahe Inszenierung durch den Einsatz echter Tiere. Nur an wenigen Stellen entdeckt man die Tricksereien der Macher und verzeiht diese auch schnell aufgrund des hohen Alters des Filmes. Zudem sorgt die Vielfalt der unterschiedlichen Tiere für Abwechslung und lässt, trotz des gemächlichen Tempos des Filmes, keine Langeweile aufkommen. Besonderes Highlight für Filmfans ist hier ganz klar der Auftritt von Leslie Nielsen. In einer Zeit vor Airplane und Die Nackte Kanone versuchte er sich als ernstzunehmender Schauspieler und bekommt hier seine Bühne geboten. Oberkörperfrei und völlig entmenschlicht, tritt er hier zu einem Ringkampf mit einem ausgewachsenen Grizzly an. Wenn das kein Grund für eine Sichtung ist.

Doch funktioniert nicht alles an Panik in der Sierra Nova. Bei der Charakterisierung der Protagonisten kommt es zu argen Problemen. Aufgrund der kurzen Laufzeit und der Masse an Personen, fällt es schwer zu ihnen eine Bindung aufzubauen. Jeder auftauchender Charakter ist ein Klischee seiner selbst und somit ist es dem Zuschauer relativ egal, ob jemand stirb oder nicht. Auch gibt es große Defizite im Drehbuch (einmal abgesehen von der gesamten Story). Viele Aktionen und Entscheidungen der Protagonisten sind äußerst fragwürdig, wenn nicht sogar dumm. Somit kann man Panik in der Sierra Nova maximal als B-Movie Perle definieren, dem der Sprung nach ganz oben leider nicht geglückt ist und heutzutage schon fast gänzlich vergessen wurde.

Fazit

Die großen Vorteile von "Panik in der Sierra Nova" sind sicherlich seine Alleinstellungsmerkmale. Zum einen ist er durch den Verzicht der Klischeerahmenhandlung kein simpler Klon vom "Der weiße Hai", zum anderen reduziert er sich nicht nur auf eine Spezies, was für reichlich Abwechslung sorgt. Wenn da nicht die wenig durchdachte Grundgeschichte und die klischeeüberladenen Figuren wären, könnte man "Panik in der Sierra Nova" als längst vergessene Perle des Tierhorrors bezeichnen. Was bleibt ist ein äußerst unterhaltsamer Film, welcher insbesondere für Nostalgiker des Subgenres geeignet ist.

Autor: Christian Kühnemann

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