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Inhalt

Ein Jahr ist es her, seit sich High-School-Schönheit Laura (Heather Sossaman) auf der Party eines Mitschülers bis auf die Knochen blamierte. Ein Jahr, seit das Video ihres peinlichen Fehltrittes ins Internet gestellt wurde und Lauras Ruf auf einen Schlag ruinierte. Ein Jahr, seit sich Laura auf tragische Weise das Leben genommen hat. Heute Nacht versammeln sich sechs ihrer Mitschüler auf Skype, um über Lauras Tod zu reden. Bis sich eine unbekannte siebte Person mit Lauras Konto einloggt und alle Anwesenden warnt: Wer versucht, den Chat zu verlassen - stirbt. Wer sich weigert, zu reden - stirbt. Wer die Wahrheit über die Ereignisse im vergangenen Jahr verschweigt - stirbt. Ist Lauras Geist zurückkehrt, um Rache zu nehmen? Oder spielt jemand den sechs Freunden einen grausamen Streich?

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Wie oft benutzen wir unsere angebliche Anonymität im Internet als allgemeingültiges Schutzschild, um niederste Gelüste zu befriedigen, für die wir im echten Leben kein Ventil erteilt bekommen: Der User am anderen Ende der Leitung ist schließlich nicht mehr wert als ein Chatfenster, welches ich zu jeder Zeit durch einen schnellen Mausklick unterminieren respektive austauschen kann. Wie oft berufen wir uns doch darauf, dass wir im World Wide Web ohnehin keine Spuren hinterlassen und uns dementsprechend benehmen können, wie es uns eben beliebt, uns „(er-)kennt“ doch ohnehin niemand. Der Cyber(-Mobbing)-Horror-Thriller „Unknown User“ von Levan Gabriadze („Lucky Trouble“) greift nun kontemporäre Debattenansätze ganz entschieden auf, in dem er auch noch einmal darauf aufmerksam macht, wie elementar wichtig Medienpädagogik in der heutigen Zeit geworden ist und dass sich die allseits propagierte Namenlosigkeit im Netz im Handumdrehen zum bedrohlichen Trugschluss entwickeln kann. Zu echten Referenz im Genre möchte es aber nicht reichen, da sich der Film in Sachen Schocksequenzen auf ausgetrampelten Pfaden bewegt.

Dass „Unknown User“ ein reinrassiger Konzept-Film ist, muss von vornherein keinesfalls qualitative Nachteile implizieren, stattdessen macht der Film nur deutlich, dass sein Hauptaugenmerk auf der originellen Visualität ruht, die den Zuschauer direkt in die Online-Welt der Protagonisten zieht. Wir blicken während der gesamte Laufzeit von „Unknown User“ auf den Desktop von Blaire (Shelley Hennig, „Ouija – Spiel nicht mit dem Teufel“), sehen ihre Spotify-Playlist und wie weit sie beim Skype-Techtelmechtel mit ihrem Freund Mitch (Moses Storm) bereit ist zu gehen. Später wird dann zur obligatorischen Konferenz mit der ganzen Clique gebeten, die durch einen ungebetenen Gast immer wieder in kollektive Verwirrung gebracht wird: Wer ist der User, der sich dort in den Videochat eingeschlichen hat, allerdings weder die Kamera eingeschaltet hat, noch eine Textnachricht von sich versendet? Natürlich gelingt es „Unknown User“ nicht allzu lange, mit der Wahrheit hinter dem Berg zu halten, stellt nicht nur der Originaltitel „Cybernatural“ darauf ein, dass wir es hier mit einer auf Vergeltung sinnenden Stimme aus der virtuellen Zwischenwelt zu tun bekommen.

Wer der im Datenstrom treibende Racheengel ist, muss an dieser Stelle auch keine Erwähnung finden, diesen Punkt macht „Unknown User“ direkt zu Beginn klar, wenn sich Blaire durch einige Videos klickt. Interessant ist gerade in dieser (für die Hauptakteure) Phase der Undurchsichtigkeit, wie die Jugendlichen auf den zu Anfang noch als Troll verrufenen Besucher reagieren, wie die Nervosität in wiederholten Tippfehlern mundet und sich die sekundenlange Wartezeit auf eine Antwort der Gesprächspartner zur gefühlten Ewigkeiten ausdehnt. „Unknown User“ gelingt es – besser noch als „Open Windows“ und „Smiley – Das Grauen trägt ein Lächeln“, die thematisch wie konzeptionell bisweilen nicht unähnlich gelagert waren – ein bedrängend-klaustrophobisches Gefühl eines virtuellen Gefängnisses zu etablieren und dabei dann auch das Entleeren des Papierkorbes zur nervenzerrenden Spannungsklimax zu erklären. Man muss – das ist Voraussetzung - diese Welt aus Livechats und Cybermobbing kennen, um sich wirklich in ihr fallen lassen zu können. Da stört der transparente Abzählreim, der durch plumpe Jumpscares angeheizt werden soll, mit Sicherheit auch ein Stück weit weniger.

Fazit

Reinrassiger Konzept-Film, der durch seine originelle Visualität besticht und den Zuschauer auf direktem Wege in die gefahrvolle Online-Welt zieht, in der ein Racheengel aus der virtuellen Zwischenwelt zurückschlägt. Gerade in der heutigen Zeit ein interessanter Film, der den Slasher-Film medialisiert und infrage stellt, wie anonym wir uns wirklich durch das World Wide Web bewegen können. Dass sich Levan Gabriadze darüber hinaus allerdings nicht über einen plumpen Abzählreim hinausbewegt und diesen auch noch mit billigen Jumpscares auskleidet, ist genauso abgeschmackt, wie es klingt. Seine gelungene Optik aber zerstört dieser Umstand nicht.

Autor: Pascal Reis

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