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Dank des kanadischen Polizisten Burke sitzt der Serienkiller "Sandman" endlich hinter Gittern. Jetzt wird der Cop als Schwerverbrecher getarnt in ein anderes Gefängnis eingeschleust, um eine Reihe von Häftlingsmorden aufzuklären. Ein Organhändlerring scheint auf Bestellung zu töten. Bevor Burke seine Untersuchung abschließen kann, erhält die Strafanstalt einen Neuzugang: den "Sandman" - damit ist der Polizist enttarnt...

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

„Du hältst dich hier nicht lange, Junge.“ - „Ist das eine Drohung?“ - „Ein Versprechen.“

Sylvester Stallone (LockUp – Überleben ist alles), Jason Statham (Death Race) und auch Mel Gibson (Get the Gringo) durften sich auf der großen Leinwand bereits hinter schwedische Gardinen verfrachten lassen und dort am eigenen Leibe erfahren, dass die Uhren im Gefängnis ein wenig anders laufen. Es herrscht ein ganz eigenes Regelwerk vor, welches nichts mit den normierten Gepflogenheiten der Außenwelt zu tun hat: Hier herrscht das Gesetz des Dschungels. Jedenfalls will uns das Kino diese zweifelhafte, aber im besten Fall Kurzweil generierende Weisheit seit Jahrzehnten bereits einbläuen. Dass Filme, die ihr Setting hinter Gittern wählen, natürlich in erster Linie den Sensationalismus und Voyeurismus des Zuschauers stimulieren, versteht sich von ganz alleine: Mit dem Reichtum an Mythen, der Gefängnissen umrankt, können es höchstens leerstehende Psychiatrien aufnehmen.

Jean-Claude Van Damme (Double Team) indes hat sich in Mit stählerner Faust (zum ersten Mal, später folgte noch In Hell - Rage) im Dienste der Leinwand ins Kittchen bewegt. Natürlich nicht als schuldiger Verbrecher, sondern als Undercover-Polizist Louis Burke, der gerade erst seinen persönlichen Nemesis, den grunzenden Hünen Sandman (Patrick Kilpatrick, Last Man Standing), zur Strecke gebracht hat und nun eine rätselhafte Mordserie im Harrison-Knast aufklären soll, um das Ansehen des Gouverneurs während seines erneuten Kandidierens nicht zu gefährden. Und natürlich ist genau diese Strafanstalt der mieseste Dreckeimer von allen: In diesen kalten Mauern kann man nur Respekt erlangen, wenn man bereit ist, Gewalt auszuüben. Deswegen wird Purke unter der (Deck-)Anklage des bewaffneten Raubüberfalls einschleust – um seine Bereitschaft zur Eskalation aufzuzeigen.

Selbstverständlich dauert es nicht lange, bis Jean-Claude Van Damme seine ersten Kicks auspacken darf und in Konflikt mit dem sadistischen, Erdnuss-knackenden Gefängnisaufseher DeGraf (Art LaFleur, Feld der Träume) gerät, der seine Überzeugungen gerne mal mit dem Schlagstock unterstreicht. Bezeichnend an Mit stählerner Faust ist, dass sich Deran Sarafian (Tödliche Geschwindigkeit) all den Gefängnis-Sagen bereitwillig hingibt, sie sogar noch extra-trashig aufbauscht, wenn er im Keller der Einrichtung einen ominösen Transen-Voodoo-Zirkel versteckt, sicher aber nie in der Lage sieht, Mit stählerner Faust auch als das zu verkaufen, was er ist: Ein ranziger B-Movie-Knast-Klopper. In schmucklosen Bildern ermittelt sich Van Damme durch den Zuchthauskomplex und seine Insassen, findet neue Freunde und alte Feinde, allerdings niemals die Möglichkeit, um Spaß an diesem gnadenlos blöden Reißer zu haben.

Nicht einmal für das ikonische Markenzeichen von Van Damme, den Spagat, hat es gereicht! Dabei steht die belgische Kampfmaschine hier körperlich dermaßen im Saft, dass Deran Sarafian alle Chancen hatte, das athletische Potenzial aus seinem damaligen Superstar des Genres zu schöpfen. Stattdessen ist Mit stählerner Faust nichts Halbes und nichts Ganzes. Sicherlich gelingt es dem Film, ein bedrohliches Klima für den maskulinen Dampfkessel zu entwickeln und von einem Mikrokosmos zu berichten, in dem Zigaretten gedreht, Kakerlaken gezählt und Kehlen durchtrennt werden. Die abstruse Story allerdings ist nicht stramm genug, um Thrill zu erzeugen und nimmt sich gleichwohl zu ernst, um ironische Zwischentöne zu erlauben. Von der schwachbrüstigen Action mal ganz zu schweigen. Gerade im Finale, wenn die Schleusen zum Fegefeuer geöffnet werden, hätte die Nummer hier richtig am Rad drehen können. Tut sie nicht, eine Linke, eine Rechte und ein Luftsprung. Na, vielen Dank.

Fazit

Höhepunktloser Knast-Klopper, in dem Jean-Claude Van Damme zwar durch eine stramme Physis die Blicke auf sich zieht, diese aber nicht wirklich einsetzen darf. Stattdessen gibt es eine dämliche, mit den obligatorischen Knast-Mythen angereicherte Story, deren Dämlichkeit sich der Regisseur leider nicht im Klaren gewesen ist, und saft- und kraftlose Action-Sequenzen. Lasche Nummer.

Autor: Pascal Reis

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