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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Während der Spanischen Grippe 1918 führt ein rebellischer Diener auf einem Landgut am Meer einen Aufstand gegen seinen wohlhabenden Arbeitgeber an.

Kritik

Nach 10 Festivaltagen voller fehlgeleiteter Filmbeiträge, in denen die Privilegierten vor und hinter der Kamera ihre eigene Missgunst gegen Gleich- und Höhergestellte zum Aufbegehren der Unterdrückten verklären, wirkt Austin Starks (Der Kandidat - Macht hat ihren Preis) and Joseph Schumans Klassenkampf-Komödie wie eine karikatureske Kulmination dieser artistischen Appropriation eines sozialen Schismas, das die sich lautstark darüber ausbreitenden Autoren unendlich weit von der Lebensrealität der Unterdrückten entrückt. Ein solcher Autor ist der heuchlerische Hauptcharakter JC Horton (Billy Magnussen, Lift).

Der schmettert im Handlungsjahr 1918 auf seinem von Weltkrieg und Spanischer Grippe (ein überdeutliches Synonym für Covid) abgeschotteten Luxus-Landsitzes aufrührerische Artikel gegen in ihren Herrschaftshäusern eingebunkerten Eliten in die Schreibmaschine. Zwei andere solche Autoren sind die des Drehbuchs; die Regisseure. Ihr filmisches Fanal gegen selbstgerechte Schnösel, deren profitabler Protest im Namen einer ausgebeuteten Arbeiterschicht die Bedürfnisse und Bedrängnisse dieser komplett missdeutet, ist das inszenatorische Pendant zur politischen Agitation des Protagonisten. 

Diese Parallele könnte der Inszenierung eine durchaus interessante Meta-Ebene verleihen. Wären die Filmemacher dafür nicht ähnlich blind wie der sich als humaner Dienstherr gefallende Horton. Dessen Autorität untergräbt der neue Koch Floyd Monk (Peter Sarsgaard, Memory), indem er die Haushaltsregeln seines Vorgesetzten taktisch torpediert oder gegen ihn ausspielt. Hortons Gattin Julie (Sarah Gadon, Ferrari) und Bedienstete Mrs. Tidwell (Skye P. Marshall, Good Sam) und Kaan (Faran Tahir, Dead Space) bleiben lediglich passive Schachfiguren im Machtkampf weißer Männer. 

Fazit

Das sexistische Frauenbild, die aufdringlichen Great-Gatsby-Anspielungen, das schäbige Set-Design des "Egg Island" genannten Schauplatzes und die Ignoranz des Regie-Duos gegenüber intersektionaler Diskriminierung entlang der Parameter von Gender, Religion, Rasse und Nationalität verraten die neo-liberale Bias der grobschlächtigen Farce. Darin rechtfertigen die Privilegierten vor und hinter der Kamera ihren eigenen Wohlstandsneid als Kampf der Unterdrückten. Trifft die Macho-Mittelklasse-Machtphantasie zufällig ins Schwarze, kompensiert das noch lange nicht die dramaturgischen, darstellerischen und demagogischen Dissonanzen. 

Kritik: Lida Bach

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