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Inhalt

Alfredo ist tot. Das Paradiso ist tot - es lebe das Kino. Cinema Paradiso ist die Geschichte des skurrilen Filmvorführers Alfredo zu dem kleinen Jungen Toto. In Rom wird Toto ein berühmter Regisseur und kehrt erst wieder in seine sizilianische Heimat zurück, als Alfredo stirbt und das schöne, alte Provinskino abgerissen wird. Alfredos Vermächtnis sind all die zensierten Szenen, die er in vielen Jahren aus so vielen Filmen herausschneiden mußte.
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Kritik

Im Jahre 1989 hatte „Cinema Paradiso“ das europäische Kino fest in seinem Griff. Nach dem großen Preis der Jury bei den Filmfestspielen von Cannes gewann er den europäischen Filmpreis und im darauffolgenden Jahr auch den Oscar als bester fremdsprachiger Film. Auszeichnungen, die der Regisseur Giuseppe Tornatore („Eine reine Formalität“) mehr als verdient hat, denn in seinem Film vereinen sich Herzblut und Filmleidenschaft zu einer unglaublich kraftvollen Liebeserklärung ans Kino und er zeigt damit verbunden auch eine grenzenlose Begeisterung für das Medium Film an sich. Ein Werk, das man vielleicht nur dann wirklich wertschätzen kann, wenn man selbst diese Faszination für Kino und Film kennt und dadurch Erfahrungen und Emotionen mit ihm teilt.

„Cinema Paradiso“ zelebriert das Kino in all seinen Facetten, zwischen nostalgischer Verklärung und ehrfürchtiger Verehrung entwirft Tornatore das Bild eines kleinen Dorfkinos im Italien der 40er Jahre. Er zeigt dessen Entwicklung im Laufe der Jahre und präsentiert magische Höhepunkte, bedeutende Meilensteine und entscheidende Wendungen. Vor allem macht er aber deutlich, dass Kino mehr bedeutet als nur Film. Natürlich ist beides untrennbar miteinander verbunden, aber Tornatores Cinema Paradiso ist vor allem ein Ort an dem sich das Dorf versammelt, Freude und Leid miteinander teilt, zu einer Einheit verschmilzt und gemeinsam lacht und weint. Der Ort des Kennenlernens, des ersten Kusses und der Beginn der großen Liebe. Der Ort, an dem Fremde zu Freunden werden und das ganze Dorf für einige Stunden seine Probleme vergessen kann.

Im Kern der Geschichte steht aber nicht nur das Kino, sondern vor allem die Beziehung zwischen dem jungen Toto (Salvatore Cascio,„Allen geht`s gut“) und seinem Ziehvater, dem Filmvorführer Alfredo (Phillipe Noiret, „Der Postmann“). Auch sie sind durch ihre Liebe zum Kino untrennbar miteinander verbunden und helfen sich gegenseitig durchs Leben, denn außerhalb des Kinos und ihrer Zuneigung zueinander haben beide nicht viel. „Cinema Paradiso“ ist kein sonderlich komplexer Film, aber genau daraus zieht er auch seine Kraft. Einfache, direkte und dadurch unheimlich kraftvolle Emotionen, die durch einen genialen Ennio Morricone Score und einer wunderschönen Kinematografie noch zusätzlich verstärkt werden. Tornatore nutzt seine eigenen Erinnerungen und Erfahrungen, sorgt dadurch für ein authentisches Bild der ländlichen Dorfgemeinde und fasziniert durch seine aufrichtigen Gefühle.

Doch Tornatore hat keinesfalls einen reinen Wohlfühlfilm geschaffen, sein Werk ist geprägt von unterschwelliger Sozialkritik, von Erfahrungen, die er selbst gemacht und die ihn lange beschäftigt haben. Allgegenwärtig steht der Krieg im Raum und damit verbunden auch seine Folgen. Armut, Auswanderung, zerrissene Familien und Heimatlosigkeit, all das wird zwar gezeigt, aber nie tiefergehender thematisiert, denn der Zuschauer sieht den Film aus Totos jungen Augen, spürt zwar das etwas nicht stimmt, aber wird sich der Tragweite dessen nie wirklich bewusst. Der Alltag im Dorf ist geprägt von Stagnation und fehlenden Perspektiven, Veränderungen gibt es keine (auch das versteht Toto nicht, er ist jung und unbeschwert) und immer wieder ist das Kino der magische Ort, an dem alle Bewohner gemeinsam träumen.

Auch wenn Tornatore selbst es abstreitet einen autobiografischen Film gemacht zu haben, die Bezüge zwischen ihm und dem Protagonisten lassen sich schnell ziehen. In einer ländlichen Gegend aufgewachsen, die Heimat hinter sich gelassen um Regisseur zu werden und schließlich auch die Begeisterung für Filme. In den zahlreichen Filmschnipseln zollt er seinen eigenen Lieblingen Respekt, unter anderem Chaplin, Felliniund Viscontiwerden aufgeführt, eigene Vorbilder, die ihn auf seinem Weg begleiten. Tornatore macht seine Verehrung für sie spürbar und spätestens bei Alfredos letztem Geschenk, einem Zusammenschnitt aller Szenen, die zuvor auf Geheiß des Dorfpfarrers entfernt wurden, rührt er damit zu Tränen.

Fazit

„Cinema Paradiso“ bis heute eine der schönsten und mitreißendsten Liebeserklärung an das Kino und lebt von seiner geradlinigen Emotionalität in dessen Zentrum der junge Filmliebhaber Toto und der Filmvorführer Alfredo stehen. Zwar muss man sich eingestehen, dass der Film in der zweiten Hälfte etwas abbaut und durch eine unnötige Liebesgeschichte seinen Schwerpunkt in die falsche Richtung verschiebt, aber das ist trotzdem extrem gelungen inszeniert und mit so packenden Elementen versehen, dass man guten Gewissens von Kritik auf einem sehr hohen Niveau sprechen kann.

Autor: Dominic Hochholzer

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