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Inhalt

Carl Caspers Karriere könnte nicht besser laufen: Er ist Chefkoch eines angesehenen Sterne-Restaurants in Los Angeles. Sein Privatleben hingegen hat Carl wegen seines leidenschaftlichen Einsatzes in der Küche vernachlässigt - seine Ehe mit Inez ist in die Brüche gegangen und das Verhältnis zu seinem Sohn Percy ist auch nicht das beste. Als Carl nach einem Streit mit einem renommierten Restaurant-Kritiker seinen Job verliert, ist er zunächst am Boden zerstört. Doch schließlich begreift er den Zwischenfall als Möglichkeit für einen Neubeginn. Kurzerhand eröffnet er mit der Hilfe eines ehemaligen Kollegen einen Food Truck und fährt gemeinsam mit ihm und Percy durch das Land. Und schließlich versucht er auch mit der Hilfe seines Sohnes das Herz von Inez wieder zu erobern...
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Kritik

Eigentlich ist Jon Favreau eine recht markante Persönlichkeit: Mit kahler werdendem Lockenkopf und etwas breiter proportioniert wandelt der Amerikaner jetzt schon seit vielen Jahren durch die Filmwelt Hollywoods. Doch obwohl er in unzähligen Filmen mitgewirkt hat, sind es natürlich seine Auftritt in den Marvel-Filmen, die ihn einigermaßen populär gemacht haben. Seine Regiearbeit zu „Iron Man“, die letztlich der Startschuss für den aktuell grassierenden Superhelden-Trend des Mainstreamkinos ist, machte Favreau praktisch über Nacht zum gefragten Regisseur. Was viele aber nicht wissen, ist die Tatsache, dass er schon davor recht aktiv hinter der Kamera tätig war, denn Favreaus Heimat ist eigentlich der Independent-Sektor Hollywoods. Davon war in den letzten Jahren recht wenig zu spüren. Als Regisseur arbeitete er an Big Budget-Produktionen und als Produzent war der maßgeblich für die Entwicklung von „Marvel’s The Avengers“ verantwortlich. Große Bürden, mit großem Druck. Dass sich Favreau 2013 eine  Blockbuster-Pause verordnete ist da durchaus verständlich.

Statt Green Screen, großes Geheimniskrämerei hinter und Zerstörungsorgien vor der Kamera konzentrierte er seine Talente als Produzent, Regisseur, Autor und Darsteller und realisierte mit „Kiss the Cook“ einen Film, der klar an seine Anfangsjahre erinnert. Also an die Zeit, als er mit einem jungen Vince Vaughn und einem noch unbekannten Regisseur namens Doug Liman mit der Komödie „Swingers“ in Hollywood für Furore sorgte. Das war 1996. Die Zeiten haben sich geändert und „Kiss the Cook“ wird mit ziemlicher Sicherheit nicht für solch ein Aufsehen sorgen. Das würde zum Film auch nicht passen, denn Favreau ist mit seiner siebten Regiearbeit ein kulinarisches Feel Good-Movie gelungen, mit Herz, Rhythmus und Geschmack.

Denkt man  an Feel Good-Movies, denkt man meist an die der letzten Jahre. Dort ging es nicht nur um die persönliche Entwicklung der jeweiligen Hauptfigur, sondern meist auch um soziale oder ethnische Komponenten, die ebenfalls thematisiert wurden. Das Ergebnis war meist eher desaströs. Da wäre z.B. „Hectors Reisen oder die Suche nach dem Glück“ mit Simon Pegg und Rosamund Pike, der letztes Jahr für einige wirklich beschämend zynische Szenen sorgte. Bei „Kiss the Cook“ aber spielen Themen wie soziale Kognition keinerlei Rolle. Der Film ist auf den wohl situierten Chefkoch Carl Jaspers (Favreau) konzentriert, der sich mit der Hilfe seiner Familie und Freunden sowie seiner eigenen Leidenschaft fürs Kochen aus einem beruflichen Tief befreit. „Kiss the Cook“ will dabei weder sein Publikum belehren noch bevormunden. Hier wird einfach nur eine Geschichte erzählt. Das ist so einfach, aber auch so verdammt gut.

Kiss the Cook“ ist so gelungen, weil hier in jeder Szene Leidenschaft zu spüren ist. Das Kochen wird mit großer Verve und Lust inszeniert. Wer den Film auf leerem Magen schaut, wird mit Heißhunger den Kinosaal verlassen. Da hilft kein Popcorn oder käsige Nachos von der Snacktheke, das wirkt im Vergleich zu den im Film zubereiteten Speisen viel zu profan und lieblos - auch wenn hier das einfache Essen mehr gefeiert wird als die Haute Cuisine. „Kiss the Cook“ zelebriert das Kochen (sowie den Genuss), verkommt dabei aber niemals zur hausfraulichen Einlullungszeremonie, so wie es im deutschen Fernsehen allerorts zu sehen ist. Nein, Favreaus Film besitzt Pep, enorme Vitalität und ansteckende Lebensfreude. Das alles ist ohne Mätzchen inszeniert. Zwar ist der Film mit fast zwei Stunden um einiges zu lang geraten, allerdings findet Favreau recht rasch einen erzählerischen, recht bodenständigen Rhythmus, der selbst zähere Passagen unglaublich eingängig gestaltet.

Teil dieser ansteckenden Melodie sind ohne Zweifel auch die Darsteller. Natürlich sind es Namen wie Robert Downey Jr., Dustin Hoffman oder Scarlett Johansson, die viele ins Kino locken werden (nicht zu viel erwarten, diese Herrschaften habe nur Nebenrollen, bzw Gastauftritte), aber letztlich ist es Favreau selbst sowie sein Kochkollege Martin, gespielt vom zu oft unter Wert verkauften John Leguizamo, dem man seine Spielfreude hier deutlich anmerkt, die darstellerisches Feuer integrieren. Was allerdings nicht heißen soll, dass der restliche Cast weniger überzeugend wäre.

Kiss the Cook“ erzählt keine facettenreiche Geschichte, seine Figuren sind vor allem innerhalb der Nebenrollensektion eher zweckmäßig und wenig komplex, aber Jon Favreaus Herzensprojekt (der gute Mann produzierte übrigens auch eine gefeierte Koch- und Talkshow fürs amerikanische TV) steckt so voller Liebe, Sinnlichkeit, Wärme und dem wunderbaren, freigeistigen Gefühl von Lebensfreude, dass dies nicht wirklich negativ auffällt.

Fazit

Dieser Film bringt charmanten Schwung in den deutschen Kinofrühsommer. „Kiss the Cook“ ist ein filmisches Fest der Genüsse. Der Film mag vielleicht nur Hausmannskost sein, die Zubereitung und Darreichung besitzt aber alle Ingredienzien für einen cineastischen, bodenständigen Gaumenschmaus. „Kiss the Cook“ ist pures Mojo!

Autor: Sebastian Groß

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