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Humphrey Bogart spielt den angeblich unpolitischen Clubbesitzer im nicht besetzten französischen Gebiet in Marokko, in dem es trotzdem vor Nazis nur so wimmelt. Ingrid Bergman spielt die Geliebte, die ihn unter geheimnisvollen Umständen in Paris verlassen hat, und Paul Henreid ist der heroische, etwas verwirrte Ehemann. Claude Rains, Sidney Greenstreet, Peter Lorre und Conradt Veidt gehören zu einer der besten Besetzungen für Nebenrollen in der Geschichte Hollywoods. Der Film gehört mit Sicherheit zu den geistvollsten und edelsten Filmen, die jemals gemacht wurden.
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Kritik

Wer kennt sie nicht, die Zitate, die dem Leinwandpaar schlechthin über die Lippen gleiten. Wer kennt sie nicht, die Blicke, die Lieder, die Aufnahmen und Einstellungen, die Scherze, die Dramatik, die Casablanca zu dem machen, was es über die Jahrzehnte geworden ist. Der berühmteste Film aller Zeiten, der beste Liebesfilm aller Zeiten, Zeugnis dafür, was das manchmal wie geschmiert laufende Uhrwerk Hollywoods so produzieren kann. Letzteres ist dabei selbstverständlich nicht ohne Sarkasmus zu verstehen. So erzählte Bogart doch während der Dreharbeiten einem Freund, er spiele zur Zeit im schlechtesten Film aller Zeiten. Gewiss, die Produktion war ein einziger Tumult, tagtägliches Umschreibend es Drehbuches war normal. Glücklicherweise handelte es sich bei den Autoren um das Zwillingsgeschwisterpaar um Julius J. und Philip G. Epstein, die dem Script mehr Wortwitz verpassten und es zu dem machten, was heutzutage durch die Hörsäle von Filmhochschulen wandert.

Aber was soll man denn tatsächlich über einen solchen Film schreiben? Erstens ist die Lobhubedelei des ersten Absatzes eh nicht zu übertreffen. Zweitens kennt jeder den Film und drittens wird jeder, der den Film nicht kennt und nachholt, sowieso nicht enttäuscht sein. Versprochen. Doch was dann machen mit einer Kritik für den dreimaligen Oscargewinner, wenn sie niemanden umstimmen kann (muss) und stattdessen eher das Wiederholen kann, was vorher unendliche Male schon geschrieben wurde? Das Ziel sollte sein, eine rhetorische Verbeugung zu verfassen. Eine Verbeugung, wie sie nicht jeder Film bekommt und nur wenige wahrlich verdient haben. Casablanca aber hat eine solche Verbeugung verdient. Nicht nur das, jedes einzelne Gewerk, das bei der Produktion teilhatte, hat eine separate Verbeugung verdient.

Das Drehbuch lässt die Darsteller die wohl verschmitztesten und elegantesten Sätze dahinraunen und diese mit wahren Schenkelklopfern und Brüllern verzieren. Nahezu jeder Charakter ist aufs Profilierteste ausgearbeitet. Die Kamera weitet und verdichtet den Raum von Einstellung zu Einstellung so unscheinbar und wirkungsvoll, dass man, auch wenn man eine analytische Sichtung versucht, unweigerlich immer wieder in den Sog der Bilder hineingezogen wird. Die Regie von Michael Curtiz macht in seinen besten Momenten den Eindruck, als hätte sie den Film auch ganz alleine stemmen können (mit Geneistreichen, die keinerlei weitere Worte benötigen). Bogart und Bergman - damals wie heute Idole, Ideale. Mitten im Zweiten Weltkrieg entstanden, ist Casablanca ein politischer Film über einen unpolitischen Strategen, der seinem eigenen Gewinn oberste Priorität zuweist. Ein Mann mit einer harten Schale, der eventuell einen Sentimentalisten in sich versteckt hält. (Nur einer von vielen, unzähligen genialen Sätzen, die in dem Werk verlautbart werden.) Natürlich bleibt der Amerikaner dabei eine schillernde Figur in diesem von Nationalitäten reich bevölkerten Film. Einer der als obere und anerkannte Instanz für Ordnung und Moral sorgt. Dennoch kann sich der Film (klar, der Regisseur Michael Curtiz ist aus Österreich-Ungarn) seinem Film Noir-ishen Einfall nicht erwehren und formt das Melodram zu einem nicht einzigartigen aber erstklassigen Mix aus Stilrichtungen.

Fazit

Dieser Weltfilm ist ein Werk, der sich stets als Mischung verschiedener Stile und Richtungen versteht und nie auf eine Ebene gelangt, wo er sich mit anderen „irdischeren“ Filmen messen lassen kann. "Casablanca" spielt nicht unbedingt in einer anderen Liga, aber definitiv einen anderen Sport. "Casablanca" passt sich nicht an, der Film formt und passt an. Der Film entsteht jedes Mal vor den Augen des Zuschauers und macht gleichzeitig den Eindruck, unproblematisch und in einem Rutsch entstanden zu sein. Von dem Chaos der Produktion keine Spur, dafür zieht das Werk Spuren, in welchen der Zuschauer sich wiederfindet, fühlt und versteht.

Autor: Levin Günther

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