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Eddie hat's gut: Haufenweise Kohle, dicke Autos und eine ganze Menge Frauen. Weil ihm aber sein Partyleben wichtiger ist als die Firma seines verstorbenen Vaters, sinken die Umsätze genauso rasant wie sein Image. Im Grunde könnte ihn nur ein Schutzengel retten. Und genau der platzt eines Tages in Eddies Leben! Da Eddie der Einzige ist, der seinen neuen "Buddy" sehen und mit ihm sprechen kann, halten alle anderen Menschen Eddie schon bald für einen echten Psycho... und das ist erst der Anfang!

Kritik

Was haben die Filme "Hotel Lux", "Zettl" und "Der unglaubliche Burt Wonderstone" gemeinsam? Richtig, in allen drei spielt Michael Herbig mit und alle drei sind an den Kinokassen gnadenlos gefloppt. Zeit also für Bully zu alten Ufern zurückzukehren und mal wieder auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen. Denn seien wir mal ehrlich, dass kann er doch am besten. Bei "Buddy" übernimmt der Comedy-Allrounder aber nicht nur die Regie, sondern kümmert sich gleichzeitig auch noch ums Drehbuch, ist als Produzent tätig und spielt eine zentrale Rolle. Warum auch nicht, in "Der Schuh des Manitu" und "(T)raumschiff Surprise - Periode 1" ist diese Rechnung - zumindest finanziell - ja auch aufgegangen. Anders als man aber nach seiner langen Abstinenz auf dem Regiestuhl erwarten könnte, nimmt sich Bully diesmal keine reine Komödie vor. Ganz nach Vorbild von Schweiger und Schweighöfer wagt er sich in die Gewässer der romantischen Komödie vor und bedient sich hierbei leider allzu oft altbewährter Standards seiner Kollegen.

Als Vorbereitung - oder auch billige Werbung - für seinen neuen Film strahlt Pro Sieben seit einigen Wochen die Sitcom "Bully macht Buddy" aus. Ähnlich wie schon 2008 mit der Casting-Show "Bully sucht die starken Männer" will man hier den Zuschauer schon vorzeitig für sich gewinnen. Bot die Casting-Show noch ein Mindestmaß an Unterhaltung, scheitert "Bully macht Buddy" gnadenlos. Sowohl Presse als auch Publikum lassen sich im Netz durchweg negativ über das Format aus - zu Recht. Die Serie wirkt lieblos inszeniert, langweilig und es fehlt ihr entscheidend an Witz. Die Situationskomik der amerikanischen Vorbilder wird bei weitem nicht erreicht. Keine gute Werbung also für seinen kommenden Film.

Storytechnisch bedient sich Bully größtenteils an Altbewährtem. Die Geschichte um einen Geist, oder in diesem Fall Schutzengel, der einen Menschen auf den rechten Weg führen soll und dabei allerhand Blödsinn verzapft ist hinlänglich bekannt und sorgt auch hier zu keinem Zeitpunkt für große Überraschungen, im Gegenteil. Der Film verschenkt gerade hier viel Potential. Zwar stellt Bully den Schutzengel Buddy recht sympathisch und mit dem höchsten was seine schauspielerischen Fähigkeiten hergeben dar, doch hätte er hier, bezüglich des Humors, noch deutlich mehr herausholen können und müssen. In seinen besten Momenten kann der Film dem Zuschauer noch ein müdes Lächeln abgewinnen, die großen Lacher bleiben aber komplett aus. Eine ziemlich traurige Bilanz für einen Bully Film, denn bisher konnten zumindest seine Fans immer lauthals über seine Filme lachen.

Insgesamt wirkt das Drehbuch recht schwach und stellenweise abgekupfert - Schweighöfer und Schweiger lassen grüßen. Außerdem bedient sich Bully noch bei einigen wenigen Klassikern, die er immer wieder total deplatziert im Film zitiert. Alles verläuft nach Schema F. Grade der Hauptcharakter des Films, Eddie, wirkt wie aus einem Film der zwei bekanntesten deutschen Vertreter des Genres herauskopiert. Alle anderen Charaktere sind austauschbar, langweilig und eindimensional. Da kann auch der süße kleine Junge, der um seinen Vater trauert und seine Mutter wieder glücklich sehen will, kaum Abhilfe verschaffen. Das größte Problem im Vergleich zu anderen Vertretern des Genres ist der enorme Mangel an Humor und glaubhafter Romanze. Was Schweiger und Schweighöfer noch in einem Mindestmaß glaubhaft rüber bringen, misslingt Bully total. Bis auf zwei übertrieben kitschige Szenen fragt man sich ständig, warum Eddie seine angebetete überhaupt liebt, etwa nur weil Buddy ihm das zuflüstert? Die Motivation und auch das Verhalten der Charaktere lassen sich meist nicht nachvollziehen. Damit fehlt es dem Film an den zwei wichtigsten Zutaten für eine gelungene romantische Komödie - Witz und Romantik.

Die schauspielerischen Leisungen tragen erheblich zur fehlenden Romantik bei. Zwischen den beiden Hauptdarstellern Alexander Fehling und Mina Tander wollen die Funken einfach nicht überspringen. Fehling wirkt grade zu Beginn auch vollkommen überfordert und kommt leider erst ab der Hälfte aus sich raus. Besonders unglaubhaft wirken die Momente, in denen er wegen Buddy durchzudrehen droht. Tander ist zwar durchweg charmant, bleibt aber leider auch zu blass um wirklich zu überzeugen. Außerdem ist es schon zu Beginn verdammt schwer ihr das Mauerblümchen abzukaufen. In den Nebenrollen hingegen ist der Film schon deutlich besser besetzt, leider haben die aber auch recht wenig Screentime. Christian Berkel macht sich beispielsweise sehr gut als besorgter Chef und Daniel Zillmann sorgt als nerdiger bester Freund für den ein oder anderen Schmunzler. Dazu kommen ein bis zwei nette Gastauftritte, die zwar auch nicht für große Lacher sorgen, aber durchaus recht unterhaltsam sind.

Trotz der inhaltlichen Schwächen seiner letzten Filme muss man Bully sein technisches Geschick lassen. Der Regiestuhl steht ihm verdammt gut und er agiert hinter der Kamera deutlich besser als davor. Auch "Buddy"  bewegt sich wieder auf technisch hohem Niveau. Das Ganze sieht verdammt schick aus. Er weiß die Settings zu nutzen, die durch die interessante und gute Kamera gut in Szene gesetzt werden. Jedoch sollte man sich nach der Kamerafahrt zu Beginn, die wirklich sehr interessant gestaltet ist, nicht zu früh freuen. Denn sie bleibt die einzige ihrer Art. Mehr Mut hätte hier nicht geschadet. Die für deutsche Verhältnisse gute Inszenierung kann aber leider nicht über den mäßigen Inhalt hinwegtrösten.

Fazit

Nach langjähriger Regie-Abstinenz wagt sich Michael "Bully" Herbig erneut hinter die Kamera. Das Genre der romantischen Komödie steht ihm aber überhaupt nicht gut zu Gesicht. Zwar kann "Buddy" technisch überzeugen, doch bleiben Humor und Romantik gänzlich auf der Strecke. Weder Bully- noch Genrefans werden Spaß an diesem unterdurchschnittlichen Machwerk haben.

Autor: Tobias Bangemann

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