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San Francisco in den 60er Jahren: Margaret, geschieden und alleinerziehend, lernt bei einer Kunstausstellung Walter Keane kennen und lieben. Mit dem charmanten, eloquenten Mann erhofft sie sich endlich das schöne Leben, von dem sie bislang nur geträumt hat. Überzeugt vom künstlerischen Talent seiner Frau, versucht Walter ihre Bilder zu Geld zu machen. Nur leider will keine Galerie die Gemälde von Kindern mit großen, traurigen Augen ausstellen. Kurzerhand verkauft Walter die Bilder selbst und gibt sich als Urheber der "Big Eyes" aus. Schon bald macht der brillante Geschäftsmann mit dem Verkauf von Postkarten, Postern und Drucken Millionen - zu tausenden finden die "Big Eyes" ihren Weg in die Wohnzimmer Amerikas. Unter der führenden Hand von Walter hütet auch Margaret das Geheimnis, wer die Bilder erschaffen hat. Doch bald kann sie nicht länger mit der Lüge leben...

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Kritik

Gäbe es nicht Tim Burton, würde jemand anderes diese Kritik schreiben. Und ich würde vermutlich Partys besuchen, Fußball spielen und ins Fitnessstudio gehen. Aber stattdessen sitze ich hier und schreibe eine Filmkritik. Welchen Einfluss Burton und der Großteil seiner Filme auf mich gehabt haben, kann sich also jeder selbst ausmalen. Daher lag es mir persönlich sehr am Herzen, dass er mit "Big Eyes" einen sehr guten, wenn nicht sogar großartigen Film abliefert. Was viele nämlich zu vergessen scheinen: Nach den Enttäuschungen mit "Alice im Wunderland" und "Dark Shadows" ist Burton erst vor zwei Jahren mit seinem "Frankenweenie"-Remake wieder ein kleines, seinen Frühwerken in kaum einem Punkt nachstehendes Meisterwerk gelungen. Warum also mit "Big Eyes" nicht auf genau diesem Niveau weitermachen?

Mit dem Drama um das Künstlerpaar Keane aber kehrt Burton wieder in genau den Meh-Bereich der beiden oben genannten Filme zurück: "Big Eyes" ist weder schlecht noch gut, sondern pendelt sich irgendwo zwischen "ungefährlich" und "vergessenswert" ein. Es gibt beileibe schlechtere Dinge, die man über einen Film sagen kann, aber für einen Regie-Virtuosen wie Burton ist es doch ein relativ enttäuschendes Fazit - gerade wenn alle Anzeichen für einen großartigen Film sprechen. Anstatt mit Johnny Depp und Helena Bonham Carter die üblichen Verdächtigen zu besetzen, arbeitet Burton hier erstmalig mit zwei gänzlich neuen Gesichtern zusammen. Und er hält sich abseits von den reichlich creepy aussehenden Gemälden auch von seinem üblichen Stil fern: Statt finsterer Gestalten und morbidem Humor gibt es bunte, helle Farben und die relativ normale Geschichte eines Ehepaares.

Somit erinnert der Film  optisch eher an Burton-Ausreißer wie "Big Fish", weiß sich im Gegensatz zu jenem aber nicht die nötige Essenz des Kultregisseurs zu bewahren. Es fehlt der charakteristische Stempel, auch wenn das noch eine der verschmerzbaren Schwächen des Films ist. Das größte Problem von "Big Eyes" ist sein sehr unentschieden zwischen absurder Künstlerkomödie und realistischem Charakterdrama pendelnder Ton, der verhindert, dass sich der Film jemals wie ein rundes Ganzes anfühlt. Manch einer mag nun argumentieren, dass dies Teil des Plans war, wo doch die Widersprüchlichkeit der beiden Hauptfiguren das zentrale Thema des Films ist. Das mag durchaus stimmen, die fehlende atmosphärische Kohärenz entschuldigt es aber leider nicht.

Sowohl Margaret als auch Walter Keane stehen repräsentativ für eine der beiden Richtungen: Amy Adams ist zart, verletzlich, greifbar. Ihre Performance ist Teil eines ernsten Charakterdramas und fühlt sich echt an. Christoph Waltz dagegen ist frei von jeder schauspielerischen Fessel, grinst und grimassiert sich im teilweise schon fast peinlichen Overacting-Modus durch den Film und überspitzt die Charakterzüge seiner Figur so extrem und mit so viel agiler Spielfreude, dass er direkt aus einer überdrehten Screwball-Komödie entsprungen zu sein scheint. Das Ärgerliche an "Big Eyes" ist, dass beide Ansätze auf ihre Art gelungen sind, aber nie wirklich zusammenfinden wollen. Und dadurch, dass der Film Margaret mehr in den Mittelpunkt rückt, wirken gewisse komödiantische Aspekte - wie etwa das komplette Finale und mit zunehmender Laufzeit auch die Performance von Waltz - unangenehm fehl am Platz.

Fazit

Hübsche Bilder, der gelungene Soundtrack und eine großartige Amy Adams retten "Big Eyes" davor, wirklich schlecht zu sein - der unentschiedene Ton, die vorhersehbare Handlung und ein nerviger Christoph Waltz halten ihn davon ab, wirklich gut zu sein. Reicht wertungstechnisch immerhin für die Mitte, nach einem neuen Meisterwerk gierende Burton-Fans dürften aber enttäuscht werden.

Autor: Nikolas Friedrich

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