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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Drei Jahre sind seit dem Battle Royale vergangen in dem Shuya Nanahara das Dezimierungsspiel auf einer einsamen Insel überlebte. Mitlerweile wird er als Terrorist gesucht und damit die "Erwachsenen" keine menschlichen Verluste im Kampf gegen den Terrorismus ertragen müssen, werden die Regeln der Battle Royale geändert, denn jetzt hat eine Gruppe von Schülern genau 3 Tage Zeit den gesuchten Topterroristen umzubringen, ansonsten würden sie alle sterben.

Kritik

Von seiner Wolke da oben kann Kinji Fukasaku auf über 40 Jahre als Kinoregisseur zurückblicken, abseits seiner Heimat Japan errang er die größte (flächendeckenden) Aufmerksamkeit aber wohl erst im Jahr 2000 mit seiner letzten eigenständigen Arbeit. Der skandalumwitterten Romanadaption Battle Royale, in der eine Schulklasse angeblich hoffnungsloser Sozialfälle in einem perversen Turnier auf Leben und Tod gegeneinander bis aufs Blut kämpfen muss, um ein verarmtes und dystopisches Japan von eventuellen Lasten der Zukunft prophylaktisch zu reinigen. Dank seiner schonungslosen Gewaltdarstellung in einem verstörenden Kontext hierzulande schnell verbannt, dann mal wieder kurzzeitig zumindest ansatzweise rehabilitiert, kurz danach erneut auf der berüchtigten B-Liste platziert und plötzlich sogar ohne spezielle Auflagen uncut ab 18 Jahren freigegeben: Allein die Indizierungsgeschichte dieses Films ist (in Deutschland) bald eine genauere Besprechung wert.

Offiziell gilt dessen Sequel Battle Royale 2 als letzter Film von Kinji Fukasaku, tatsächlich drehte er selbst nur ein einzige Szenen (ausgerechnet die kurze Rückblende, in der auch Takeshi Kitano sein Cameo hat), bevor ihn seine Hodenkrebs-Erkrankung – an der er kurz danach verstarb – dazu zwang, die Verantwortung vollständig in die Hände seines Sohnes Kenta Fukasaku (X-Cross) zu legen. Dieser hatte zuvor lediglich das Skript zum ersten Battle Royale wie auch diesem verfasst und gab damit früher als unter diesen Umständen erhofft sein Regiedebüt. Der Entstehungsprozess war somit schon mal mehr als unglücklich, trotzdem darf das ein derart missratenes Sequel wie Battle Royale 2 kaum vor der gerechten Zurechtweisung beschützen. Die Probleme sind zu mannigfaltig ausgeprägt, als das sie sich an einzelnen Personalien oder Begleitumständen festmachen ließen. Alles beginnt schon in der Ausrichtung der ursprünglich brachial-überzeichneten Satire, die darin aber tief den Stinkefinger in die offenklaffende Wunde einer sich stetig in die falsche Richtung entwickelnden, rein auf Leistung erpichten Gesellschaft bohrte. Zugleich in seinem wahnsinnigen Amoklauf auch noch Probleme wie Faschismus als Antibiotikum für Notzeiten, Voyeurismus und (die extremste Variante von) Trash-TV als unreflektierte Massenberieselung fürs verdummte Volk an den Pranger stellte und (nicht nur) nebenbei bekannte Schulhof-Thematiken wie Grüppchenbildung und Profilierungszwang in einem unverhältnismäßigen Massaker überspitzte.

Kaum bis genau genommen gar nichts ist von der wütenden, ätzenden Gesellschafts- und Systemschieflagenkritik übrig geblieben, bis auf konturlos-ausgehölte Schablonen, die sich nur oberflächlich der giftigen Grundlage zunutze machen. Das einstig biestige Survival-Spiel mutiert zum hektisch-verwackeltem Teenie-D-Day in einem Herr-der-Fliegen-Anti-Anti-Terror-Kriegsfilm, dessen gesamte Prämisse schon mal gar keinen Sinn macht. Selbst wenn man diese so hinnehmen möchte…es ist schon hart an der Grenze zu jedweder Toleranz, um etwas ins Rollen zu bringen. Wenn es dann den wenigstens den brüchigen Krug erfolgreich zum Brunnen führen mögen. Mit Nichten, denn Battle Royale 2 wird nach seiner dürftigen Einführung und wie erwartet expliziten, aber niemals schockierenden Gore-Szenen zu einer schier endlosen Parade peinlich-sentimentaler und heroisch-dämlicher Partisanen-Kindskopf-Phrasen gegen das böse, böse System, das diesmal in Form eines überdreht-kaspernden Elvis-Imitators in Erscheinung tritt, der später selbst dieses Crazy-Bad-Guy-Image noch der Lächerlichkeit preisgibt.

Noch viel schlimmer als das ohnehin schon verhunzte Konzept ist der Verzicht auf die ursprüngliche Selbstreflektion. Nun werden die USA als Wurzel des globalen Bösen lieber an vorderste Front gestellt. Frei dem Motto: Wir müssen ja, sonst kommen die. Wie damals. Über die US-Außenpolitik und spezielle deren Kriegsführung über die Jahrzehnte soll an dieser Stelle ausdrücklich keine Rechtfertigung erfolgen, aber DAS ist ja nun wirklich eine billige Kapitulation vor der ehemaligen Intention. So billig wie das gelegentlich aufploppende CGI, nur mal um dem Ganzen endgültig jeden potenziellen Nährboden zu entziehen.

Fazit

„Battle Royale 2“ paart ein brutales Gemetzel mit überstrapaziertem und albernem Geblubber über angebliche Helden, totalen Idioten und die, die es noch werden wollen. So sinnlos, bald erschreckend prätentiös und im Gegenzug niemals wirklich satirisch, das ist in der Form wahrhaft erstaunlich. Als hätte Kenta Fukasaku sein eigens Ursprungs-Skript nicht verstanden. Oder vielleicht haben wir es nicht und er Erstling war ein glücklicher Zufall. Hoffentlich nicht…

Kritik: Jacko Kunze

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