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Das Story-Grundgerüst von „Exeter“ verbindet sieben Teenager, eine verlassene Nervenheilanstalt für Kinder und Jugendliche, einen undurchsichtigen Priester und ein dämonisches Ritual zu einem 90minütigen Horror-Quickie. 

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Horror is no longer what it used to be

Dem deutschen (Musikvideo-)Regisseur Marcus Nispel gelang es anno 2003, mit seinem Hollywood-Erstling „The Texas Chainsaw Massacre“, eine durchaus packende Wiederbelebung von Tobe Hooper’s Original auf die große Leinwand zu zaubern und sich damit umgehend als Horror-Nachwuchshoffnung ins Gespräch zu bringen. Dabei schuf Nispel, mit einem Budget von nicht einmal 10 Millionen Dollar und einer Gruppe nahezu unbekannter Jungdarsteller, einen ebenso rohen wie optisch durchgestylten Chiller, der 107 Millionen Dollar in die Kassen von  Michael Bay'sPlatinum Dunes production company spülen konnte. Nach diesem gelungenen Einstand folgte von dem Frankfurter jedoch wider Erwarten nur noch wenig Brauchbares. Das mittelmäßige TV-Movie „Frankenstein“, der stilistisch geglückte, aber handlungstechnisch unterdurchschnittliche „Pathfinder“, das misslungene „Friday the 13th“-Reboot und ein „Conan“-Remake, über welches soundso nicht mehr als unbedingt nötig geschrieben werden sollte. Im Jahr 2012 begann Nispel schließlich die Arbeit an „Backmask“ aka „Exeter“ aka „The Asylum“ aka „ExitUs“ und somit erstmals an einem Stoff, der nicht auf einer bereits existierenden Vorlage basiert, sondern seinem eigenen Geist entsprungen ist. Soviel vorweg: Auch dieser Streifen lässt sich qualitativ umgehend im unteren Drittel des immensen Horror-DTV-Outputs der letzten Jahre einordnen. Eurovideo veröffentlicht den Ende 2014 fertiggestellten Genre-Streifen am 13.08.2015 direkt auf Blu-ray und DVD.

Über die Story eines C-Movie-Horror-Streifens der 2010er Jahre zu schwadronieren mag zwar wenig sinnvoll erscheinen, bietet sich in diesem Fall jedoch – aus humoristischen Gründen – durchaus an. Denn die Handlung von „Exeter“ ist wirklich zum Haare raufen dämlich. Ein Jugendlicher hilft einer lokalen Gemeinde ehrenamtlich bei Aufräumarbeiten in einer verlassenen, teilweise abgebrannten Anstalt für verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche. Nachdem er diese Information mit seinem ebenso dicken wie unterbelichteten Freund geteilt hat, steigt umgehend eine wilde Party mit gefühlten tausend Beteiligten, die bis in die frühen Morgenstunden dauert und so ziemlich jedes Klischee amerikanischer Teenager-Feiern bedient. Doch trotz der unglaublichen Menge an Alkohol und Drogen, befinden sich frühmorgens nur noch übersichtliche sieben Leute in der Bruchbude. Die restlichen Feierwütigen haben wohl ein Taxi nach Hause genommen, ohne dabei Aufmerksamkeit auf die illegale Party zu lenken. Den kläglichen Rest der Gruppe beschleicht übergangslos die naheliegende Idee ein dämonisches Ritual zu vollziehen und ein Gruppenmitglied in der Luft schweben zu lassen. Dadurch wird eine teuflische Macht geweckt, die von einem Teenager nach dem anderen Besitz zu ergreifen beginnt. Ganz nebenbei werden eine Internet-Anleitung für Exorzisten und – wie sollte es auch anders sein – ein selbstgebasteltes Ouija-Brett zu Rate gezogen. Die Auflösung dieser losen Aneinanderreihung von Nonsens kommt schlussendlich zwar mit einem durchaus überraschenden Bohoo-Twist um die Ecke, will aber irgendwie ganz und gar nicht zur restlichen Handlung passen.

Zu dem löchrigen Drehbuch gesellen sich noch miserable Schauspielleistungen, hektische Schnitte und eine uninspirierte Regiearbeit, die in Kombination mit den handelsüblichen Jump-Scares jeden Anflug von Spannung im Keim erstickt. Dabei hätte die gewählte Location – auch in Realität eine ehemalige Besserungsanstalt für verhaltensauffällige Jugendliche – durchwegs das Potential für eine ungemein bedrohliche Grundstimmung gehabt. Modrige Gänge, verkohlte Wände und an Folterwerkzeuge erinnernde Einrichtungsgegenstände vermitteln dem geneigten Betrachter Old-School-Horror wie er im Buche steht. Doch ohne ein entsprechendes Handlungsgerüst verpufft auch der Flair der grusligsten Location. Die weitgehend handgemachten Gore-Effekte sind ebenfalls gut getrickst, jedoch so offensichtlich selbstzweckhaft in die Story eingeflochten, dass die Brutalität teilweise sogar abstoßend wirkt. Nispel zelebriert beispielsweise eine Feuerlöscher trifft Kopf einer besessenen Freundin Szene so dermaßen ausgiebig, dass man sich beinahe Sorgen um seinen Geisteszustand machen muss.

Fazit

Exeter“ ist einer jener Horrorfilme, die trotz einer atmosphärischen Location und einiger gut getrickster Blut-Effekte nicht einmal ansatzweise zu überzeugen wissen. Schlechte Darstellerleistungen, eine unterirdische Regie- respektive Schnittarbeit, selbstzweckhafte Gewaltszenen und ein ebenso langweiliges, wie vorhersehbares Drehbuch disqualifizieren den Streifen beinahe vollständig. Nur für Horror-Allesverwerter.

Kritik: Christoph Uitz

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