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Dritte und letzte Runde für den Action-Artista: Findet "Da Vinic's Demons" in Staffel 3 ein würdiges Ende?

D0mas

Von D0mas in Da Vinci's Demons - Staffel 3 - Kritik

Dritte und letzte Runde für den Action-Artista: Findet "Da Vinic's Demons" in Staffel 3 ein würdiges Ende? Bildnachweis: © BBC| Poster zu "Da Vinci's Demons - Staffel 3"

Kritik

Straffe Muskeln, große Explosionen und vernichtende Kriegsschauplätze. Das sind nicht unbedingt die Stichworte, an die man denkt, wenn man den Namen Leonardo da Vinci hört. Außer man ist mit der TV-Show "Da Vinci’s Demons" vertraut, die sich stets ein eigenes Bild des italienischen Artistas machte und sich weniger mit den künstlerischen Seiten Da Vincis auseinandersetzte als mit fiktiven Knalleffekten. Gerade Staffel 1 der Serie (hier unser First Look) versprach dabei ein Sammelsurium aus abgefahrenen Ideen undOver-The-Top-Momenten, die man gar nicht allzu ernst nehmen, sondern mit denen man jede Menge Spaß haben sollte. Und dieses Konzept ging in ihrem eigenen Kontext durchaus auf. Bei Season 2 der Serie entschlossen sich die Macher aber ihrem Action-Artista  einen etwas ernsteren und runderen Anstrich zu verpassen und die Serie in ein narrativ erwachseneres Ganzes zu verwandeln. Ein interessanter und überraschend erfrischender Ansatz, der den Kurs der Show aber radikal änderte und vielen Fans wenig zusagte.

Mit Staffel Nummero 3 geht Da Vinci nun in seine dritte und letzte Runde, nach insgesamt 28 Folgen ist Schluss mit lustig. Beim Herangehen an die Season wirft dies natürlich diverse Fragen auf: In welche Richtung wird sich die Serie dieses Mal bewegen? Werden Figuren und Narrative konsequent weiterentwickelt? Und natürlich: Wird die Geschichte zu einem guten Ende gebracht? 

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Um die letzte Frage direkt zu Beginn zu beantworten: Nein, leider nicht. Ohne großes Wissen um die Abläufe in den BBC Studios, also hinter den berühmten Kulissen, wurde es dem Rezensenten im Fortlauf der dritten Staffel leider immer gewahrer, dass es sich hier offenkundig nicht um ein gewolltes, sondern ein erzwungenes Serienende  handelt. Fragen bleiben ungeklärt, Motivationen offen, Figuren blass und Handlungen in der Luft. Jeder Serienfreund, der also überlegt sich eine Portion Da Vinci in den hauseigenen Blurayplayer zu legen, sei gewarnt: Hier geht es nicht so befriedigend zu wie beispielsweise bei einem "Breaking Bad" (okay, schlechtes, weil viel zu hochwertiges Beispiel) beziehungsweise einem "Hannibal", was ja in ähnlichen finanziellen und quotenabhängigen Nöten steckte. Aber heißt das automatisch, dass die dritte Staffel um den Tony Stark der Renaissance ein voller Reinfall ist? Nein, das heißt es nicht. Denn seinen Spaß kann man mit dieser Serie trotz dieser Wermutstropfen immer noch haben. 

Zunächst sollte man lobend anmerken, dass Season 3 überraschend schnell ein paar äußerst uninteressante Nebenschauplätze der Staffeln davor kappt. Konnte sich die Serie in ihrer zweiten Season in Sachen Erzähltempo- und Stringenz zwar beim Hauptplot weiterentwickeln, verlor sie sich  immer wieder in ebenso nervigen wie unnötigen Nebenschauplätzen. Staffel 3 hat mit dem Angriff des ottomanischen Reiches und all seinen Konsequenzen und Folgen nun eine passende und packende Plotline gefunden, die die vielen Handlungen der 10 Folgen nachvollziehbar umrahmt und sie so weit weniger wahllos wirken lässt also noch zuvor. Auch bei den Figuren gibt Staffel 3 mächtig Gas und steht vielen Charakteren eine bitter benötigte Entwicklung zu. Diese mögen dann oftmals reichlich oberflächlich daherkommen und wirken nur in den wenigsten Fällen wirklich fühlbar, einen Schritt voran haben die Macher im Vergleich zu vorher aber auf jeden Fall absolviert. 

Dies betrifft vor allem unsere Hauptfigur. Wo Da Vinci (Tom Riley – "Kill Your Friends") in Season 2 noch charakterlich auf der Stelle trat, bekommt der Artista hier einen nachvollziehbaren und gut ausformulierten Konflikt rund um die Konsequenzen seines eigenen Schaffens und seines Glaubens spendiert. Die Figur gewinnt viel von ihrer Faszination zurück, was auch an Hauptdarsteller Tom Riley liegt, der nach wie vor absolut in seiner Rollen überzeugen kann. Sowieso versucht die Season sich erzählerisch weiterzuentwickeln, was man vor allem an der Gegenüberstellung der zwei Seiten des herannahenden Krieges merkt: Beide Parteien sollen sowohl in ihren Grausamkeiten wie Vorzügen gezeigt, weder die Italiener noch die Türken als Helden oder Bösewichte proträtiert werden (obwohl das bei der Darstellung mancher gerade türkischer Figuren leider doch misslingt). Dies weist darauf hin, dass die Macher die Ernsthaftigkeit der zweiten Staffel konsequent fortsetzen wollen und dass ihnen an ihren Figuren und ihrer Geschichte wirklich etwas liegt.

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Es mag dem Leser allerdings aufgefallen sein, dass die Kritik, trotz des Lobs für die Macher, etwas verhalten ausfällt. Und das liegt nicht ausschließlich an dem enttäuschenden Serienfinale, sondern auch daran, dass all die positiven Aspekte der Staffel nur im Ansatz wirklich funktionieren. Hier gibt es viele Ideen und Perspektiven, die interessant anmuten, wirklich ausformuliert werden sie aber nie. Dazu bleibt in den 10 Folgen der Staffel, trotz Begrenzung der Nebenschauplätze, einfach nicht genug Zeit. Viele wichtige Erzählmomente werden daher allzu schnell abgehandelt und abrupt beendet, sodass sie ihren emotionalen Effekt oftmals total verfehlen. Besonders schlimm wird es hier in der zweiten Hälfte der Staffel. Zeichnet sich die erste Hälfte noch durch eine überraschend angenehme Erzählweise aus (wo trotz des straffen Pacings auch nötige Kleinigkeiten Platz finden), verliert die zweite Hälfte komplett ihren Fokus und verrennt sich einmal mehr in unübersichtlichen und daher leider ziemlich langweiligen Schauplätzen. Das ist dem fiktiven Da Vinci am Ende dann leider nicht besonders würdig, gerade weil die Symbiose aus ernsthaften und spaßigen Momenten hier viel besser funtkioniert als noch in Season 2 und auch weil einige Ideen und Entwicklungen immer wieder auf das Potenzial hinweisen, was hier versteckt liegt. Schade, dass es dann so enden muss. 

Fazit 

Staffel 3 des Action-Artistas Da Vinci kann sich im Großen und Ganzen durch viele positive Ansätze, ein gutes Erzähltempo sowie gute darstellerische Leistungen auszeichnen. Leider bleiben die guten Ansätze meistens auch nur eben das: Ansätze, die es emotional nicht wirklich bewerkstelligen mitzureißen. Hinzu kommt, dass das erzwungene Serienfinale von "Da Vinci’s Demons" äußerst enttäuschend ausfällt und einen unangenehmen Beigeschmack zum Ende der Serie hinterlässt. Und das ist schade, kann "Da Vinci’s Demons" doch immer noch durch einige sowohl ernste wie auch spaßige Einfälle überzeugen. "Da Vinci’s Demons" ist eine Serie, bei der man merkt, dass sie den Machern sehr am Herzen lag. Schade, dass sie diese dann nicht vernünftig zu Ende bringen durften. 

 5/10 

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Technik:  Seit dem 8. Juni ist die Bluray der dritten Staffel "Da Vinci's Demons" aus dem Hause Concorde im Handel erhältlich. Das Bild der Bluray ist äußerst klar und gestochen scharf. Auch die Tonspuren in englischer und deutscher Sprache können vollends überzeugen und verleihen den zwei Discs ein technisch äußerst zufriedenstellendes Gesamtbild. Extras sind auf den Discs leider nicht enthalten.

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