Bildnachweis: © Worry Well Productions | Werbemotiv zu "Buddy"

Fantasy Filmfest 2026 komplett: Horror-Hype "Buddy" und vier weitere Filme schließen das Jubiläumsprogramm ab

von Thomas Repenning

Das Fantasy Filmfest kann die Kerzen für seinen 40. Geburtstag endgültig anzünden. Das Programm der Jubiläumsausgabe 2026 ist komplett und bringt zum Abschluss noch einmal fünf Titel ins Spiel, die vom blutigen Kinderfernseh-Albtraum über koreanische Action bis zum gefeierten Cannes-Beitrag reichen. Besonders gespannt dürften Genrefans auf Buddy (bei uns 8/10 Punkten in der Sundance Kritik) sein, der seit seiner Festivalpremiere bereits als potenzieller Kultfilm gehandelt wird.

Buddy nimmt dabei eine denkbar harmlose Ausgangslage und verwandelt sie in Horror: Im Mittelpunkt steht eine Kindersendung aus den 1990er-Jahren, deren orangefarbenes Einhorn Buddy jungen Zuschauern eigentlich wertvolle Lektionen vermitteln soll. Doch nachdem der junge Josh plötzlich verschwindet und sein Lieblingsbuch mit einer verdächtigen roten Flüssigkeit gefunden wird, wächst unter den Kindern der Verdacht, dass hinter ihrem freundlichen TV-Helden etwas ziemlich Unheimliches steckt.

Das Ergebnis soll schwarzen Humor mit reichlich Blut und surrealem Horror verbinden. Unübersehbar spielt der Film dabei mit Erinnerungen an Kindersendungen wie Barney und seine Freunde und verwandelt deren kunterbunte Wohlfühlwelt in einen Albtraum. Zur Besetzung gehören unter anderem Michael Shannon und Patton Oswalt, während Keegan-Michael Key dem titelgebenden Buddy im Original seine Stimme leiht. Cristin Milioti spielt Grace, die glaubt, dass ihre verschwundene Tochter in einer Fernsehsendung gefangen sein könnte.

Koreanische Action bekommt ihr eigenes Spotlight

Deutlich handfester geht es bei Tristes Tropiques zur Sache. Der koreanische Actionfilm erhält beim Fantasy Filmfest 2026 den Platz des Director’s Spotlight. Darin wird eine Gruppe junger Auftragskiller im tropischen Regenwald von einer geheimnisvollen Organisation ausgebildet. Als das gegenseitige Vertrauen zerbricht, werden aus den einstigen Verbündeten schließlich Gegner.

Die besondere Position innerhalb des Festivalprogramms gilt dabei auch dem Regisseur hinter dem Film, der mit The Witch: Subversion und The Witch: The Other One bereits international Aufmerksamkeit erregen konnte. Wer dessen kompromisslose Mischung aus Action und übernatürlichen Elementen mochte, dürfte Tristes Tropiques entsprechend weit oben auf seiner persönlichen Festival-Liste platzieren. Einen Trailer gibt es bislang allerdings noch nicht.

"The Plague" wird zum Centerpiece

Eine der prominentesten Positionen des Festivals geht derweil an The Plague. Das Regiedebüt von Charlie Polinger übernimmt 2026 den Centerpiece-Slot und konnte zuvor bereits bei seiner Weltpremiere in Cannes Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Die Geschichte führt ins Jahr 2003 und folgt dem 13-jährigen Ben, der ein Wasserballcamp besucht. Dort trifft er auf eine Gruppe Jugendlicher, die eine besonders perfide Form der Ausgrenzung entwickelt hat. Eli, der aufgrund eines Hautausschlags ständig ein T-Shirt trägt, wird nicht offen schikaniert. Stattdessen sorgt Jake dafür, dass der Junge von den anderen konsequent gemieden wird.

Damit verbindet The Plague seine Coming-of-Age-Geschichte mit dem psychologischen Horror der Pubertät und beschäftigt sich mit Gruppendruck, Unsicherheit und der Grausamkeit jugendlicher Hierarchien. Joel Edgerton gehört als Coach Daddy Wags ebenfalls zur Besetzung.

Cannes-Beitrag mit Monica Bellucci und Benoît Magimel

Mit The Birthday Party (7/10 in unserer Kritik) schafft es zudem ein weiterer Film mit Cannes-Vergangenheit ins Programm. Léa Mysius erzählt darin von Thomas und Nora, die gemeinsam mit ihrer Tochter Ida auf dem Land leben. Ausgerechnet Noras Geburtstag bringt die vermeintliche Idylle jedoch zum Einsturz.

Während einer geplanten Überraschungsparty tauchen zwei bedrohliche Männer auf und zwingen die Anwesenden dazu, auf ihren gerade aus dem Gefängnis entlassenen Bruder Franck zu warten. Der scheint noch eine Rechnung offen zu haben. Zur Besetzung gehören unter anderem Bastien Bouillon, Hafsia Herzi, Monica Bellucci und Benoît Magimel.

Vier Klassiker zum 40. Geburtstag

Seine eigene Geschichte feiert das Fantasy Filmfest außerdem mit der Reihe Screen Legends. Vier bekannte Werke kehren dafür auf die große Leinwand zurück. Bereits angekündigt waren Wenn die Gondeln Trauer tragen, A Chinese Ghost Story und der koreanische Thriller The Chaser.

Komplettiert wird die Auswahl nun durch Beasts of the Southern Wild. Benh Zeitlins vierfach Oscar-nominiertes Fantasy-Drama erzählt von der sechsjährigen Hushpuppy, die gemeinsam mit ihrem erkrankten Vater im Mississippi-Delta lebt und sich einer zunehmend bedrohlichen Welt stellen muss.

Mit den fünf letzten Neuzugängen steht das Programm der 40. Ausgabe des Fantasy Filmfests damit vollständig. Zwischen Buddy als möglichem neuen Kult-Horror, koreanischem Actionkino, aktuellen Festivalentdeckungen und vier Screen Legends spannt die Jubiläumsausgabe einen entsprechend breiten Bogen durch mehrere Jahrzehnte des fantastischen Films. Alle Filme findet ihr HIER

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