Von Stu am Montag, 16 März 2026, 19:00 Uhr
Bildnachweis: © Tobis | Szene aus "Marty Surpreme"
Lange Zeit galt Timothée Chalamet als klarer Favorit auf den Oscar als Bester Hauptdarsteller für seine Rolle in Marty Supreme. In der Branche wurde früh davon ausgegangen, dass der Preis kaum an jemand anderen gehen würde. Doch kurz vor der finalen Abstimmung drehte sich das Rennen überraschend — und am Ende gewann Michael B. Jordan die begehrte Trophäe. Hier alle eine Übersicht der Oscars 2026.
Warum sich das Oscar-Rennen plötzlich veränderte
Anders als viele Diskussionen im Internet vermuten ließen, spielten Chalamets später kritisierte Aussagen über Ballett und Oper wohl keine entscheidende Rolle. Zu diesem Zeitpunkt war die Abstimmung der Academy-Mitglieder bereits abgeschlossen. Der Umschwung entstand vielmehr schrittweise und hatte mehrere Ursachen.
Ein wichtiger Faktor war die ungewöhnlich große Werbekampagne rund um Marty Supreme. Auffällige Aktionen, exklusive Fanartikel und zahlreiche Medienauftritte sorgten dafür, dass Chalamet während der gesamten Awards-Saison ständig präsent war. Anfangs wurde das als engagierter Einsatz wahrgenommen, doch mit der Zeit empfanden manche Branchenmitglieder die Dauerpräsenz als übertrieben.
Stimmung innerhalb der Academy kippte langsam
Mit der intensiven Kampagne rückte auch Chalamets Auftreten stärker in den Fokus. Ehrgeiz ist im Oscar-Rennen zwar üblich, doch einige Berichte aus Hollywood deuteten darauf hin, dass sein sehr selbstbewusstes Image bei Teilen der Wähler*innen weniger gut ankam. Schon kleine Veränderungen in der Stimmung können bei knappen Abstimmungen entscheidend sein.
Gleichzeitig gewann Michael B. Jordan immer mehr Unterstützung. Sein Sieg bei den wichtigen SAG Awards fiel genau in die Phase, in der Oscar-Mitglieder ihre Stimmen abgaben. Dadurch rückte seine Leistung im Film Blood & Sinners plötzlich stärker ins Rampenlicht, obwohl sie zuvor nicht als Favorit gehandelt worden war.
Der richtige Moment entschied über den Sieg
Auch der Film selbst profitierte von einem späten Aufschwung und erhielt zahlreiche Nominierungen, was zusätzliche Aufmerksamkeit brachte. Jordans Darstellung zweier unterschiedlicher Figuren wurde nun intensiver diskutiert — und entwickelte sich innerhalb weniger Wochen vom Außenseiter zur ernsthaften Gewinnchance.
Der Ausgang zeigt ein typisches Muster der Oscars: Nicht ein einzelner Skandal entscheidet, sondern die Dynamik kurz vor Schluss. Während Chalamet lange vorne lag, verlagerte sich die Unterstützung innerhalb der Academy im entscheidenden Moment zu Jordan — und machte seinen Sieg letztlich nachvollziehbar.
Marty Supreme, der komplett leer bei den Oscars ausging, war finanziell jedoch ein Gewinn für das Indie-Studio A24. Mehr dazu hier: