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Opening von "Melania" überrascht leicht – trotzdem werfen Kritik und politischer Kontext Fragen zum Amazon-Deal auf

Stu

Von Stu

Bildnachweis: © Amazon | Szene aus "Melania"

Seit dem 30. Januar läuft die Dokumentation Melania weltweit in den Kinos und sorgt bereits kurz nach dem Start für auffällig viel Aufmerksamkeit. Weniger wegen ihrer inhaltlichen Tiefe als vielmehr aufgrund eines Gemischs aus politischer Brisanz, kontroversen Personalien und ungewöhnlichen wirtschaftlichen Entscheidungen steht der Film im Fokus der internationalen Berichterstattung.

Kontroverses Umfeld und prominente Namen

Mehrere Faktoren haben dazu beigetragen, dass Melania früh ins mediale Rampenlicht geriet. Besonders kritisch diskutiert wird die Beteiligung von Regisseur , dessen Name seit Jahren mit schweren Vorwürfen belastet ist. Hinzu kommt der unmittelbare Bezug zu Donald Trump, der die Doku zwangsläufig in ein hochpolitisiertes Umfeld rückt. Zusätzlich sorgte Amazons Einstieg für Schlagzeilen: Der Konzern sicherte sich die Rechte an dem Film, indem er Berichten zufolge das Dreifache des zuvor höchsten Gebots zahlte – ein Schritt, der Fragen nach strategischen Motiven und wirtschaftlicher Vernunft aufwarf. Insgesamt soll Amazon die Doku 75 Millionen US-Dollar gekostet haben (40 Millionen für die Rechte, die restlichen 35 für Marketingausgaben).

Nach dem Kinostart deutete zunächst vieles auf einen finanziellen Fehlschlag hin. Schwache Besucherzahlen in zahlreichen US-Bundesstaaten ließen vermuten, dass die Doku ihr Publikum verfehlen könnte. Nun berichtet jedoch The Hollywood Reporter, dass Melania in den USA ein Einspielergebnis von bis zu 8 Millionen US-Dollar erreichen könnte. Damit zählt der Film zumindest formal zu den erfolgreicheren Dokumentationen mit Kinoauswertung der letzten Jahre, auch wenn diese Einordnung stark vom Maßstab abhängt.

Trash-Remake von "The Zone of Interest"

Auffällig ist die ungleiche Resonanz innerhalb der USA. Während das Interesse in vielen Regionen gering blieb, verzeichnete die Doku ausgerechnet in Texas und Florida vergleichsweise hohe Besucherzahlen. Diese Ausreißer nach oben reichen jedoch nicht aus, um das Gesamtbild nachhaltig zu korrigieren. Trotz der verbesserten Prognose bleibt die Bewertung ernüchternd. Die Kritik fiel überwiegend vernichtend aus. Hier ein drei Beispiele:

„Ein vergoldetes Trash-Remake von Jonathan Glazers The Zone of Interest“

The Guardian

"Während der Film in die Kinos kommt und Amerikas Straßen weiterhin von Wut und Trauer erfüllt sind [...], wirkt der vulgäre, vergoldete Lebensstil der Trumps wie ein Zerrbild historischer Dekadenz: als schleiche Marie Antoinette durch ihr kuchenbeladenes Schloss oder als blicke Hermann Göring selbstzufrieden auf seinen geraubten Monet.

The Independent

"„Melania“ ist – wie das Trump-Regime – eine von oben nach unten durchdesignte Reality-Show, die darauf ausgerichtet ist, die Wirklichkeit konsequent auszusperren."

Variety

Auch die Publikumsreaktionen auf Plattformen wie Metacritic oder Letterboxd bewegen sich auf extrem niedrigem Niveau. Vor allem im Verhältnis zu den mutmaßlich hohen Produktions- und Marketingkosten wirkt selbst ein mögliches Opening von 8 Millionen US-Dollar beschämend gering. Wirtschaftlich wie reputativ bleibt Melania damit ein Projekt, das mehr Fragen aufwirft, als es beantwortet. Oder um es deutlicher auszudrücken: Das Amazon sich der Doku angenommen hat, kann gut und gerne als freundschaftliche Geste zwischen der Trump-Regierung Jeff Bezos Megakonzern gewertet werden.

Auf eine andere Art grausam, aber dabei erfolgreich ist die Saw-Reihe. Die soll bald zurückkehren und bringt dabei ihre Schöpfer zurück zum Franchise. Alles weitere dazu gibt es  hier.

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