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Madeline und ihr Verlobter Neil reisen nach Haiti, um dort in den Bund der Ehe zu treten. Ihr Gastgeber ist Baron Beaumont, der sein Anwesen jedoch nicht aus reiner Gastfreundschaft zur Verfügung stellt. Er ist heimlich in Madeline verliebt, will sie nur für sich haben. Er schließt einen Pakt mit dem unheimlichen Legendre, der jedoch seinen ganz eigenen Plan verfolgt…

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Ein lange Zeit kaum wahrgenommener Klassiker des Horrorfilms und das Leinwanddebüt des in der Folgezeit noch stark veränderten Bild des lebenden Toten. Erst nachträglich wurde Regisseur Victor Halperin (Buried Alive) der Ruhm als ein Pionier des Genres anerkannt, den ersten echten Zombie-Film gedreht zu haben, wobei er sich natürlich noch massiv von dem unterscheidet, was Jahrzehnte später als solches ein geflügelter Begriff sein sollte. Vor George A. Romeros (Night of the Living Dead) stilbildender Interpretation des aus dem Voodoo-Kult entsprungenen Mythos eine wenige genutzte Materie. Mit dessen Wurzeln – so ehrlich muss man sein – auch White Zombie nur rudimentär etwas zu tun hat.

Auf Haiti ticken die Uhren anders bzw. die Uhr des Lebens ist mit dem Tod im medizinischen Sinne nicht zwingend abgelaufen. Zumindest wenn der gruselige Legendre (oder in der deutschen Synchro ganz zufällig Drago genannt, Bela Lugosi, Das Zeichen des Vampirs) seine Hände und weitaufgerissenen Augen im Spiel hat. In seiner Zuckerrohr-Knochenmühle schuften Zwangsarbeiter ohne Murren und Knurren 24/7, schlafen und essen nicht, fallen höchstens aus Versehen in die Maschinerie, aber wen juckt es? Sie definitiv nicht (mehr), eine Gewerkschaft existiert nicht und wo sie herkommen, gibt es unendlich viel Nachschub. Solange jemand stirbt und auch da lässt sich ja nachhelfen. Denn Drago…pardon, Legendre natürlich… aus der alten Heimat beherrscht das große Hexen-Einmaleins seit Jahrhunderten und rekrutiert aus dem Totenreich immer wieder neues Personal, deren Körper für ihn die Drecksarbeit erledigen, während er sich durch ihre Seelen ewig jung hält. Ein liebestoller Adeliger ist so verzweifelt eifersüchtig, das er getreu dem Motto „Lieber eine tote als gar keine Braut“ ihn auf seine Angebetete ansetzt und erst viel zu spät realisiert, mit was für einem Teufel er paktiert hat.

Im Gegensatz zu Jacques Tourneuers 11 Jahre später entstanden Ich folgte einem Zombie wird hier kaum bis überhaupt nicht auf den realen, kulturell-religiösen Hintergrund eingegangen. Etwas Sklaven-Thematik schimmert natürlich aufgrund des kostengünstigen Geschäftsmodels von Drago-Lugosi durch, ansonsten wird das Dracula-Image vom alten Bela gleich mit durch den Wolf gedreht. Der sich im Horrorgenre stetig unter Wert verkauft gefühlte Lugosi blüht richtig auf und wird mit seiner Mischung aus übertriebenen Ehrgeiz, vielleicht falsch verstandenem Anspruch oder auch einer Art Trotzreaktion (heute würde man ihn das gerne fragen) zu einem kuriosen Zampano. Zwischen Vampir, aus Kerzen Voodoo-Puppen schnitzenden Papa Shango, Dr. Fu Man Chu, Großvater Munster und Jahrmarkt-Hypnotiseur entsteht eine faszinierende Over the Top-Performance, bei der der Zuschauer durch die Kamera praktisch in Grund und Boden gestarrt wird. Aus heutiger Sicht mit beinah unfreiwillig-parodistischen Zügen versehen, was damals keinesfalls Sinn und Zweck der Übung war.

Daraus bezieht White Zombie einen jetzt ungeplanten Unterhaltungswert, der sich natürlich erheblich von seinem Ursprung abhebt. Was den Film jedoch nicht zur nostalgisch verklärten Ulknummer verwandelt (nur geringfügig), dafür ist er in seinem zeitlichen Kontext viel zu gut gemacht. Allein technisch präsentiert er sich experimentierfreudig und wesentlich moderner als vergleichbare Werke dieser Tage. Von der musikalischen Untermalung, interessanten Set Pieces, Beleuchtungsideen und besonders Schnitt- und Perspektiveinsätzen (vom Splitscreen bis zu POV-Ansichten) ist White Zombie fast spektakulär und immer noch enorm stimmig inszeniert. Traditionell auf den übertriebenen Ausdruck des Stummfilms bemüht und gleichzeitig sehr fortschrittlich. Er verfügt nicht über die inhaltliche, zeitlose Kraft z.B. eines Frankenstein von James Whale. Hat in seinem absichtlichen und unabsichtlichen Reiz über nun mehr als 80 Jahren einen ganz individuellen Charme kreiert, der ihn nicht mehr unbedingt gruselig macht, dafür nicht nur wegen den flotten 67 Minuten wahnsinnig kurzweilig.

Fazit

Ein Klassiker des Horrorfilms, ohne Frage und gleichzeitig nicht ohne Fehl und Tadel. Gerade diese (auch damals nicht zu leugnenden) Mängel machen ihn aber wieder auf eine andere Art sehr unterhaltsam. Kult, Quatsch und große Klasse haben hier ihre Daseinsberechtigung, zusammengehalten vom wahnwitzig-überkandidelten Bela Lugosi, dem Kinski der 30er, mit ernstem Anspruch. Leicht tragisch, rückwirkend betrachtet.

Autor: Jacko Kunze

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