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Quelle: themoviedb.org
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Inhalt

Die nach der ukrainischen Invasion geflohenen Russen stehen vor der schweren Wahl zwischen Gefängnis, Militärdienst oder Exil. Eine Gruppe von Freunden lebt nun als Vertriebene, unfähig, in ihre Heimat zurückzukehren oder anderswo wirklich akzeptiert zu werden.

Kritik

Es sei, als gäbe es kein Morgen, sagt der junge Musiker und Exil-Russe Yuri in einer Szene Patric Chihas (The Beast in the Jungle) reflektiver Dokumentation. Die Lage in Yuris Heimatland, dem er wie zahlreiche systemkritische Menschen den Rücke kehrte, beschreibt er als so instabil, dass ein Vorplanen nicht möglich sei; weder für das kommende Jahr noch für den kommenden Tag. Seine Freundin Margarita findet sich in einer ähnlichen Zwangslage zwischen Gefängnis und Exil. Eingesperrt oder ausgesperrt, existieren beide in einem mentalen Limbo. 

Die beiden zentralen Persönlichkeiten, deren Suche nach Halt, Heimat und Hoffnung der österreichische Regisseur in Monologen und Momentaufnahmen einfängt, sind nach seinen Worten „gefangen in einer ewigen Gegenwart, einer endlosen Zeitspanne“. Im Zuge der russischen Invasion der Ukraine kippt die Unsicherheit in konkrete Bedrohung. Teils aus dem Off, teils in Gesprächen, bei denen die Kamera wie ein zufälliger Zuhörer scheint, berichtet Yuri von seiner Desillusionierung über die Bevölkerung, die entgegen seiner Erwartungen nicht geschlossen gegen den Krieg und das Regime demonstrierte. 

Er spricht von Furcht, die er als generationsübergreifendes Erbe wahrnimmt, Träumen von seinem an der Front gefallenen Vater, dem Gefühl der Mitverantwortung für die staatlichen Verbrechen. Margarita bleibt meist stilles Gegenüber dieser Gedankengänge zwischen Kontemplation und Konflikt. Beider unterschiedlicher Präsentation wirkt exemplarisch für die von Yuri beschriebenen verschiedenen individuellen Reaktionen auf die politische Situation. Sprunghafte Szenen, die zwischen Sommer und Winter, Stadt und Natur, Wald und Küste wechseln, erodieren bewusst das Gefühl für Ort und Zeit, Erinnerung und Gegenwart. 

Fazit

In seinem vierten Film im Berlinale Panorama, blickt Patric Chiha am Beispiel seiner zwei Charaktere auf die weitreichenden Auswirkungen des russischen Angriffskriegs. Der treibt immer mehr junge Menschen ins Exil, während andere im Gefängnis landen oder an der Front. Der korrosive Einfluss des autoritären Gewalt-Regimes auf die junge Generation wird nur schemenhaft erkennbar. Das psychologische Vakuum, in dem die entwurzelten Protagonist*innen um die gleichen Fragen kreisen, wird auf der Leinwand nur durch Leere fassbar, nicht durch strukturelle Analyse oder sozialpsychologische Signifikanz. 

Kritik: Lida Bach

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