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Quelle: themoviedb.org
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Inhalt

Seit 30 Jahren besucht der Pariser Arzt Loran Bonnardot regelmäßig Tristan da Cunha – die abgelegenste bewohnte Insel der Welt, mitten im südlichen Atlantik. Die Vulkaninsel ist zu seiner spirituellen Zuflucht geworden, ihre Bewohner*innen sind seine Wahl-Familie und der Fischer Martin ist sein bester Freund. Nun, mit 50 Jahren, steigt Loran erneut auf das Boot, das ihn nach Tristan da Cunha bringen soll. Doch dieses Mal plant er, nicht mehr zurückzukehren. Er will einer der 230 ständigen Einwohner*innen werden. Doch das ist kein leichtes Unterfangen. 

Kritik

Eine nicht einmal hundert Quadratkilometer umfassende Insel im Südatlantik mit einer Bevölkerung 230 Personen. Der einzige Weg dorthin ist eine sechstägige Schiffsreise von Cape Town. Es klingt nach einem magischen Ort für alle, die noch nie von Tristan da Cunha gehört haben. Und für die Wenigen, die auf der entlegensten dauerhaft bewohnte Insel zu Gast waren, sind die Magie wohl noch größer. So auch für den zentralen Charakter Tobias Nölles (Preparations for a Miracle) gedankenvollen Geflechts au Dokumentation und Drama. 

Der Schweizer Regisseur begleitet den Pariser Arzt Loran Bonnardot auf den Titelort, der für den jahrzehntelangen Besucher nun neue Heimat werden soll. Aber gibt es dort das, wonach Bonnartdot sucht? Und wonach sucht er eigentlich? Eine definitive Antwort ist in der meditativen Mischung aus filmischem Reisebericht und existenzialistischer Reflexion nebensächlich, nicht zuletzt, weil Bonnardot sie selbst nicht zu kennen scheint. Jahrelange Arbeit für Rate ohne Grenzen hat an ihm seelische Spuren hinterlassen. Der zurückhaltende Fokus rührt nur zaghaft an dieses tiefe Trauma.

Seine Profession und Paris will der ruhige Protagonist beide hinter sich lassen. Als diskrete Begleiterin folgt ihm die Kamera auf seiner eigenwilligen Mission zwischen Aussteigertum und Abenteuerromantik. Schwelgerische Bilder des malerischen Schauplatzes, dessen Einwohner*innen Bonnardot freundschaftlich begegnen, verknüpfen Archiv-Interviews aus dem Off mit Szenen der Evakuierung der Gesamtbevölkerung im Jahr 1961 bei einem Vulkanausbruch. Die historische Reise wird zum symbolreichen Spiegel Bonnardots Wegs, der weder zu neuen Erkenntnissen führt, noch an ein Ziel. Was bleibt, sind Fragen und vage Sehnsucht.

Fazit

In stillen Szenen, die Wunschdenken und Realität nicht immer klar auseinanderhalten, zeigt Tobias Nölle das verlockend entrückte Leben auf einem Außenposten der Zivilisation. Die winzige Vulkaninsel scheint idyllischer Zufluchtsort, wo Umweltzerstörung, Fundamentalismus und Kriege weit weg sind, und Traumgebilde. Poetische Überhöhung revidiert gezielt die Vermischung von Fakt und Fiktion, die daran erinnert, dass man inneren Schmerzen an den abgelegensten Flecken nicht entkommt. Meer, Klippen und Wiesen schaffen ein stimmungsvolles Panorama für die kinematische Kontemplation über Nähe und Distanz, Einsamkeit und Zugehörigkeit, Phantasie und Fernweh.

Kritik: Lida Bach

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