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Peter Jackson war in seiner Karriere schon für viele Überraschungen gut. Entweder erfand er mal einfach so das Subgenre des Splatterslapsticks oder machte sich als Visionär mit der „Herr der Ringe“-Trilogie George Lucas gleich. Aber auch mit „The Frighteners“ hatte der Neuseeländer ein Kleinod im Petto, das durchaus intelligenten Stoff zu bieten hatte. Mit „In meinem Himmel“ verdingte sich der Neuseeländer auch dem Dramagenre, das in Fantasy getaucht einen psychologischen Nährboden zu bieten hatte. Als Buchverfilmung der amerikanischen Autorin Alice Sebold sollte Jacksons visuelles Gespür ein guter Ausgangspunkt sein, doch kann dieses mehrschichtige Drama auch im Kino gut funktionieren?

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Die fünfköpfige Familie Salmon lebt in Norristown ein sehr harmonisches Leben, darunter auch die 14-jährige Susie (Saoirse Ronan). Als sie sich in den Jungen Ray verliebt, gerät sie an ihren Nachbarn George Harvey (Stanley Tucci), der sie in einen selbstgebauten Bunker lockt und anschließend ermordert. Susie erwacht daraufhin in einer Zwischenwelt, von wo sie den langsamen Zerfall ihrer Familie beobachten muss. Gleichzeitig ist sie aber auch gewillt, den Kindsmörder zur Rechenschaft zu ziehen und versucht so, Kontakt zur realen Welt aufzunehmen…

Dass sich Peter Jackson nicht zu schade ist, schwierige Stoffe zu verfilmen, dürfte allgemein bekannt sein. Auch „In meinem Himmel“ birgt eine vielschichtige Geschichte, die für das Kino nicht unbedingt einfach zu realisieren schien. Der recht lang anhaltende Beginn in der realen Welt und das sehr harmonische Familienbild geht anfangs noch als flippiges Drama durch, bis schließlich der Mord nicht visuell, aber in bildlicher Form die Zwischenwelt freigibt. Die Bildergewalt ist durchaus imposant anzusehen, wenn Bergkämme in Sekunden auseinander gleiten oder sich Blätter in einen fliegenden Schwarm verwandeln. In Sachen Gleichnissen gelingt es Jackson jedenfalls, uns mit einer wahren Bilderflut regelrecht zu erschlagen.

Leider ist genau hier auch der Knackpunkt der Geschichte zu sehen, weil dadurch der Bezug zur realen Welt schnell verschwindet. Man wird eher damit beschäftigt sein, die Bezüge der Bilder zur Realität einzuordnen, und somit drängt sich ein bisschen der Eindruck auf, dass die schönen Bilder eher Mittel zum Zweck sind. Jackson legt den realen Fokus eher auf den Serientäter, der mit Susies Monologen mehr an Profil gewinnt als die eigene Familie. So passiert es, dass man das Gefühlsleben von Susies Mutter nur in den wichtigsten Etappen erlebt, bis sie schließlich das Haus verlässt, um zu vergessen. Auch die Figur des Vaters sowie Susies Schwester Lindsay tragen dazu bei, dass Logiklücken vorprogrammiert sind, denn wenn Lindsay alleine durch den Blick auf des Mörders Haus einen Verdacht schöpft, wirkt das höchstens wie eine göttliche Fügung anstatt handfester Entwicklung. Der sprirituell angehauchte Plot würde besser funktionieren, wenn er nicht nur auf Annahmen gründen würde, so bleibt der bittere Beigeschmack, dass sich die zweite Spielhälfte wie von selbst auflöst. Noch schlimmer: Der Schluss verkennt dann letztlich genau das, was sich vorher so mühevoll aufgebaut hatte. So lösen sich die Spannungsmomente ins Nichts auf und setzt uns Alternativen vor, die letztlich nur eines aussagen wollen: „Dann ist es halt so.“

In dieser Aussage scheiden sich leider auch die Geister. Zwar war es offensichtlich beabsichtigt, aus den sonstigen Erzählstrukturen auszubrechen, muss sich aber auch die Kritik gefallen lassen, genau den falschen Weg zu gehen. Irgendwie wurschtelt sich der Plot schließlich doch zu einem Happy End, was aber in seiner Auflösung für den berüchtigten Vogelzeig sorgen dürfte. Zum Glück gilt das nicht für die Schauspielerleistungen, die über jeden Zweifel erhaben sind. Da bietet Saoirse Ronan eine tolle Performance (aber auf deutsch schrecklich monoton gesprochen wurde), und auch Stanley Tucci als teuflischer, unscheinbarer Kindsmörder hat sich seinen Golden Globe-Gewinn sowie die Oscar-Nominierung redlich verdient, ergänzt durch ein gutes Spiel z.B. seitens Mark Wahlberg oder Rachel Weisz.

Fazit

Während die Schauspielerleistungen auf einem enorm hohen Niveau angesiedelt sind, muss sich die Geschichte den Vorwurf gefallen lassen, sich die Vorschusslorbeeren im Finale reihenweise abringen zu lassen. So zerlegt sich die Story konsequent selbst in einer Spirale aus esoterischem Kitsch, der auch in leichten Zügen in der Zwischenwelt durchblickt. So offenbart sich 100 Minuten guter Plotaufbau, der ein abweichendes Finale bieten wollte, aber sich dadurch konsequent lächerlich macht. Für schauspieleraffine Filmfans ist „In meinem Himmel“ jedoch ein wahres Fest.

Autor: Sascha Wuttke

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