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Am Lagerfeuer erzählt ein alter Kapitän von einem an der Küste von Antonio Bay durch falsche Positionslichter gesunkenen Schiff, das sechs Männer des Ortes ausraubten. Am Vorabend der Hundertjahrfeier legt sich Nebel über die Stadt, unerklärliche Dinge geschehen. Im Leuchtturm wird die junge Stevie von übersinnlichen Phänomenen bedroht. Die Einwohner flüchten in die Kirche, wo sie Pater Malone aufklärt: Die Geister der ertrunkenen Seeleute fordern Rache, wollen je einen Nachkommen der damaligen Mörder. Pater Malone ist der letzte.
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Kritik

John Carpenter hat viele Meisterwerke in seinem Output vorzuweisen; Genre-Filme, die nicht selten Grund dafür waren, weshalb so mancher Knilch den Wunsch hegte, später einmal als Regisseur sein Geld zu verdienen. Nachdem sich in Kentucky aufgewachsene Filmemacher frühzeitig mit„Dark Star“und „Assault – Anschlag bei Nacht“ einen ordentlichen Namen in der Branche machen konnte, folgte im Jahre 1978 der absolute Volltreffer: „Halloween – Die Nacht des Grauens“ erblickte das Licht der Welt, eine kinematographische Großtat, auch über die Grenzen des Slashers hinaus, und womöglich Carpenters stärkste Arbeit neben „Das Ding aus einer anderen Welt“. In dieser Schaffensphase, von den frühen 1970er bis ins Jahre 1982, kam auch der gar wunderbare „The Fog – Nebel des Grauens" in die Kinos, reinrassiges Grusel-Kino, wie man es heute schmerzhaft in den Lichtspielhäusern vermissen muss. John Carpenter bewies schnell, wie kompetent er darin ist, mit minimalistischen Mittel ein Maximum an Suggestion zu evozieren – So auch in diesem Fall.

Das Carpenter'sche Minimalismus trägt allein schon dort Früchte, wo der von ihm eigens komponierte Soundtrack einsetzt: Feinste Synthesizer-Klänge akzentuieren die Atmosphäre kontinuierlich, verdichten und intensivieren sie. Für das verschlafene (und selbstverständlich fiktiven) Küstennest Antonio Bay ist diese musikalische Untermalung natürlich ideal, stülpt sie dem urigen Städtchen doch einzig einen leichten Schleier über die Dächer, anstatt diese unter blökenden Getöse zu zerschlagen, wie es im modernen Horror-Film dank Jump-Scare-Überdruss Gang und Gäbe geworden ist. Stattdessen beschwört John Carpenter Urängste auf und lässt eine glühende Nebelbank vom Meer aufs Festland schweben, in dessen Innerem sich ein Meute untoter Seeleute verschanzt hat, dessen Schiff vor 100 Jahren an den Klippen von Antonio Bay zerschellen musste – Hiesige Siedler zeigten sich durch ihr klaffende Raffgier gewissenlos und lenkten den opulenten Kübel durch ein falsches Leuchtfeuer in ihr Verderben. Und wann könnte nun der bessere Zeitpunkt sein, um auf Rache zu sinnen, als zur Jubiläumsfeier.

Wenn das Nebelhorn unheilvoll aus der Ferne grölt, rollt die Gänsehaut wie eine Lawine über den Körper des Zuschauers: „The Fog – Nebel des Grauens“ ist noch Kino, in dem es nicht um den lauten Knall, den tumben Effekt, sondern um das nachhaltige Gruseln geht. Statt auf expliziten Gewalteskapaden zu plädieren, versucht John Carpenter dem Zuschauer die knochigen Finger der stampfenden Geister um den Hals zu legen. Wie der alte Matrose zu Beginn einer sich ums Lagerfeuer versammelten Kinderschar mit der Geschichte der verunglückten Seemänner einen Schauer über den Rücken jagt, versetzt auch Carpenter sein Publikum in die verängstigte Rolle der verschreckten Kleinen, die sich den Worten des Erzählers (wir also den zum Teil wirklich bestechenden Cinemascope-Kompositionen) nicht entreißen kann. Mit dem Nebel, der verschleiernden, vertuschenden, verbergenden, alles verschlingenden Monstrosität, enthält auch die bittere Wahrheit Einzug in die Küstenstadt: Wer Verbrechen sanktioniert, sieht sich auf der Klinge (oder hier: dem Enterhaken) der Verleugnung hinabgleiten.

Fazit

„The Fog – Nebel des Grauens“ ist nach wie vor höchstgradig effektives Grusel-Kino, wie man es dieser Tage nicht mehr zu sehen bekommt und deshalb umso mehr schätzen muss. Statt auf Exzess zu bauen, lässt John Carpenter die gespenstische Atmosphäre Rechnung tragen. Ein wunderbares Stück Kino.

Autor: Pascal Reis

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