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Ted und Tami-Lynn sind frisch verheiratet und wollen ein Baby, doch dafür muss Ted beweisen, dass er eine richtige Person ist. Da er aber kein Mensch, sondern ein Teddybär ist, zieht er mit seinem Kumpel John vor Gericht, um so seine Rechte durchzusetzen.

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Kritik

Das ist er wieder, der zum Leben erwachte Teddybär, der ersonnen wurde von „Family Guy“-Creator Seth MacFarlane. Über 540 Millionen US-Dollar spielte der erste Teil ein. Das ist nicht nur eine stolze Summe, sondern auch ein Rekord und Hollywood liebt Rekorde. „Ted“ ist also die erfolgreichste Komödie für Erwachsene, die auf einer originalen Idee basiert, also weder ein Remake, Reboot oder einen Verfilmung eines literarischen Vorbildes. Noch mehr als Rekorde liebt Hollywood aber natürlich Erfolge, weil diese den Geldspeicher füllen und im idealsten Falle gleich ein Franchise generieren, welches man dann einige Male schröpfen kann. „Ted“ ist auf dem besten Weg dahin, denn ein dritter Teil ist eigentlich nur eine Frage der Zeit. Doch bevor ein leuchtendes Fragezeichen über „Ted 3“ aufglüht, wird sich hier erstmal nur um etwas anderes gekümmert: Wie ist „Ted 2“ denn so?

Seth MacFarlane, der hier wieder als Regisseur, Autor, Produzent und Voice Actor in Erscheinung tritt macht wenig Neues mit seinem Stoffhelden. „Ted 2“ vertraut blind auf die Mechaniken, die bereits Teil 1 nutze. Weiterentwicklungen? Neuerungen? Fehlanzeige. „Ted 2“ ist von einem Fortschritt ungefähr so weit entfernt wie RTL2 mit einer Kooperation mit ARTE. Besaß „Ted“ alleine durch seine liebenswerte wie durchaus kecke Idee eine komödiantische Faszination, lautet die Devise des Sequel: Feuern aus allen Rohren. Daran ist an sich nichts auszusetzen, wäre da nicht das Problem, dass sich Teil zwei, wie auch sein Vorgänger, vor allem über die Freundschaft zwischen Ted (der hier endlich einen Nachnamen erhält) und John Bennett (Mark Wahlberg) definiert.

Doch MacFarlane bringt hier keine wirkliche Bewegung hinein. Alles bleibt dasselbe. Zwar wird John eine Lebenskrise wegen seiner Scheidung von Ex-Frau Lori (im ersten Teil von Mila Kunis gespielt wurde) angedichtet, aber diese Facette verpufft im Nichts aus schnell herunterkonzipierten Gags, die für die FSK12-Freigabe des Films wirklich teilweise sehr grenzwertig sind. Gerade das Fehlen der Figur Lori ist schädlich für den Film, war sie doch eine Art Gegengewicht für John und Teds Eskapaden. Als Ersatz darf nun Amanda Seyfried als kiffende Junganwältin mit popkulturellen Differenzen sich an John ran schmeißen. Das Ergebnis: Es gibt keine Reibung mehr. Alles verflacht und verödet.

Gewiss, „Ted 2“ will keine große Kunst sein und das muss er auch nicht. Aber mit seiner schlaffen Erzählung, ungenutzten Chancen aus dem lahmen Trott der Erwartungserfüllung auszubrechen und vor allem Pointen, die abseits von genitalbezogenen Beleidigungen wenig zu bieten haben, bleibt das Sequel der Erfolgskomödie ganz einfach hinter den Erwartungen zurück. Wirklich gut ist „Ted 2“ eigentlich nie. Annehmbar immer dann, wenn Regisseur MacFarlane Gaststars integrieren und humoristische Nerd-Phantastereien bedienen kann. Das ändert aber nichts daran, dass „Ted 2“ niemals eine konstant gelungene Narration gelingt und gerade dann, wenn das Sequel wirklich Zähne zeigen könnte (so spielt die amerikanische Spielzeugfirma Hasbro eine gewichtige Rolle im Film), zieht MacFarlane lieber den Schwanz ein und macht Witzchen über… na ja, meist halt über Schwänze. Das ist sehr schade.

Gleiches gilt für die im Film gestellte Frage, ob Ted eine Person ist, oder vielleicht doch einfach nur ein Gegenstand. Dieser Aspekt der Story hätte Potenzial gehabt – durchaus, nein, vor allem auch in humoristischer Sicht -, aber machen wir uns nichts vor, diese Thematik ist nur einer von vielen Aufhängern, die „Ted 2“ lediglich nutzt für müde Kanonaden, die aufs Zwerchfell zielen, aber meist dann doch nur lethargisch ins Nichts treffen. Kurz: "Ted 2" ist ein schlechter Witz.

Fazit

„Ted 2“ besitzt nicht mehr das Pfiffige des ersten Teils. Der sprechende, fluchende, kiffende, saufende und sexuell sehr experimentierfreudige Plüschbär bleibt seinen Schablonen treu. Dies macht das Sequel weder amüsanter noch frecher, als seinen enorm erfolgreichen Vorgänger. Es beweist nur, dass Seth MacFarlane sich regelrecht feist sowie faul bei den durch Teil eins profilierten Stilmitteln bedient, ohne diesen jedoch einen neuen Drive zu verpassen. So ist „Ted 2“ vielleicht zeigefreudiger und noch rabiater in seinem Bestreben Pointen ohne eine Art von Grenze darzubieten, aber eigentlich ist er ein gutes Beispiel für reinrassige Mutlosigkeit. MacFarlane kann durchaus bösen wie vor allem überraschenden Humor an den Mann bringen, aber bei „Ted 2“ ist davon (genau wie in seiner ähnlich misslungenen Western-Komödie „A Million Ways to Die in the West“) wenig zu spüren.

Autor: Sebastian Groß

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