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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Der in die Jahre gekommene Ex-Marshal Steve Judd wird von der Bank in Sacramento beauftragt, einen Goldtransport aus einer Mine hoch in den Bergen bis hinunter in die Stadt durchzuführen. Sein früherer Weggefährte Gil Westrum und dessen junger Begleiter Heck, die sich in Sacramento als Schausteller verdingen, bieten Judd an, ihn zu begleiten, was dieser annimmt. Was Judd nicht weiß, ist, dass Westrum und Heck planen, das Gold zu stehlen. Auf dem Weg in die Berge treffen sie auf die junge Elsa, die ihrem streng religiösen Vater zu entfliehen sucht, um den Goldgräber Billy Hammond zu heiraten. Elsa schließt sich der Gruppe an. In der rauen Goldgräberstadt angekommen, muss Elsa jedoch feststellen, dass Billy und seine Brüder, mit denen er zusammenlebt, skrupellos und gewalttätig sind. Als Billy Elsa in deren Hochzeitsnacht vergewaltigen will, flieht sie zu Judd und seinen Begleitern und bittet um deren Schutz.
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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Schon die Anfänge von Sam Peckinpah (Wer Gewalt sät) waren nicht frei von Kontroversen und so kam es bereits bei seinem zweiten Spielfilm zu Reibungen mit dem neuen Produzenten, was ein Minimum an Marketing und dadurch verbunden einen finanziellen Misserfolg darstellte. Für Peckinpah lässt sich der Film dennoch als Durchbruch verzeichnen, durfte er doch im Gegensatz zu seinem Erstling weitaus stärker seine eigene Handschrift einfließen lassen und große Teile der Dialoge verändern. Im Vergleich zu seinen späteren Werken mutet Sacramento zwar etwas untypisch an, thematisiert aber nichtsdestotrotz bereits später wiederkehrende Motive. Zusammen mit dem ein Jahr zuvor erschienen Der Mann, der Liberty Valance erschoss, bei dem kein geringerer als John Ford (Der schwarze Falke) auf dem Regiestuhl Platz nahm, gilt Sacramento als Grundstein des Spätwesterns. Jenen Vertretern also, bei dem die staubigen Weiten des Wilden Westen in tiefe Schatten getaucht und idealisierte Genremotive einem pessimistischen und ungeschönten Blick weichen müssen.

Schnell wird deutlich, dass Sacramento einen Helden porträtiert, der seine besten Jahre längst hinter sich hat. Als Joel McCrea (Sullivans Reisen), passenderweise die letzte Rolle seiner Karriere, in der allerersten Szene eine sichtlich modernisierte Westernstadt betritt, werden die Spannungsfelder des Films bereits deutlich. Das hektische Treiben eines Pferde-Kamel-Rennens und die ersten Automobile konterkarieren seine klassische, beinahe gemächliche Erscheinung. Im weiteren Verlauf beweist er zwar seine Rüstigkeit, stößt sich jedoch immer wieder auf moralischer Ebene mit seinem Umfeld. Denn sein alteingesessener Moralkodex scheint längst obsolet geworden zu sein, Ideale gibt es kaum mehr und Egoismus durchzieht das Handeln aller Beteiligten. Der junge Ron Starr (Café Europa) wird dabei zu seinem angelernten Nachfolger im Geiste und wandelt sich vom eingebildeten Frauenheld zum beinahe demütigen Westernideal.

Peckinpah findet in diesem Wirkungsfeld aus Tradition und Fortschritt, dem Festhalten an klassischen Idealen und den Konflikten, die dadurch entstehen, seine dramaturgische Tragkraft. Dabei ist vor allem angenehm, wie die zunächst etablierte Hauptaufgabe eines Goldtransports immer stärker in den Hintergrund rückt und stattdessen die Leiden einer starken, wenn auch einfältigen, jungen Frau (Mariette Hartley, Marnie) thematisiert werden. Auch dort geht es um Ideale, um Selbstbestimmung und um die bisweilen schmerzlich ungerechte Rechteverteilung im Wilden Westen. Immer wieder prallen dabei Welt und Weltbild aneinander, weil Erwartung und Wirklichkeit nicht mehr übereinstimmen. Im Festhalten daran liegt Tragik und Schönheit zugleich, denn auch wenn der Western sein Ende findet, so leben zumindest seine Helden weiter.

Fazit

„Sacramento“ mag zunächst nicht wie ein typischer Vertreter aus Sam Peckinpahs Oeuvre anmuten, offenbart bei genauerer Betrachtung jedoch einige essentielle Kernthemen seines späteren Schaffens. Zwischen gebrochenen Idealen und aufdringlicher Rücksichtslosigkeit steht ein alternder Westernheld, der seinen Werten treu bleibt – auch wenn die Zeit diese längst obsolet erscheinen lässt.

Kritik: Dominic Hochholzer

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