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Quelle: themoviedb.org

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Inhalt

Eben hat die alleinerziehende Mutter Renee noch ihren Sohn bei ihrem Ex-Mann abgesetzt, da zerrt sie eine Gruppe Unbekannter in einen Van und entführt die junge Frau. Als sie von der Dosis Schlafmittel, die ihr verabreicht wurde, wieder aufwacht, findet sie sich an eine Liege gefesselt wieder. Ihre Peiniger wollen sie mit ihren schlimmsten Ängsten konfrontieren. Was erhoffen die Fremden sich davon? Die Antwort scheint in Renee selbst zu liegen.

Kritik

Mit dem Namen Steven Shainberg (Fell – Ein imaginäres Portrait von Diane Arbus) wird wohl kaum jemand etwas anfangen können. Der Film Secretary, der im Jahre 2002 dazu beitrug, Maggie Gyllenhaal (The Dark Knight) zu einer größeren Bekanntschaft zu verhelfen, jedoch dürfte ein Begriff sein. Die Sadomaso-Romanze, die die intensive Beziehung zwischen einer Rechtsanwaltssekretärin und ihrem Boss verfolgt, war nicht auf den großen Schock ausgelegt, sondern fand in der intimen Eintracht zweier Seelenverwandte genau die ungezwungene Größe, die ein moralisierendes Kommerzprodukt der Marke Fifty Shades of Grey nie erreichen wird. Nachdem es viele Jahre still um Regisseur Shainberg wurde, hat es sein neustes Werk, Rupture – Überwinde deine Ängste, nun in die Heimkinoregale geschafft – und erneut spielt das Thema Sadismus eine nicht untergeordnete Rolle.

Rupture – Überwinde deine Ängste betrachtet den Sadismus in diesem Fall allerdings nicht als Gegenstand sexueller Befriedigung, sondern nimmt zuweilen durchaus stimmungsvoll Anklang am thematischen Ausverkauf des Torture-Kinos, welches seit Filmen wie Saw und Hostel Hochkonjunktur im Horror-Sektor feiern darf. Mit der alleinerziehenden Mutter Renee (Noomi Rapace, Prometheus – Dunkle Zeichen) wird dem Zuschauer nicht nur eine herkömmliche Sympathiefigur vorgestellt, die sich mit Allerweltsproblemen im innerfamiliären Kosmos herumschlagen muss. Steven Shainberg versetzt uns auch gekonnt in die spannungsträchtige Lage der Hauptdarstellerin und gleicht den Wissenstands zwischen der Protagonisten und dem Zuschauer über die Laufzeit von gut 100 Minuten exakt ab. Rentieren wird sich diese absolute Identifikation in dem Moment, in dem Renee von Unbekannten entführt wird und auf der Ladefläche eines Transporters wieder aufwacht.

Von nun an bestimmen Verwirrung, Hilflosigkeit und Beklemmung die Tonalität des Films. Renee sieht sich einem Experiment ausgesetzt, in dem sie sich fortwährend mit ihren tiefsten Ängsten, Zwängen und Phobien auseinandersetzen muss. Und Rupture – Überwinde deine Ängste gelingt es durchaus, Spannung im Zuge der Undurchsichtigkeit des Szenarios zu generieren, nicht zuletzt durch die prägnante Farbdramaturgie, die dem italienischen Kino der 1970er Jahre entlehnt zu sein scheint und Renees Peiniger zusätzlich in ein zwielichtiges Licht verschiebt. Shainbergs Inszenierung aber weist auch auf, wie lange sich diese dramaturgische Form von ausgeprägter Geheimniskrämerei auf den Beinen halten kann: Nur so lange, bis eine Antwort in Sichtweite ist. Bahnt sich die Auflösung an, ebbt die Anspannung im Narrativmotor unverkennbar ab, eben weil er zu forciert darauf scheint, Erklärungen zu liefern.

Fazit

Vermisst haben wird Steven Shainberg wohl niemand, sein „Comeback“ mit "Rupture – Überwinde deine Ängste" allerdings ist kein Totalausfall: Über mehr als die Hälfte der Laufzeit versteht der Film es durchaus, das Interesse des Zuschauers für sich zu beanspruchen und kann sich auf eine gut aufgelegte Noomi Rapace verlassen. Bemüht sich "Rupture – Überwinde deine Ängste" aber darum, Antworten auf die vielen Fragen zu liefern, verliert der Film seinen Reiz.

Autor: Pascal Reis

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