6.0

MB-Kritik

Rebirth 2011

Action, Drama – France, Thailand

6.0

Jonathan Patrick Foo
Caroline Ducey
Michaël Cohen
Aphiradi Phawaphutanon
Winai Kraibutr
Kowitch Wathana
Lioutsia Goubaidoullina
Julaluck Ismalone
Thiraphong Riawrukwong
Dom Haetrakul
Pream Busala-Khamvong
Sura Theerakon
Oliver Bever
Jaturong Kolimart
Howard Wang
Ratthawish Saksirikoon

Inhalt

Eine Kugel im Kopf ist das grausame Souvenir, das Manit (Jon Foo) für immer an den schlimmsten Tag seines Lebens erinnern wird: Als Zehnjähriger musste er mit ansehen, wie seine Eltern auf brutale Art und Weise erschossen wurden – er selbst überlebte schwer verletzt. Seither kennt er keine Gefühle mehr: keinen Hass, keine Wut, aber auch keine Freude und keine Liebe. Ein Kampfkunstmeister nimmt sich des Waisenjungen, der von den Gangstern immer noch verfolgt wird, schließlich an und gibt ihm ein neues Zuhause. Zwanzig Jahre später hat Manit alles von seinem Pflegevater gelernt und kennt fortan nur noch ein Ziel: Gerechtigkeit. Und so macht er sich auf, seine ehemaligen Häscher zu finden, um sie der gerechten Strafe zuzuführen. Doch die Korruption in den Tiefen Bangkoks ist größer, als sich das Manit jemals vorstellen konnte…

Kritik

Der französische Schauspieler Jean-Marc Minéo (Femme Fatale, Baise-moi – Fick mich!) hat vor allem zwei Leidenschaften: Die Kampfkunst sowie die Filmkunst. In seiner dritten Regiearbeit und seinem Spielfilmdebüt Rebirth – Rache stirbt nie (OT: Bangkok Renaissance), kann er nun beides miteinander verbinden und erschafft mit dem kleinen Indie-Projekt dabei ein durchaus ansprechendes Martial-Arts-Abenteuer, welches vor allem Fans begeistern wird. Dies liegt indes keineswegs an einer raffinierten Story oder einer gewagten Inszenierung, sondern vor allem an der Kompromisslosigkeit, mit welcher Jean-Marc Minéo die französisch-thailändische Kooperation präsentiert. Denn gerad durch die Verbindung von hartem wie schnellen Muay thai sowie dem Kampfsportexperten Jon Foo (Tekken, Universal Soldier: Regeneration), entsteht eine interessante Mischung, die an Filme von Tony Jaa sowie Iko Uwais erinnert. Zwar bleibt Rebirth schließlich, auch wegen einer teils mangelhaften Erzählung, hinter seinen Kollegen zurück, doch wer auf erfrischende wie spektakuläre Fights mit ungewöhnlichen Settings steht, wird um diese kleine Indie-Perle nicht herum kommen.

Rebirth ist indes gerade erzählerisch keineswegs ein Meilenstein des Genres: Aus Mord wird Rache, mit anschließender kurzen Trainingsphase sowie der Jagd nach den eigentlichen Bösewichtern. Kommt dann noch etwas Korruption sowie die dreckigen Straßen von Bangkok dazu, ergibt sich ein Revenge-Martial-Arts-Film, der so bereits unzählige Male erzählt wurde. Zumindest in Sachen Klischees, die Jean-Marc Minéo dennoch gerne bei Charakteren sowie Bösewichtern verwendet, kann sich aber der Film dann doch noch etwas abheben. Denn während andere Werke gerne einmal gradlinig den Helden hochstilisieren, zeigt sich Manit von einer ganz anderen Seite: Gefühlskalt, stets mit einem frechen Spruch auf den Lippen, streift er kühl durch die Szenerie, um sich schließlich brutal wie spektakulär durch die Gegner zu prügeln. Vorhersehbar bleibt die Story so nur begrenzt und auch in Sachen Humor, gibt es so immer mal wieder eine kleine Überraschung. Logikfehler, schnelle Schnitte, eine viel zu dunkle Optik sowie teils laienhafte Darsteller, trüben dieses aber merklich. Letztlich bleibt so vor allem nur noch eines übrig, was Rebirth zu einem interessanten Trip macht: Die Kampfkunst. Und gerade hier, kann sich Drehbuchautor sowie Regisseur Jean-Marc Minéo nicht viel vorwerfen lassen.

Zwar sind viele der gezeigten Fights relativ kurz choreografiert und werden mit vielen Schnitten (die sich aber in Grenzen halten) untermalt, doch eines bleiben sie dennoch: Höchst intensiv, brutal und vor allem schonungslos. Da werden ebenso schnell Knochen gebrochen, wie Saltos geschwungen und Schläge ausgeteilt. Jon Foo leistet hierbei als junger Manit einen hervorragenden Job und zeigt sich von seiner besten Seite. Zudem gibt es in Rebirth einige Highlights, die so noch kein Martial-Arts-Film offenbart hat: Dazu zählt nicht nur eine höchst spektakuläre Fight-Szene in der U-Bahn (inklusive Kick aus dem Fenster), sondern auch eine Schattenszene mit Tarantino-Flair sowie ein sechs gegen eins-Kampf, der eine gehörige Überraschung parat hält. Das Budget, gerade einmal 1,4 Millionen Euro, sieht man den Kämpfen schließlich aber dennoch an, wodurch etwas vom Potenzial verloren geht. Wer aber auf gut getimte wie spektakuläre Martial-Arts-Action steht, bekommt hier genau das, was er sucht.

Fazit

"Rebirth - Rache stirbt nie" ist keineswegs ein Meisterwerk des Genres. Dafür ist das Budget des Rache-Streifen zu niedrig, die Story an vielen Stellen zu bekannt und letztlich auch die Inszenierung oftmals zu laienhaft. Dennoch schafft es Regisseur Jean-Marc Minéo ein Martial-Arts-Abenteuer abzuliefern, welches gerade von seiner Action lebt und hier gerne einmal auf vollkommene Überraschung setzt. Für Fans ist der Film somit Pflichtprogramm. Alle anderen können sich diese Jagd nach Gerechtigkeit aber sparen.

Autor: Thomas Repenning
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