Inhalt
Auf fünf Kontinenten begegnet der Film Landwirten, Wissenschaftlern und indigenen Führungspersönlichkeiten, die das Verhältnis der Menschheit zum Land neu gestalten.
Kritik
„I know what you‘re thinking: Not another one of these depressing environmental documentaries!“, verkündet Woody Harrelson (Full Phil) zu Beginn Josh und Rebecca Harrell Tickells (Kiss the Ground) optimistischem Öko-Pamphelt, das sich ostentative gegen alle drei abgrenzt: deprimierend, Umwelt und Dokumentation. Klimakatastrophe, schwindende Ressourcen, der drohende ökologische Kollaps - alles Miesepeterei! Die episodische Präsentation alternativer Landwirtschaftsprojekte folgt dem Trend zum zwanghaften Optimismus.„This film is different!“, versichert Harrelson aus einem Tonstudio, wo man ihn zwischen instagram-tauglicher Exposition und Talking Heads Interviews mit Akteuren der Landwirtschaft und Wissenschaft sitzen sieht.
In der gleichen Positionierung sieht man auch Demi Moore sitzen, die mit Harrelson 1993 in Indecent Proposal und zuletzt 2010 in Bunraku gemeinsam vor der Kamera stand. Dazu tritt Prinz William als Teil des prominenten Voice-Cast in die filmischen Fußstapfen seines Vaters, der in zahlreichen Umwelt-Dokus auftrat. Die bewährte Taktik mit Star-Stimmen Publikum anzulocken und Glaubhaftigkeit zu kreieren, selbst wenn besagte Filmgrößen keine Autoritäten auf dem Themengebiet sind, meinte Regie- und Ehepaar Tickell augenscheinlich nicht mit „anders“. Letztes sind vorrangig die euphemistische Stimmung und der pompöse Ton.
Der verspricht „a solution to a whole bunch of problems“ wie zerstörte Ökosysteme, ausgelaugte Böden, den Verlust von Biodiversität und Mangelversorgung. Und besagte Lösung ist (Trommelwirbel): Nachhaltigkeit! Um darauf zu kommen, dass hochindustrialisierte Landwirtschaft, Monokulturen und Massentierhaltung keine langfristige Lösung darstellen, studierten die Tickells tausende Anbaustätten auf fünf Kontinenten. Dekorative Bilder kollektiver Kleinbetriebe und lokalen Initiativen, die mit umweltverträglichen Methoden köstliche Nahrung produzieren, begleiten pädagogische Erklärungen im Reklametenor. Das Resultat ist ein Travelogue cum Food-Blog eines hyperprivilegierten Hipster-Pärchens, das Ästhetik als Problembewusstsein verkauft. .
Fazit
„This film is about something we all love. It’s about food.“, umschreibt Woody Harrelson die strategische Kommodifizierung der pseudo-revolutionären Plattitüden Josh und Rebecca Harrell Tickells derivativer Doku. Der dritte Teil in der Ground-Trilogie, angefangen mit "Kiss the Ground" und "Common Ground", knüpft an den Hochglanz-Look und pathetischen Gestus der Vorgänger an als ein dokumentarisches Coffee-Table-Book. Dessen glatte Optik und simplizistische Lösungsversprechen repräsentieren einen Idealismus, der Ignoranz der ökonomischen und strukturellen Realität entspringt. Ein “regeneration roadtrip”, der Recycling auf die Neuvermarktung ökologischer Plattitüden bezieht
Autor: Lida Bach