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Dr. Morbius, der an einer gefährlichen Blutkrankheit leidet, wagt ein verzweifeltes Unterfangen, um sich und den Menschen zu helfen, die sein Schicksal teilen. Was anfangs als fundamentaler Erfolg erscheint, entfesselt schon bald einen dunklen Abgrund in Morbius. Wird das Gute das Böse außer Kraft setzen oder Morbius seinen neuen unerklärbaren Bedürfnissen erliegen…?

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Nach Venom und dem Sequel Venom: Let There Be Carnage baut Sony jetzt mit Morbius ihr Spider-Man-Universum weiter aus. Dafür hat sich das Studio anscheinend zur Aufgabe gemacht, bekannte Gegenspieler der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft zu (Anti-) Helden umzumodellieren. Diese Mutlosigkeit ist bedauernswert, aber zumindest der erste Venom bot einen unterhaltsamen, weil frei drehenden Tom Hardy, während die Fortsetzung sehr wahrscheinlich nur wegen der Post-Credit-Scene existierte – oder weiß jemand noch genau, worum es eigentlich im Film selbst ging? Jetzt soll aber endlich Morbius das Sony Universum erweitern. Bereits im Sommer 2020 sollte der Film erscheinen. Der Erfolg von Spider-Man: No Way Home und natürlich vor allem COVID-19 sorgten aber dafür, dass der Vampir erst Ende März 2022 seine Fangzähne in die Leinwände versenken kann.

Hier könnte jetzt ein großes, ellenlanges Pamphlet gegen Morbius stehen, denn der Film ist – um es kurz zu machen – schlicht und ergreifend nicht gut. Er ist aber nicht in der Art misslungen, dass er irgendeine Reaktion auslöst. Er ist so lieblos wie selbstgefällig, so faulig konstruiert, so inspirationslos umgesetzt, dass er sich nicht mal dafür eignet, sich über ihn aufzuregen. Dieser Film befindet sich in einer kruden, kuriosen Parallelwelt der Redundanz. Ein fataleres Fazit kann es nicht geben, aber dieses hat sich Morbius redlich verdient, dessen Drehbuch frei von Temperament oder überhaupt Sorgfalt ist.

Warum zum Beispiel bauscht der Film die Enthüllung des Schurken so auf, wenn es insgesamt nur vier wirkliche Figuren gibt, wovon eine der Titelcharakter ist? Gegen wen der gute Vampir kämpfen muss, ist eigentlich schon nach den ersten fünf Minuten klar. Genauso wie dass sich die Macher nicht wirklich darum gekümmert haben, eine interessante oder auch nur ansatzweise lebendige Welt zu erschaffen. Es ist halt das Spider-Man-Universum. Aber es reicht nicht, dies nach dem Abspann mit zwei Szenen zu referenzieren und immer wieder die fiktive Zeitung Daily Bugle in die Kamera zu halten.  

Es geht vor allem um die Welt und um die Figuren um diese herum. Warum zum Teufel sind Morbius und sein Freund Lucien als Kinder nur im Krankenhaus? Wo und wann spielt der Beginn überhaupt? Wo sind ihre Eltern? Warum hat der erwachsene Lucien einen Türsteher und ist anscheinend plötzlich vermögend? Kümmert sich ihr Arzt (, Chernobyl) wirklich nur um die beiden? Welche Funktion haben eigentlich diese beiden Cops (u. a. Fast & Furious-Star ) und warum lässt es sie relativ kalt, dass sie einen Vampir jagen? Es mag kleinkariert und verbohrt wirken, aber weil der Film einfach nichts bietet, womit der eigene Kopf arbeiten kann, bieten sich solche Fragen einfach an. Die Antwort lautet wahrscheinlich, dass Sony lieber viel Arbeit in die Erweiterung ihres Spiderverse steckt, statt Akkuratesse.

Aber hey, immerhin hat Morbius ja Oscar-Preisträger in der Titelrolle. Der bot ja zuletzt in House of Gucci eine wunderbare Performance, die in ihrer Exaltiertheit umwerfend war. Die Goldene Himbeere, die er dafür bekam, sollte wirklich als Ehrung gelten und nicht als Schmähung. Bedauerlicherweise spielt er unter der Regie von (Life) in dem Sony-Blockbuster leider so langweilig und herunter gedampft, dass die Vermutung aufkeimt, er würde versuchen, eine imaginäre Oscar-Academy von seinem Spiel zu überzeugen. Es hätte Morbius so unglaublich gut getan, wenn er, ähnlich wie Hardy in Venom, sich dem darstellerischen Exzess hingegeben hätte. Tut er aber nicht. Was wir bekommen, ist enttäuschenderweise nur philiströse Langeweile.

Etwas mehr aufspielen darf der ehemalige Doctor Who als Lucien. Erwarten sollte man nicht zu viel, aber wenn jemand im dezenten Rahmen den Eindruck erweckt, er hätte ein wenig Freude beim Dreh gehabt, dann ist es Matt Smith, der seine böse Seite letztes Jahr in Last Night in Soho wesentlich besser zur Schau stellte. Ach Mist, jetzt wurde hier tatsächlich verraten, wer der Bösewicht in Morbius ist. Wenn ihr jetzt sauer seid, hat diese Rezensionen schon mehr ausgelöst, als der gesamte Film. Gern geschehen.

Fazit

Wenn Gleichgültigkeit eine Sportart wäre, dann wäre "Morbius" Mohammed Ali, Cristiano Ronaldo und Steffi Graf in Personalunion. Der Blockbuckster aus Sonys Spider-Man Universum ist so desinteressiert daran eine wirkliche Geschichte zu erzählen, dass einem die pure Wut überkommen könnte, wenn der Film nicht so elendig redundant wäre. Jedwede Form von Emotionen für und gegen "Morbius" ist nicht mehr als eine Verschwendung von Ressourcen.

Autor: Sebastian Groß

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