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Als ein US-Navy-Pilot (Ryan Reynolds) während einer streng geheimen Mission im Kalten Krieg in feindlichem Gebiet gefangen ist, liegt seine einzige Überlebenschance darin, sich mit einem exzentrischen Ex-KGB-Agenten (Kenneth Branagh) zu verbünden.
"Mayday" ist ab dem 4. September auf Apple TV zu sehen
Kritik
Über mangelnde und auch gut bezahlte Rollenangebote kann sich Ryan Reynolds gewiss nicht beschweren. Viele davon fallen für ihn mittlerweile auch in den Streaming-Bereich, für den er bereits Filme wie Spirited, Red Notice, The Adam Project oder 6 Underground ablieferte. Mit der Action-Komödie Mayday des Regie-Duos John Francis Daley und Jonathan Goldstein (Game Night, Dungeons & Dragons: Ehre unter Dieben) folgt nun auch schon der nächste Streifen, diesmal exklusiv für Apple TV.
Ein amerikanischer Pilot crasht während einer Erkundungsmission hinter feindlichen Linien (in dem Fall die Sowjetunion) und muss es auf sich alleingestellt irgendwie wieder in seine Heimat schaffen. Neu ist der Plot nicht, die Möglichkeiten für spannendes oder unterhaltsames Popcorn-Kino sind aber durchaus gegeben. Bis Mayday aber ein wenig in Fahrt kommt, vergeht zunächst einige Zeit. Genauer gesagt, bis Kenneth Branagh (Hamlet) als ehemaliger KGB-Agent die Bühne betritt und sich als amerikanischer Fan als Hilfe anbietet. Auch wenn Reynolds das eigentliche Aushängeschild des Films ist, liefert er nicht mehr als gewohntes Programm ab. Bedeutet, Reynolds ist einmal mehr einfach nur Reynolds, indem er mit Charme, Sarkasmus und flotten Sprüchen um sich wirft. Nett, aber altbekannt und dadurch auch ein Stück weit langweilig. Tatsächlich ist es Branagh, der dem großen Star die Show stiehlt. Zum einen ist seine Rolle sehr sympathisch gestaltet, zum anderen meistert er die Actionszenen quasi im Alleingang.
Die Erwartungshaltung an die Action sollte allerdings nicht zu hoch angesetzt werden, mehr als Durchschnittskost wird hier nicht geliefert. Passend für einen passablen Streaming-Abend, aber wenig erinnerungswürdig. Immerhin wird das ganze Geschehen verspielt von Kameramann Barry Peterson vor der Linse eingefangen, sodass der Schlagabtausch gegen sowjetische Truppen und Agenten von ein paar kreativen Einstellungen begleitet und aufgewertet wird.
Zwischen Branagh und Reynolds entwickelt sich zwar lange nicht die Chemie einer Buddy-Action-Komödie vom Schlag eines Lethal Weapon oder Bad Boys, misslungen ist das Gespann allerdings auch nicht. Einen gewissen Reiz üben die beiden eben doch aufeinander und auf den Zuschauer aus. Kleine herzerwärmende Momente, beispielsweise wenn die Tochter von Branaghs Charakter ins Spiel kommt oder die beiden auf liebenswürdige Dorfleute treffen, werten die Beziehung zusätzlich auf. Doch hat die Story letzten Endes noch ein paar Überraschungen parat? Leider nein, Mayday bleibt ziemlich vorhersehbar. Aber vermutlich hat auch niemand etwas anderes erwartet, oder?
Fazit
Am Ende ist auch "Mayday" ein weiterer Fast-Food-Happen aus dem Streaming-Katalog: Schnell weggesnackt und kurzzeitig amüsant, jedoch ohne einen bleibenden Eindruck oder nennenswerten Nachgeschmack. Kein Must-Watch, aber sicherlich auch kein No-Go.
Autor: Sebastian Stumbek