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An einem flirrend heißen Sommertag auf Korsika treffen in einer Burgruine mit Meerblick aufeinander: Malerin Luce (Elina Löwensohn) und ihre beiden Lover, ein zu allem bereites Gangster-Trio, das gerade einen blutigen Überfall auf einen Gold-Transport durchgeführt hat, zwei in schweres dunkles Leder gekleidete Motorrad-Cops und drei scheinbar arglose Touristen. Ohne Rücksicht auf Verluste gehen alle Beteiligten aufeinander los, im Kampf um Leben und Tod - und um 250 Kilo reines Gold. Am nächsten Morgen gleicht das verlassene Örtchen einem blutigen Schlachtfeld...

  • W780
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Kritik

Mit Amer -Die dunkle Seite Deiner Träume und Der Tod weint rote Tränen hat das französische Regie-Duo und bereits zweimal bewiesen, dass sie sich zum einen im europäischen Genre-Kino auskennen und dass ihnen die Stilistik weit aus mehr liegt, als darum eine wirklich brauchbare Handlung mit gelungenen Figuren zu stricken. Für die einen waren ihre Film daher bislang reinrassige Verbeugungen vor Größen wie Mario Bava (Blutige Seide), Dario Argento (Suspiria) oder Umberto Lenzi (Die Gewalt bin ich). Andere sahen in ihren Filmen nur recht zusammenhanglose Reminiszenzen, die im Grunde keine wirkliche, künstlerischen Eigenheiten besaßen. Mit Leichen unter brennender Sonne wird es definitiv nicht zu einer Versöhnung der beiden Lager kommen.

Erneut entwerfen Hélène Cattet und Bruno Forzani eine hochgradig simple Geschichte, die weder großen Wert auf Logik, interessante Charaktere oder narrative Kohärenz legt. Auch hier trumpft die Stilistik über allem. Wenn eine Gruppe von skrupellosen Gangstern sich auf einer Mittelmeerinsel, nach einem erfolgreichen und brutalen Überfall, versteckt und sich schließlich mit der Polizei ein bleihaltiges Duell liefert, welches in der Mittagshitze  beginn und erst nach Sonnenaufgang endet, ist das nur eine grobe  Schablone, die die Macher mit ihrem visuellen Stil ausfüllen.

Natürlich bleiben sie sich treu. Leichen unter brennender Sonne ist eigentlich auch nichts weiter als die Zelebrierung der eben genannten, großen Meister des italenischen Genre-Kinos. Hier wird fleißig die Surrealität und Farbenpracht eines Giallo mit der Unmittelbarkeit des Poliziottesco gekreuzt. Dabei herausgekommen sind viele Bilderreigen, die Traum und Alptraum sein können. Das ist überaus faszinierend, wird sich aber wohl nur denen vollkommen erschließen, die verstehen, welche Intentionen Hélène Cattet und Bruno Forzani  mit Leichen unter brennender Sonne verfolgen.

Wer hingegen einen klassischen Thriller, bzw. Actionfilm erwartet, wird herbe enttäuscht. Die Schusswaffen werden zwar häufig zum Einsatz gebracht, die Action steht aber niemals im Fokus. Es ist das Drumherum und die einzelnen Stilisierungen der jeweiligen Situationen. Wie Hélène Cattet und Bruno Forzani   z.B. alleine immer wieder die Waffen ins Bild setzen wirkt fast  schon objektophil. Wie in ihrem vorangegangen Filmen fasziniert sie alles, was mit Erotik und Tod zu tun hat. Ob nun der nackte Körper von Darstellerin (Die Weisheit der Krokodile) oder eine Pistole, beides scheint für die Regisseure gleichwertig interessant und anziehend zu sein.

Insgesamt erweist sich Leichen unter brennender Sonne  trotz aller Gewalt als ein durch und durch sinnliches Seherlebnis. Von der steinigen, knochentrockenen Insel, über die verschwitzen Körper der Protagonisten, bis hin zu den Mündungsfeuern, alles dient einem sinnlichen Zweck. Problem dabei ist allerdings, dass dies eine regelrechte Reizüberflutung zur Folge hat. Irgendwann wirken die Bilder und Szenerien nur noch kalt und stumpf. Es gibt keine wirkliche Narrative, die als Gegengewicht fungieren könnte. So verblasst der visuelle Zauber von Leichen unter brennender Sonne  nach und nach. Was am Ende bleibt sind schemenhafte Erinnerung an große Kunstfertigkeit, die sich aber niemals freisprechen kann von Imitation und Redundanz.

Fazit

Wer die vorherigen Werke des Regie-Duos Hélène Cattet und Bruno Forzani bereits mochte, sollte sich "Leichen unter brennender Sonne" nicht entgehen lassen. Die beiden Franzosen mixen Giallo mit Poliziottesco zu einem visuellen Rausch. Wer sich hingegen mehr erhofft hatte, als eine simple Hommage, die sich nicht freisprechen kann von Imitation, verpasst auch bei diesem Film des Duos nichts Essentielles.

Autor: Sebastian Groß

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