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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

'It's Never Over, Jeff Buckley', unter der Regie der Oscar-nominierten Filmemacherin Amy Berg, erzählt das Leben des aufstrebenden jungen Stars mit einer überirdischen Stimme und bahnbrechender Kunstfertigkeit, der die Musikwelt der 90er Jahre erschütterte, als er im Alter von 30 Jahren nach der Veröffentlichung seines von der Kritik gefeierten Debütalbums „Grace“ plötzlich verstarb. Anhand von bisher unveröffentlichtem Filmmaterial aus Buckleys Archiv und persönlichen Berichten seiner Mutter Mary Guibert, seiner ehemaligen Partnerinnen Rebecca Moore und Joan Wasser, Jeffs ehemaligen Bandkollegen, darunter Michael Tighe und Parker Kindred, sowie Persönlichkeiten wie Ben Harper und Aimee Mann beleuchtet 'It's Never Over, Jeff Buckley' eine der einflussreichsten und geheimnisvollsten Figuren der modernen Musik.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Was wäre gewesen, wenn Jeff Buckley länger gelebt hätte? Diese Frage begleitet beinahe jede Auseinandersetzung mit dem Sänger, der 1997 im Alter von nur 30 Jahren starb. Buckley war mehr als nur ein vielversprechender Musiker; seine Stimme – kraftvoll, verletzlich und von ungewöhnlicher Ausdruckskraft – ließ viele Zuhörer*innen glauben, hier entfalte sich ein außergewöhnliches Talent. Sein einziges zu Lebzeiten veröffentlichtes Studioalbum Grace entwickelte sich über die Jahre zu einem Kultwerk, während seine Interpretationen fremder Songs, allen voran Leonard Cohens „Hallelujah“, längst Teil der Popgeschichte geworden sind. Dass sein Leben so abrupt endete, während sich seine Karriere gerade erst zu entfalten begann, verleiht seiner Geschichte eine beinahe tragische Dimension. Regisseurin  (Deliver Us from Evil) nähert sich in It’s Never Over, Jeff Buckley diesem Mythos mit dem erklärten Ziel, den Menschen hinter der Legende sichtbar zu machen.

Erinnerungen, Stimmen und Fragmente

Inszenatorisch setzt die Dokumentation auf eine recht klassische Form. Berg kombiniert Archivmaterial, private Filmaufnahmen, Fotografien und Interviews mit Wegbegleiter*innen, die ihre Erinnerungen teilen. Diese Mischung aus historischen Bildern und sogenannten Talking Heads gehört zu den vertrauten Bausteinen vieler Musikdokumentationen. Hier wirkt sie weniger als stilistische Entscheidung, sondern vor allem als funktionales Mittel, um Buckleys Lebensweg nachvollziehbar zu machen.

Die Gespräche selbst gehören zu den stärkeren Momenten des Films. Freundinnen, Musikerinnen sowie frühere Partnerinnen berichten mit bemerkenswerter Offenheit über ihre Begegnungen mit Buckley. Dabei entsteht kein pathetisches Bild eines unerreichbaren Genies, sondern das Porträt eines Menschen, der ebenso sensibel wie leidenschaftlich gewesen sein soll. Diese Perspektive verleiht der Dokumentation eine sympathische Bodenständigkeit. Statt einer überhöhten Heldenverehrung entwickelt sich ein eher persönliches Erinnerungsalbum.

Für Fans dürfte diese Sammlung an Stimmen und Geschichten durchaus reizvoll sein. Wer Buckley, bzw. seine Kunst, bereits kennt, findet hier zusätzliche Facetten seiner Persönlichkeit. Für Zuschauer*innen ohne größere Vorkenntnisse funktioniert der Film immerhin als behutsame Einführung in sein Leben. Gleichzeitig bleibt ein gewisser Abstand bestehen, weil die Musik – der eigentliche Kern seiner Bedeutung – erstaunlich selten ins Zentrum rückt. Zwar werden Songs immer wieder angespielt, doch meist nur in kurzen Passagen. Gerade in Momenten, in denen seine Stimme stärker wirken könnte, bricht der Film wieder zu Interviews oder Erzählungen ab. Dadurch bleibt der musikalische Ausdruck eher Hintergrund als treibende Kraft der Erzählung.

Ein empfindsamer Mensch hinter der Legende

Je länger die Dokumentation dauert, desto deutlicher wird, dass Berg vor allem den Menschen Buckley verstehen möchte. Viele der Erinnerungen zeichnen das Bild eines Mannes, der mit großer emotionaler Intensität lebte. Freund*innen beschreiben ihn als warmherzig, neugierig und manchmal auch unsicher. Die Schilderungen vermitteln das Gefühl, dass Buckley eine Persönlichkeit war, die andere stark berühren konnte – nicht nur auf der Bühne, sondern auch im privaten Umfeld.

Dabei fällt auf, wie selbstverständlich seine musikalische Begabung behandelt wird. Dass Buckley ein außergewöhnlicher Sänger gewesen sein muss, steht für die Beteiligten offenbar außer Frage. Statt diese künstlerische Größe ausführlich zu analysieren, konzentriert sich der Film stärker auf persönliche Begegnungen und Beziehungen. Dieser Ansatz verleiht dem Porträt eine gewisse Intimität, führt jedoch auch dazu, dass seine Kunst eher vorausgesetzt als wirklich erforscht wird.

Gerade Zuschauer*innen, die seine Songs nicht gut kennen, könnten sich daher gelegentlich fragen, warum Buckley bis heute eine so besondere Stellung innerhalb der Popgeschichte einnimmt. Die Dokumentation deutet diese Bedeutung an, vertieft sie jedoch selten. Dennoch entsteht über die vielen Erinnerungen hinweg ein berührendes Bild eines sensiblen Menschen, der von denjenigen, die ihm nahe standen, bis heute mit großer Zuneigung beschrieben wird.

It’s Never Over, Jeff Buckley funktioniert deshalb vor allem als persönliches Erinnerungsstück – ein Film, der versucht, den Charakter hinter der bekannten Stimme sichtbar zu machen. Wer Buckleys Musik bereits schätzt, wird in den vielen Anekdoten und Archivmomenten einiges entdecken, das diese Faszination ergänzt. Für ein umfassenderes Verständnis seines künstlerischen Einflusses hätte der Film allerdings stärker auf das zurückgreifen können, was ihn einst so unverwechselbar machte: seine Musik.

Fazit

Amy J. Berg zeichnet ein warmes Porträt eines sensiblen Menschen, der viele tief berührt hat. Die vielen Erinnerungen ergeben ein nahbares Bild, doch Buckleys musikalische Bedeutung bleibt etwas unterbelichtet. Für Fans bewegend, für Neugierige ein solider, wenn auch nicht restlos überzeugender Einstieg.

Kritik: Sebastian Groß

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