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Seit sie 1970 im Alter von 27 Jahren an einer Überdosis Herin gestorben ist, zeigt Janis Joplin eine große Präsenz auf Postern, T-Shirts und natürlich auch auf Radiostationen und Tonträgern. In dieser Dokumentation verwandelt sich die Ikone jedoch wieder zurück in ein menschliches Wesen. Filmemacherin Amy Berg zeigt bisher unveröffentlichtes Material, Interviews mit Vertrauten und persönliche Briefe.
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Ich gebe zu: Normalerweise stehe ich überhaupt nicht auf Personendokumentationen. Naturdokus sind mir da tausendmal lieber. Die funktionieren in erster Linie über ihre Bilder und im Idealfall noch mit absolut erstaunlichen Fakten über den Kram den ich mir anschaue. Das Reißerische begrenzt sich, soweit vorhanden, vollkommen auf den Ton und die Wortwahl des Erzählers... Naja zumindest seit wir aus der Ära raus sind, in der Disney noch Wagenladungen von Lemmingen über eine Klippe geschubst hat, damit der Mythos "Lemminge begehen Selbstmord" bestärkt werden kann.

Historiendokumentationen sind da schon wesentlich schwieriger, weil es dabei oft eine Menge Rekonstruktion und künstlich geschaffenes Bildmaterial gibt und man sich auf sinnvolle Zeitabschnitte und Aspekte fokussieren muss, damit sich daraus ein kohärentes Bild ergibt. Die Variante der Biographie wiederum steht meistens in vielfacher Hinsicht dem Ziel einer Dokumentation nüchtern und informativ zu sein entgegen. Da muss das Leben und Schaffen einer Person in einen Rahmen von 90 Minuten gepresst und beschnitten werden und gleichzeitig muss man die Sache in einer zuschauerfreundlichen Form gestalten, sodass man bestimmte Sachen übertreiben oder überbetonen muss.  Zudem muss man sich bewusst machen, dass das Zielpublikum in erster Linie Menschen sind, die ihre Meinung über die Person schon gebildet haben und im Grunde genommen auch keine andere hören wollen.

Amy Bergs Dokumentation "Janis - Little Girl Blue" vermeidet diese Fehlgänge, indem sie nie spekuliert oder urteilt, sondern vor allem belegte Daten verwendet und Janis selbst zu Wort kommen lässt. Hierzu wurden Interviews, Briefe und andere persönliche Korrespondenz in den Film eingespeist und von Charlyn Marshall (aka Musikerin Cat Power) vorgelesen. Die einzigen Spekulationen kommen aus den Interviews mit Zeitzeugen. Bandkollegen, Familienmitglieder, enge Freunde und Lebenspartner wurden für die Dokumentation interviewt und geben alle persönliche Einsichten und Einschätzungen zu bestimmten Abschnitten in Joplins Leben ab. Diese Momente sind allerdings nicht nur deutlich gekennzeichnet, gelegentlich werden auch verschiedene Meinungen gezeigt, die nicht deckungsgleich oder sogar widersprechend sind. Damit werden die einzigen Abschnitte, die nicht mit belegtem Material arbeiten immer markiert und untereinander relativiert.

Optisch ist das Ganze sehr angenehm und mit dynamischen Übergängen gestaltet, sodass man eigentlich nie das Gefühl von Starre kriegt, dass man erwarten sollte, wenn so viel mit alten Bilden und Fotographien gearbeitet wird. 

Dringend erwähnt werden sollte auch, dass der Film in seinem Thema sehr gut fokussiert ist. Das bedeutet, dass er wirklich ausschließlich Joplins Leben und Persönlichkeit behandelt und nahverwandte Themengebiete wie Musikszene oder Drogen und Hippiekultur der 60er Jahre ziemlich außen vor lässt. Damit vermeidet der Film oftgehörte Platitüden oder bereits bekannte Information zu wiederholen, liefert aber an einigen Stellen nicht genug Kontext für Leute, die absolut nichts mit dieser Ära anfangen können.

Fazit

Amy Berg hat eine zeitgemäße Dokumentation über Janis Joplins Leben geschaffen, die nicht nur schön anzusehen ist, sondern auch sehr informativ ist ohne dabei allerklärend sein zu wollen. Weder inhaltlich noch formal revolutionär, aber eine stabile Dokumentation.

Autor: Sören Jonsson

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