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In der Verfilmung der gleichnamigen Novelle von Stephen King und Joe Hill hören die Geschwister Becky und Cal aus einem Feld die Hilfeschreie eines Jungen, der sich im hohen Gras verirrt hat. Sie begeben sich auf die Suche nach ihm, wobei sie aber schon bald selbst unter den Einfluss einer bösen Kraft geraten, die sie orientierungslos macht und voneinander trennt. Von der Welt abgeschnitten und unfähig, sich der zunehmenden Macht des Feldes zu entziehen, erkennen sie schnell, dass es doch etwas Schlimmeres gibt, als sich zu verirren: gefunden zu werden. Drehbuch und Regie übernahm Vincenzo Natali.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Nachdem im letzten Monat mit Es - Kapitel 2 endlich der sehnsüchtig erwartete Nachfolger zum hochgradig erfolgreichen Vorgänger aus dem Jahre 2017 in den Kinos gestartet ist, setzt sich das Stephen-King-Fieber im November mit der Shining-Fortsetzung Doctor Sleep gefühlt natlos auf der großen Leinwand gefühlt fort. Etwas Zeit allerdings ist noch zu überbrücken, bis wir Ewan McGregor in der ikonischen Rolle des Danny Torrance zu Gesicht bekommen. Ein Zwischenraum, den nun die Distributionsplattform Netflix nutzt, um uns mit Im hohen Gras zu versorgen. Basierend auf der gleichnamigen Novelle, die Stephen King zusammen mit seinem Sohn Joe Hill geschrieben hat, stellt das von Cube-Regisseur Vincenzo Natali inszenierte Schauerstück bereits die dritte Verfilmung eines Stoffs aus der Feder des legendären Horror-Literaten dar. 

Während 1922 mit Thomas Jane und auch Das Spiel von Mike Flanagan zuvor bisweilen triftige Schwierigkeiten damit hatten, auch abseits ihrer wirklich großartigen Schauspielleistungen in Gänze zu überzeugen, hat sich bei Im hohen Gras mit Vincenzo Natali ein Regisseur gefunden, dessen Händchen für atmosphärischen Grusel außer Frage steht. Bereits die Eröffnung unterstreicht sein inszenatorisches Gespür für stimmungsträchtige Bildwelten: Via Vogelperspektive blicken wir auf die endlosen Weiten des Grasfeldes, ein Rauschen ist zu vernehmen, die mannshohen Halme allerdings bewegen sich vorerst nicht. Bis schließlich der diffuse Score von Der Leuchtturm und The Witch-Komponist Mark Koven einsetzt und auf eine Gefahr hinweist, die noch im Verborgenen liegt. Mehr benötigt es nicht, um den Zuschauer fest an der Angel zu haben. Nur die nebulöse Idee vom Schrecken, der irgendwo im dichten Gestrüpp lauert.

Im hohen Gras nimmt sich daraufhin nur wenige Minuten, um unsere Protagonisten, das Geschwisterpaar Cal DuMeth (Avery Whitted) und die hochschwangere Becky (Laysla De Oliveira, The Gifted) im undurchdringlichen Dickicht verloren gehen zu lassen. Eigentlich sind sie nur den Hilfeschreien eines Kindes gefolgt, um alsbald festzustellen, dass das sich bis zum Horizont erstreckende Feld ein düsteres Eigenleben besitzt und nach seiner ganz eigenen Mythologie funktioniert. Wie es Vincenzo Natali dabei durchweg gelingt, das Gras als dunkles Instrument des Terrors zu definieren, ist durchaus beachtlich, nimmt sich der Regisseur doch Zeit, um dem Zuschauer durch elaborierte Kamerafahrten ein Gefühl dahingehend zu vermitteln, wie es sein muss, vollkommen orientierungslos in einem (un-)natürlichen Labyrinth gefangen zu sein, in dem die Gesetze von Zeit und Raum keine Rolle mehr spielen.

Stattdessen gibt es im Inneren der Grasfläche einen Fels, der hier zur übergeordneten Treibkraft der Bedrohung erhoben wird. Er ist nicht nur die Mitte des Kontinents, er ist das Zentrum des Zentrums, das böse Herz Amerikas, der Anfang und das Ende eines Kreislaufs des Todes. Er war schon dort, bevor die Hügel von den Gletschern weggetragen wurden. Im zweiten Drittel der gut 90-minütigen Laufzeit hat Im hohen Gras zwar konzeptionell damit zu ringen, dass sich die inhaltliche Dichte der Buchvorlage nicht geschmeidig auf Spielfilmlänge übertragen lässt, was das Geschehen merklich in die Länge zieht. Vincenzo Natali und sein Kameramann Craig Wrobleski aber gelingt es, die Spannung niemals zum Erliegen kommen zu lassen, weil sie die unheimliche Macht, die von dem mysteriösen Grasfeld ausgeht, immer wieder gekonnt in eindringliche Fotografien übersetzen und unsere Protagonisten unentwegt durch eine zeitweise bis ins Surreale ausschlagende Alptraumlandschaft waten zu lassen.

Fazit

Mag sich im zweiten Drittel der Laufzeit auch bemerkbar machen, dass die Vorlage von "Im hohen Gras" eigentlich keine Spielfilmdauer rechtfertigt, so ist "Cube"-Regisseur Vincenzo Natali hier ein überaus stimmungsvolles Schauerstück gelungen, in dem ein mysteriöses Grasfeld zur todbringenden Alptraumlandschaft erklärt wird. Bisweilen sehr gut inszeniert und durchweg solide gespielt, kann sich "Im hohen Gras" als durchaus sehenswerte Netflix-Produktion verstehen lassen.

Autor: Pascal Reis

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