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Wegen seiner expliziten Brutalität umstrittener (und teilweise indizierter) französischer Horrorfilm von Alxandre Aja. Zwei Studetinnen fahren aufs Land, um sich auf ihre Prüfungen vorzubereiten, doch dort wartet ein gefährlicher Psychopath auf sie.
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Filme wie Frontier(s), Inside, Martyrs und High Tension läuteten eine neue Begrifflichkeit des Horror-Genres ein. In einer Zeit, in welcher der Einfluss von Wes Cravens (ShockerScream - Schrei! längst noch nicht abgeflacht war und Horrorfilme größtenteils in Form ironischer oder völlig ernstgemeinter, flacher 08/15-Slasher erschienen, strebte eine Reihe von französischen Regisseuren frischen Wind an. Die daraus resultierte, sogenannte "französische Terrorwelle" zeichnete sich durch eine kompromisslose Brutalität aus, mit der man an den Spirit des rohen Exploitation-Kinos der 70er anknüpfen wollte, was einige Kontroversen nach sich zog. 

Alexandre Aja (Piranha 3D) legte im Jahr 2003 gewissermaßen den Grundstein, denn sein High Tension erschien vor den anderen bekannten Werken dieser Strömung und kann mit Fug und Recht als stilbildender, einflussreicher Klassenprimus bezeichnet werden. Mit inhaltlichen Innovationen hält sich der Regisseur überwiegend zurück, doch als Ausgleich trumpft Aja mit einer formal ausgeklügelten, extrem effektiven Inszenierung auf, die dem Betrachter des Öfteren das Blut in den Adern gefrieren und den Atem stocken lässt. Eine kleine Einführung genehmigt sich Aja, bei der Alex und Marie, zwei sehr gute Freundinnen, zum Lernen aufs Land fahren, wo die Eltern von Alex ein abgelegenes Farmhaus bewohnen. 

Durch eine kurze Szene, die bereits für verstörende Verwunderung sorgt, macht der Regisseur allerdings schnell klar, dass die ländliche Ruhe sehr bald ein jähes Ende finden wird. Bei Einbruch der Nacht entwickelt sich High Tension mit einem Mal zu einem großartig orchestrierten Akt des Terrors. Aja schockiert nicht nur mit heftig gesetzten Splatter-Einlagen, sondern lässt zwischen den brutalen Momenten genügend Raum für nervenzerfetzende Spannung, die durch den gekonnten Einsatz der Kamera und ein beklemmendes Sound-Design regelmäßig Höhepunkte kreiert. Treffend besetzt ist außerdem Philippe Nahon (Menschenfeind), der als wortkarger, stoischer Killer durch sein wuchtiges Vorgehen für beängstigende Momente sorgt und immer wieder mit einer verstörenden Selbstverständlichkeit grausamste Morde ausübt. 

High Tension ist allerdings nicht nur fantastisch in Szene gesetztes Terror-Kino, in dem jedes Setpiece mit maximaler Spannung aufgeladen wurde, sondern auch ein wagemutiges Werk, was die Dekonstruktion logischer Barrieren betrifft, die man als gefestigter Genre-Fan für gegeben nimmt. Mit einem späten Twist stellt Aja das vorangegangene Geschehen nicht nur völlig auf den Kopf, sondern erschüttert auf provokative Weise zusätzlich die Konventionen des nachvollziehbaren Verständnisses. Ajas Film ist somit auf handwerklicher Ebene ein Triumph, versetzt dem Betrachter aber auch einen fiesen Schlag in die Magengrube, wenn dieser im Nachhinein grobe Handlungslücken aufschlüsseln darf, nachdem sich High Tension vom rücksichtslosen Terror- und Splatterknüppel zu einem tragischen Drama gewandelt hat, das in tiefer Verzweiflung endet.

Fazit

"High Tension" markiert nicht nur den Beginn der französischen Terrorwelle, sondern gleichzeitig einen frühen Höhepunkt. Alexandre Ajas kompromissloser Horrorfilm ist virtuos inszeniertes Spannungskino, welches mit harten Splatter-Einlagen garniert wurde, und zieht dem Betrachter schließlich perfide den Boden unter den Füßen weg, um ihn wahlweise verwirrt, frustriert oder euphorisiert zurückzulassen.

Autor: Patrick Reinbott

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