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Drama aus dem Jahr 1981. Neun Männer der Nationalgarde werden zu einem Routineeinsatz nach Louisiana bestellt. Ihr Anführer, Poole, ist der einzige mit professioneller Kampferfahrung, während die restlichen Männer aus Reservisten bestehen. Das jedoch wird ihnen zum Verhängnis, als sie in den Sümpfen angegriffen werden und Poole getötet wird.
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Eine Retro-Action-Film-Reihe ohne Walter Hill (Nur 48 Stunden) hat weniger Eier als Ostern ohne Hase. Natürlich muss der Meister des Oldschool-Actioners hier gewürdigt werden und wenn, dann doch bitte mit seinem besten Film: Die letzten Amerikaner oder - wie er im Original so süffig-zynisch die Kehle runterrinnt – Southern Comfort.

1973 sollte das kurze Invasion-Stelldichein in Fernost schon längst erledigt sein, stattdessen ging es in Vietnam für die US-Army gerade richtig den Bach runter. Für das größte Debakel der Weltmacht wurde die letzte Runde eingeläutet, aber wer muss schon anstrengende, kostspielige Weltreisen unternehmen, wenn man denselben Mist auch direkt vor der Haustür live und in Farbe durchspielen darf? Einfach an einem Manöver übermotivierter, großkotziger und kampfunerfahrener Waffennarren der Nationalgardereserve teilnehmen, da gibt es das ganze Paket. Ein undurchdringlicher Dschungel, komische Eingeborene, deren Kauderwelsch man nicht versteht und man völlig überrascht ist, das nachdem man sich benimmt wie die Axt im Sumpf es aus selbigen mit geballter Wut zurückschallt. Dumm nur, dass die Möchtegernsoldaten nur mit Platzpatronen schießen und das Hillbilly-Kruppzeug keinen Spaß versteht.

Aus Larifari-Simulation wird blutiger Ernst, schneller als man aus Lust auf Pauline und ihre Flussnutten ein paar Kanus requiriert. Walter Hill fackelt gewohnt nicht lange und muss das auch nicht. Rasant nimmt sein kompromissloser, knüppelharter Survival-Thriller Fahrt auf, bedient sich sicher nicht zufällig am großen Klassiker Beim Sterben ist jeder der Erste, aber warum auch nicht? In der Form, in der Qualität ist das nicht nur erlaubt, es ist sogar mindestens auf Augenhöhe. Hochmut kommt vor dem Fall bzw. dem Kopfschuss und damit sind wir bei Die letzten Amerikaner so nah an der realen Situation in Vietnam, das der Unterschied kaum noch zu erkennen ist. Das Amateur-Platoon will Krieg spielen und verläuft sich in den Sümpfen von Louisiana, gejagt von provozierten Einheimischen, die wenig besitzen und bereit sind, das mit aller Macht zu verteidigen. Mit breiter Brust fallen sie ein, wie geprügelte Hunde versuchen sie sich vom Feld zu schleichen. Eine sarkastische Parallele, die dem Film vom gewohnt hervorragenden Handwerker Hill einen überraschend beißenden Subtext verleiht, den er aufgrund seiner Klasse nicht mal zwingend benötigen würde.

Begleitet von den schwermütigen Klängen seines Buddys Ry Cooder und in brillante Bilder verpackt von Andrew Laszlo zieht Walter Hill alle Register des Survival-Films. Eine vorher schon von eher unwichtigen Konflikten belastete Gruppe zerfleischt sich im Angesicht der Gefahr zusehend selbst, die Angreifer müssen nur Nadelstiche setzen, damit der Prozess richtig in Schwung kommt. Bevor sie sich im (großartigen) Extra-Large-Showdown aus der Deckung wagen und die Spreu sich endgültig vom Weizen trennt. Nur dann ist es viel zu spät, um noch auf Vergebung zu hoffen. Das Walter Hill extrem gutes, konsequentes Männerkino machen kann, war von den späten 70ern (Driver) und den mittleren 90ern (Last Man Standing) – mit nur wenigen Ausrutschern – kein Geheimnis, doch dieser hochspannende, intensive und erstaunlich reflektierte Backwood-Terror ist sein Meisterstück. Fast wie in einem Spiegelkabinett dreht sich das Rudel orientierungslos im Kreis, verfällt immer mehr in Grabenkämpfen und sich in den Mechanismen der Selbstzerstörung, die eigene Hilflosigkeit mutiert zum größten Gegner.

Wie der Film ist die Besetzung: Viel zu gut, um unberechtigt vergessen zu werden. Keith Carradine (Long Riders), Powers Boothe (Sudden Death) oder Fred Ward (Im Land der Racketenwürmer) sind allesamt fantastisch, stellvertretend für das gesamte Ensemble. Keiner aus dem Cast hat es jemals nach ganz vorne geschafft und wenn über die besten Genre-Filme gesprochen wird, fällt selten dieser Titel. Viel besser als das hier können Filme dieser Gattung allerdings kaum sein.

Fazit

Vietnam in der Heimat...auf Französisch. Ein packender, schmutziger Trip durch eine Hölle aus Bärenfallen, Treibsand und Kommunikationsproblemen, selbstverschuldet und nicht mehr friedlich zu lösen. Bestialisch gut, Walter Hill auf seinem absoluten Höhepunkt.

Autor: Jacko Kunze

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