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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Reality-Kino mit sozialer Aussage war erst mit Filmen wie „Dangerous Minds – Wilde Gedanken“ aus dem Jahr 1995 in Mode gekommen. Von den Kritikern zwiespältig aufgenommen, war der Film trotzdem ein Publikumsmagnet und begründete am Rande eine neue Sparte. Was vielleicht nicht so viele wissen dürften: schon 1987 schlug sich James Belushi mit schießwütigen Musterschülern herum. Nicht ganz so sozialdramatisch wie später Michelle Pfeiffer, aber genauso wirksam.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Rick Latimer (James Belushi), Schullehrer und Alkoholiker, greift eines Abends den Geliebten seiner Ex-Frau an und wird prompt befördert. Er wird als Rektor nach Brandell versetzt – die Hölle in den Slums der Stadt. Dort herrscht das Verbrechen und nicht der Unterricht, und der verschlagene Victor Duncan (Michael Wright) zieht die Fäden. Doch hat Duncan nicht mit dem resoluten Latimer gerechnet, der mit allen Mitteln das verkommende Brandell zu einer renommierten Schule umformen will…

Als Sozialdrama kann „Der Prinzipal“ sicherlich nicht durchgehen, dafür haftet dem Film zu sehr das Action-Emblem an. Außer an Belushi selbst und ein paar wichtigen Nebenrollen, hat man sonst an tieferer Charakterisierung gespart, sodass schließlich eine Art Gut-Böse-Spiel mit realem Hintergrund verbleibt. Dennoch hat der Film einige starke Momente, die sich in den Kopf einprägen dürften. Manche Szenen werden dabei vielleicht sehr süffisant vorgetragen, verlieren sich aber nie in Selbstdarstellung oder dem nervigen erhobenen Zeigefinger. Zu ernst nimmt sich die Lehrer-Gangster-Geschichte dazwischen auch nicht, und schließlich kann man ihn als inszenatorische Achterbahnfahrt zwischen Realismus und Unterhaltung bezeichnen, die gut gelungen ist. Die Story versteckt zudem auch ein paar tiefere Dinge, die sich vielleicht beim ersten Mal nicht direkt zeigen.

Mit dem Genre Actiondrama ist der Streifen sehr gut bedient. Die typische Inszenierung für die 80er Jahre steht ihm gut zu Gesicht, ohne dass die Action zu sehr im Vordergrund stünde, wie man das von Filmen dieser her Zeit kennt. Die Action ist dezenter als sonst und das Drama entfaltet seine Wirkung durch gewisse Szenen, die sogar Hitchcock-like mit viel Spannung gelungen sind. Diese kommen ohne Musik aus, sind entsprechend geschnitten und gehen schnell ins Mark.

Auch wenn „Der Prinzipal“ keinen besonderen Anspruch erhebt, lebt er vor allem von seinen Darstellern. James Belushi trägt durch seine natürliche Spielweise viel vom Film mit, auf den er auch sichtlich zugeschnitten ist. Sein Weg vom Sündenbock zum konsequenten Reformierer wird fesselnd erzählt, und in der Rolle seines Hausmeisters und Weggefährten kann auch Louis Gossett, jr. überzeugen. Weniger gelungen ist die Figurenzeichnung von Belushis Gegenspieler Duncan alias Michael Wright, der seine Rolle doch sehr überzogen vorträgt und auch als Fehlbesetzung eingestuft werden muss. Sonst schwankt die Qualität der Darsteller auch ziemlich, was aber weniger ins Gewicht fällt.

Im Überblick ist auch die Härte zu erwähnen, die im Film vorkommt. Es wird nichts geschönt, und entsprechend intensiv sind die Szenen zu bewerten. Wo vieles in Vergangenheit nur angedeutet war, ist „Der Prinzipal“ in keinster Weise zimperlich. Ob versuchte Vergewaltigungen, blutige Racheakte oder Drogenhandel – es wird alles gezeigt. Interessanterweise vermischen sich solche Szenen gerne mal mit moralisch nicht anspruchslosem Inhalt, was man der Ausrichtung des Films gar nicht zugetraut hätte.

Fazit

Als „Prinzipal“ überzeugt Belushi in diesem Actiondrama in fulminanter Weise, dass er einen Großteil des Films zu dem macht, was ihm eigentlich zusteht: Ein hochspannender, mitreißender Actionklassiker, mit einer großen Prise Anspruch. In jedem Moment wird gekämpft, geweint, getrauert, geflachst und gelernt was das Zeug hält. Damit kann der Streifen durchaus als Vorreiter für spätere Realfilme gelten, ohne selbst davon zuviel zu beanspruchen.

Autor: Sascha Wuttke

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