{{ tweet.login }}

{{{ tweet.body | format }}}

Wird geladen...

×
×

Erwähnungen

×

Benachrichtigungen

Inhalt

Donna Trenton, einer frustrierten amerikanischen Ehefrau, wird das Leben zur Hölle, als ihr Mann herausfindet, daß sie eine Affäre hat. Zur gleichen Zeit wird der Bernhardiner der Familie Camber, Cujo, von einer tollwütigen Fledermaus gebissen. Als Donna und ihr fünfjähriger Sohn Tad während der nächsten Tage zu dem Autogeschäft der Cambers fahren und dort ihr Wagen den Geist aufgibt, wird aus der Panne in Kürze ein gefährlicher Belagerungszustand, denn Cujo verwandelt sich langsam aber sicher in ein mordlüstiges Ungetüm...
  • W780
  • W780
  • W780
  • W780
  • W780

Kritik

„Der Hund ist der beste Freund des Menschen“

… so lautet jedenfalls die weitläufige Meinung. Nach dem Film Cujo überlegt man sich, ob dies wirklich stimmt. Stephen King´s Romanvorlage beweist mal wieder, dass wahrer Horror nicht durch Monster, Dämonen oder Geister hervorgerufen wird. Wahrer Horror ist im Alltag zu finden. In Situationen, die jedem passieren können. In Szenarien, welche so realistisch sind, dass man gar nicht drüber nachdenken will.  Und genau dieses Szenario wird in Cujo erschaffen. Doch dies ist nicht der einzige Grund, warum der Film von Lewis Teague mit zu den besten Tierhorrorfilmen gehört.

Wobei dies echt schwierig ist. Am Subgenre Tierhorror haben sich schon viele probiert und so gut wie jedes Tier durfte sich schon einmal gegen die Menschheit auflehnen. Selbst Frösche (wie in Frogs) oder Schnecken (wie in Slugs) probierten bereits, wie wir Menschen so schmecken. Auch Hunde wurden bereits häufig als Bestie auf vier Beinen genutzt. Doch was macht Cujo so anders? Es handelt sich hier um ein Zusammenspiel vieler positiver Faktoren, welche den Film zu einem Genuss des Tierhorrorfreundes machen.

Es beginnt mit der Geschichte. Donna Trenton (Dee Wallace) ist mit ihrem Sohn auf dem Weg zu einer Autowerkstatt. Auf dem Gelände fällt ihr Wagen komplett aus. Alles halb so schlimm, wenn der Koloss an tollwütigem Bernhardiner namens Cujo nicht bereits den Werkstattbesitzer getötet hätte und auf ungebetenen Besuch eher ungehalten reagiert würde. Somit wird für Donna und ihrem fünfjährigem Sohn Tad (Danny Pintauro) das Auto zu einem Gefängnis, welches besser nicht verlassen werden sollte. Die Story funktioniert so unglaublich gut, da es für Donna keine Möglichkeit gibt, den Wagen zu verlassen und somit eine ungeheure Spannung erzeugt wird. Man muss allerdings sagen, dass die Story auch eben nur in den 80gern funktionieren würde. Damals gab es eben keine Handys um Hilfe zu rufen. Das Telefon, welches sich vielleicht 100 Meter von Donna innerhalb der Werkstatt befindet, ist so nah und doch so fern, da Cujo ihr keine Chance lässt, den Wagen zu verlassen. Und somit kämpft die Familie nicht nur gegen das Ungetüm von Hund, sondern auch gegen das  Verdursten.

Besonders hervorzuheben ist die Machart von Cujo. Insgesamt wurden sechs Bernhardiner für den Film eingesetzt. Jeder konnte irgendeinen Wesenszug besonders gut. Beispielsweise konnte einer gut knurren, einer gut die Zähne fletschen, einer gut bellen und einer imposant springen. Neben den realen Bernhardinern wurde noch eine Attrappe sowie ein Kostüm verwendet. Doch durch die grandiose Kameraführung von Jan de Bont merkt man dies zu keiner Zeit. Jeder Angriff von Cujo sieht so real aus, wie er nur sein kann. Er versteht es, die Kameraeinstellung so zu wählen, dass der Hund immer bedrohlich aussieht und man bei Angriffen den Eindruck vermittelt bekommt, als würde er wirklich zubeißen. Dies geschieht zudem alles ohne hektisches Kamerawackeln oder Schnittmassaker. Dies führt zu einer unglaublichen Intensität.

Auch den Make-Up Artist gebührt ein besonders Lob. Cujo´s Make-Up sieht zu jeder Zeit echt aus. Auch der Einsatz mehrerer Hunde sowie der Attrappe und des Kostümes fällt überhaupt nicht auf. Nichts wirkt künstlich. Der Verzicht auf digitale Effekte schafft einen tollen Realismus in jeder Szene. Unterstützt wird dies durch das gute Schauspiel von Dee Wallace sowie Danny Pintauro. Selten war der Kampf zwischen Mensch und Tier so gut in Szene gesetzt. Des Weiteren sind größtenteils alle Handlungen der Protagonisten nachvollziehbar. Kein Heldentum oder dämliche Aktionen, wie sie leider heutzutage nur allzu häufig gezeigt werden.

Doch bei all dem Lob gibt es auch einen gravierenden Kritikpunkt, welcher Cujo den Status als Genrereferenz verwehrt. Leider braucht der Film zu lange um in die Gänge zu kommen. Die erste Hälfte läuft sehr schleppend an und diverse Nebenstränge, welche später zusehends an  Bedeutung verlieren werden in den Focus gesetzt. Wir haben das Ehepaar Trenton, welche sich in einer Krise befinden. Donna betrügt ihren Mann und dieser findet es heraus. Ehemann Vic hat zudem noch arge Probleme auf der Arbeit und Sohn Tad sieht Monster in seinem Zimmer. Fügen sich diese Handlungsstränge in der Romanvorlage noch sehr gut in die Geschichte ein (beispielsweise glaubt Tad, Cujo sei das Monster aus seinem Schrank) wirken sie im Film eher unfertig und führen ins Leere. Es scheint lediglich Füllmaterial zu sein, welche eine vernünftige Länge des Filmes hervorrufen soll. Daher wirkt Cujo zu Beginn leider sehr unrund. Zwar entschädigt die zweite Hälfte dies, jedoch bleibt leider ein fader Beigeschmack zurück.

Fazit

Aufgrund der genialen Kameraführung und der einfachen, aber dennoch spannenden Geschichte ist Cujo einer der besten Tierhorrorfilme. Leider wird ihm der Status als Genrereferenz aufgrund der diversen unrunden Subplots sowie einer zähen ersten Hälfte nicht gewährt. Dennoch ist Cujo auch heute noch ein toller Tierhorrorfilm, welcher immer noch zu begeistern weiß.

Autor: Christian Kühnemann

Wird geladen...

×