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Sam (Noomi Rapace) ist die weltweit führende Leibwächterin und Expertin für Terrorismusbekämpfung. Sie hat sich an die Spitze der Männerwelt gekämpft und fühlt sich in Kriegsgebieten mehr zu Hause als in ihrer eigenen Wohnung. Als sie den Job angeboten bekommt, die verwöhnte Erbin Zoe zu beschützen, klingt das erst nach einer einfachen Nummer. Doch ein gewaltsamer Entführungsversuch zwingt die beiden zur Flucht. Sams Fähigkeiten werden auf die Probe gestellt und der Kampf ums Überleben beginnt.

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Kritik

Jacquie Davis gilt als eine der besten Bodyguards der Welt, die in ihrer 30-jährigen Karriere zahlreiche prominente Personen beschützte, Geiseln befreite oder verdeckte Ermittlungen führte. Vieles davon hielt sie in ihrem Buch The Circuit: The True Story of a Policewoman's Journey From the Streets of London into the Dangerous World of Covert Operations fest, nun widmete ihr Netflix einen eigenen Film, der in Deutschland jedoch nicht auf dem Streaming-Dienst abrufbar ist, sondern (vorerst) nur im Heimkino erscheint. Und bevor falsche Erwartungen geweckt werden: Close ist kein Biopic, sondern ein von Vicky Jewson (Born of War) gedrehter Action-Thriller, der sich vom Leben seines Vorbilds grob inspirieren ließ. 

Wenn Sam Carlson (so der Name von Jacquie Davis  im Film) zu Beginn von Close den scheinbar einfachen Auftrag erhält, das verwöhnte reiche Mädchen Zoe Tanner (Sophie Nélisse, Die Bücherdiebin) zu beschützen, wird schnell klar, dass das Ganze eigentlich nur schiefgehen kann. Terroristen brechen schließlich in das luxuriöse Anwesen ein, versuchen sie zu ermorden, gemeinsam fliehen sie und ihre Leibwächterin fortan quer durch Marokko und kämpfen um die Wahrheit und ums Überleben. 

Dabei verläuft Close weitestgehend vorhersehbar: Weder das Komplott, das hier im Verborgenem gesponnen wird, noch die Entwicklung der Charaktere wissen groß zu überraschen. Dass hinter der verzogenen Fassade der jungen Göre eigentlich ein sensibles Mädchen steckt, das trotz all des Geldes sehr einsam ist, lässt sich schnell erahnen. Ebenso, dass in der toughen Personenschützerin der Mutterinstinkt geweckt wird, wo sie doch in dieser Rolle schon bei ihrer eigenen Tochter versagt hat. Statt all das als Steilvorlage für stärkere Charaktertiefe zu verwenden, bleiben die Gefühle der Akteure Nebensache, der Film bleibt diesbezüglich sehr oberflächlich.

Das ist insbesondere deswegen schade, da man eigentlich nichts aus dem Leben der Beschützerin erfährt, die Anlehnung an das reale Vorbild hätte man sich daher auch gleich sparen können. Dem Film geht es vorrangig darum, von einer Actionszene zur nächsten zu hetzen. Diese sind durchaus ordentlich und spannend inszeniert und bringen auch die nötige Härte mit, vor allem Noomi Rapace (Prometheus) zeigt darin einmal mehr, dass sie im Genre gut aufgehoben ist und schön austeilen kann. Doch darüber hinaus wird es ein wenig dünn um Close, mehr als seichtes, teils auch etwas überzogenes Unterhaltungskino sollte man daher nicht erwarten. Der Film hätte mit etwas mehr Anstrengung auch mehr als Durchschnittsware werden können.

Fazit

Wer etwas über Jacquie Davis, immerhin die Inspirationsquelle des Films, erfahren will, ist bei "Close" an der falschen Adresse. Viel mehr handelt es sich bei dem Action-Thriller um reines Unterhaltungskino. Das ist für sich zwar nicht schlecht umgesetzt, vor allem dank der engagierten Hauptdarstellerin, geht über generische Genrekost aber nie hinaus. 


Autor: Sebastian Stumbek

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