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Inhalt

Auf Mr. und Mrs. Tweedys düsterer Geflügelfarm herrscht das hühnerverachtende Motto: Wer nichts zum Frühstück beiträgt, endet als Abendessen! Kein Wunder, dass die rebellische Jung-Henne Ginger dieser Hühnerhölle schnellstmöglich entkommen will. Zusammen mit ihren Leidensgenossinnen, der Rekord-Eierlegerin Bunty, der etwas unterbelichteten Babs, dem holländischen Technik-Genie Mac und dem greisen Hahn Fowler, plant sie die Flucht. Doch bisher wurde jeder Ausbruchversuch von der bösartigen Mrs. Tweedy, ihrem tumben Mann oder den gemeingefährlichen Hofhunden vereitelt. Erst als der amerikanische Zirkus-Gockel Rocky unvermittelt im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Hühnerhof landet, reift in Ginger ein genialer Plan: Die Geflügel-Gemeinschaft muss einfach davonfliegen, und Flughahn Rocky soll den anderen das Fliegen beibringen!
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Das Inszenieren eines guten Kinderfilmes ist eine schwerfällige Aufgabe, weshalb es nicht verwundert, dass wir kaum gute Kinderfilme zu Gesicht bekommen. Es ist ein dünner Grad zwischen Banalität und Überforderung, den es zu treffen gilt und in dem es von besonderer Relevanz ist, keine zweifelhafte Ideologie darzulegen. Schließlich wird Ideologie immer anerzogen und der Kinderfilm sollte neben seinem Unterhaltungswert vor allem den Blick des Kindes schulen, das eigene Gehirn anregen und nicht ausschließlich blind konservative Werte vorleben. Besonders schwer haben es demzufolge Kinderfilme, die sich einem bestimmten Thema annehmen, die etwas Subversives vermitteln möchten. Chicken Run findet dafür jedoch einen subtilen und sehr intelligenten Zwischenweg. 

Probleme fordern Lösungen. So ist es scheinheilig zu glauben, dass man sich der Banalität oder der Überforderung ohne weiteres entziehen kann. Es bedarf eines inszenatorischen Ansatzes, der das Potential einer intelligenten Aufarbeitung hat und Kindern davon ein Stück offenbart, das sie verarbeiten können. Hier wird die Massentierhaltung thematisiert, undzwar so, dass bei Kindern ein intuitives Gefühl für Ungerechtigkeit entwickelt wird. Sie werden über das System auf dem Hof und über die Gefühlslage der Tiere aufgeklärt. Kinder empfinden in Folge dessen Empathie für die Situation, ohne aber aufs Derbste manipuliert zu werden. Der wahre Kunstgriff gelingt jedoch dadurch, dass der Film Erwachsenen auch eine Menge zu erzählen hat. 

Kindern wird es kaum aufgefallen sein, Erwachsene können es kaum übersehen: Der Film zieht klare Parallelen zu Konzentrationslagern - ein Vergleich der drastischen Form. Doch können wir diesen Vergleich wirklich ziehen oder handelt es sich hier um eine perfide Anmaßung? Zur NS-Zeit wollten die Menschen blind dem Anitsemitismus gegenüber sein, man ignorierte die Ereignisse in Auschwitz und anderen KZs. Auch die Massentierhaltung scheinen wir zu ignorieren, so gehen wir freudig zu McDonald´s und kaufen Fleisch zum Niedrigpreis, ohne auch nur einen Gedanken an die Tierhaltung zu verlieren. Dennoch scheint uns zumindest intuitiv bewusst, dass es  ein Problem gibt, es wird nur konsequent ignoriert. Chicken Run geht den Schritt und zeigt uns nicht wie schlimm die Massentierhaltung ist, das wissen wir und haben es auch schon deutlich drastischer gesehen, sondern wie unser Blick auf die Massentierhaltung ist: Wir wissen, dass es ein Problem in unserem Umfeld gibt und verdrängen es. 

Chicken Run hat wunderbar verstanden, dass Filme mit verschiedenen Augen gesehen werden und kommuniziert auf mehreren Ebenen, weiß genau wie er den verschiedenen Zuschauern die Botschaft näher bringt.  Damit der ganz große Wurf glücken kann, hätte man diesen Kunstgriff auch noch auf die recht plakative Erzählung ausweiten können. Man hätte die klar "guten" Hühner und die klar "bösen" Menschen so zeichnen können, dass Kinder sie noch immer deutlich einordnen können, jedoch auch ein intuitives Gefühl für Verständnis entwickeln können, während Erwachsene einen differenzierteren Eindruck von ihnen gewinnen. Bestes Beispiel  für ein solches Vorgehen wären die Eltern aus Die Legende der Prinzessin Kaguya, die zwar einem hedonistischen Lebensstil verfallen und in ihrem Verhalten auch kritisiert werden, jedoch nicht verurteil und in ihren Handlungen nachvollziehbar gezeichnet werden. 


Fazit

"Chicken Run" hat eine Mission und weiß auch wie er die angehen muss: Die Kritik an der Massentierhaltung wird für das kindliche und das erwachsene Auge eindrucksvoll vermittelt. Entstanden ist dabei ein Kinderfilm, der nicht nur für Kinder da ist und der bei all seinem Humor nicht seine Ernsthaftigkeit verliert. 

Autor: Maximilian Knade

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