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Während Darcy Anderson und ihr Ehemann Bob den 25. Hochzeitstag im Verwandten- und Freundeskreis groß feiern, verbreitet ein sadistischer Serienkiller, der sich selbst Beadie nennt, im Nordosten der USA Angst und Schrecken. Der brutale Frauenmörder führt die Polizei schon länger an der Nase herum, während sich die Leichenfunde häufen. Zuerst gibt Darcy nichts auf die Warnungen ihrer hübschen jungen Nachbarin Betty. Doch einige Tage später macht sie einen grauenvollen Fund, der darauf hindeutet, dass ihr Mann ein sadistisches Monster sein könnte. Dieser bedroht ihre perfekte Ehe – und ihr Leben.


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Kritik

Es ist schon erstaunlich, wie viele Geschichten von Stephen King nun schon für TV oder Kino umgesetzt wurden. Die meisten Adaptionen jedoch waren nicht nur für Fans der literarischen Vorlagen eine große Enttäuschung.
A Good Marriage“ ist nun die neueste Verfilmung einer Kurzgeschichte von King, zu der er auch selbst das Drehbuch beisteuerte. Mittlerweile treibt er ja selbst die Verfilmungen seiner Geschichten voran und Kurzgeschichten sind eben weit lukrativer umzusetzen, als komplexe und epische Werke eines Kalibers von "The Stand", zu dem die Vorbereitungen ja bereits seit Jahren laufen.

Schon 1982 lieferte Stephen King mit der Novellensammlung “Frühling, Sommer, Herbst und Tod“ gleich drei Vorlagen zu Filmen abseits der typischen Horrors und übernatürlichen Phänomenen, die bei Publikum und Kritikern gleichermaßen gut ankamen.  “Stand by Me“, „Der Musterschüler“ und vor allem “Die Verurteilten“ gehören zu den gelungensten King-Verfilmungen überhaupt. 1990 folgte die deutlich schwächere Novellensammlung “Four Past Midnight“, aus der halbwegs gelungen „Das geheime Fenster“  mit Johnny Depp verfilmt wurde. Kings dritte Novellensammlung “Zwischen Nacht und Dunkel“ erschien 2010 und bot gruselige und bis auf eine Ausnahme in der Realität verankerte Geschichten, zu denen man sich durchaus auch eine Verfilmung vorstellen konnte. “Eine gute Ehe“ ist das sehr dramatische letzte Kapitel des Buches, bei dem es einem als Leser mehrmals kalt den Rücken herunterlief. Stephen King gelang es ziemlich eindrucksvoll die Gedankenwelt von Darcy Anderson nach außen zu kehren. Eine Frau, die feststellen muss, dass ihr Mann, mit dem sie seit nun über 25 Jahren verheiratet ist, die ganze Zeit über düstere Geheimnisse vor ihr verborgen hat.

Der Film wurde von von dem relativ unbekannten Peter Askin  in Szene gesetzt. Für die Hauptrollen konnten immerhin Joan Allen (“Face/Off“, “Bourne Trilogie“) und Anthony LaPaglia („Road to Perdition“) gewonnen werden. Doch obwohl King selbst die Geschichte einer Verfilmung anpasste und die beiden Hauptdarsteller sich redlich bemühen, wird „A Good Marriage“ nicht ansatzweise dem Potential der Vorlage gerecht. Der eher altmodisch inszenierte Thriller fühlt sich so an, als wäre er schnell und kostengünstig für das Fernsehen gedreht wurden.

Spannend wird es nur im ersten Drittel, als Darcy auf der Suche nach Batterien in der Garage ein Geheimfach entdeckt. In diesem befindet sich eine Box, die Ausweise und Führerscheine mehrerer ermordeter Frauen enthält. Darcy verfällt in eine Schockstarre und kann nicht glauben, dass ihr geliebter Ehemann tatsächlich ein Mörder sein könnte. Doch Darcy fühlt sich hilflos und handlungsunfähig. Soll sie sich an die Polizei wenden und weitere Morde verhindern, aber dafür ihre Familie und ihren hohen Lebensstandard zerstören?  Als ihr Mann  Bob nach Hause kommt, findet er schnell heraus, dass sein Doppelleben aufgeflogen ist. Er bleibt ruhig und reagiert erschreckend gelassen. „Ich werde nicht zulassen, dass Beadie Dich verletzt“ sagt er über sein zweites Ich und redet seiner Frau gleich ein schlechtes Gewissen ein, welche Konsequenzen eine Beichte bei der Polizei für alle hätte. Zeitgleich verspricht er, seine mörderischen Aktivitäten aufzugeben. Darcy verspricht im Gegenzug still zu halten, lebt von nun an jedoch in Todesangst, ist sie doch die Einzige, die von Bobs düsterem Geheimnis weiß.
Nachdem Bobs Identität gelüftet ist, ist der weitere Handlungsverlauf leider vorhersehbar und nur leidlich spannend inszeniert. Das hat man schon unzählige Male (besser) gesehen und deshalb packt das den erfahrenen Cineasten eben nicht mehr.

Diese innere Zerrissenheit, der Kampf mit dem eigenen Gewissen, die Qualen die Darcy durchlebt - all das kann auf einer gedruckten Seite eben besser erforscht und als Geschichte erzählt werden, als in einem Film. Im Prinzip müsste man ständig eine Stimme aus dem Off hören, die dem Zuschauer erzählt, was in Darcys Gedankenwelt vor sich geht. Da dies aber ein selten genutztes Stilmittel ist, muss der Regisseur dies dem Zuschauer auf eine andere Weise begreiflich machen. Die Gefühlswelt der Hauptprotagonistin muss sich auf den Zuschauer übertragen. Genau darin versagt Regisseur Askin, spult er die Geschichte doch eher uninspiriert herunter, das moralische Dilemma in dem sich Darcy befindet bleibt im Gegensatz zum Buch ohne Überraschungen und große Höhepunkte.

Joan Allen gelingt es relativ gut, unterschiedliche Stimmungsschwankungen darzustellen. Oft genug verharrt die Kamera auf ihrem Gesicht und sie darf sich in unterschiedlichen Grimassen üben. Die komplexen emotionalen Zustände ihres Charakters übertragen sich jedoch wie bereits erwähnt selten auf den Zuschauer. Auch LaPaglia kann seine Rolle gut umsetzen, auch wenn von ihm selten  Bedrohung eines Serienkillers ausgeht. Gerade bei solch einem Antagonisten hätte man gut daran getan, seine Denkweise zu durchleuchten und ihm eine Hintergrundstory zu verpassen. Anders als in der Buchvorlage wird Bobs Charakter allerdings nur oberflächlich behandelt. Wieso führt er ein Doppelleben als Killer und als fürsorglicher Ehemann mit gutem Job und zwei Kindern?
Die Nebenrollen, obwohl ebenfalls mit einigen talentierten Darstellern besetzt, bleiben blass und uninteressant. Völlig deplatziert erscheint vor allem eine mysteriöse Figur (Stephen Lang), die vor dem Haus der Andersons herumlungert, nur grimmig drein schaut und deren Rolle erst am Ende der Geschichte aufgelöst wird. Eben diese Figur brachte auf dem Papier eine zusätzliche unheimliche Komponente in die Geschichte, die dem Film nun unverständlicherweise völlig abhanden gekommen ist.

Die Charaktere, so muss man das Fazit am Ende ziehen, machen keine merkliche Entwicklung durch und man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass zwei Schauspielveteranen eine schlecht bezahlte TV-Rolle herunterkurbeln. So fühlt sich „A Good Marriage“ auch eher wie eine durchschnittliche Folge der „Masters of Horror“ Reihe an.  Erschwerend kommt hinzu, dass die Villa, in der ein Großteil der Geschichte spielt, erschreckend nach Kulisse aussieht und schlecht ausgeleuchtet ist.  

Fazit

A Good Marriage” könnte in seinen besten Momenten ein nervenzerrender Willenskrieg zwischen einem Wahnsinnigen und dessen pflichtbewusster Ehefrau sein. Eine Frau, die gerade erst erfahren hat, dass sie ein Vierteljahrhundert mit einem Serienkiller verheiratet war. Dieser Kampf der Geschlechter ist jedoch erschreckend flach ausgefallen, denn die Handlung entwickelt sich viel zu schleppend. Regisseur Askin hat Stephen Kings überaus dramatische Vorlage wie einen günstig produzierten TV-King inszeniert, was sich an den teils billigen Kulissen, der nervigen Filmmusik und der schlechten Kameraführung bemerkbar macht. Die Hauptdarsteller Joan Allen und Anthony LaPaglia mühen sich merklich ab, wirken aufgrund der schlecht geschriebenen Dialoge jedoch nie glaubhaft und lassen den Zuschauer einfach kalt. Für Fans des Horrorautors hinterlässt dies einen bitteren Beigeschmack, zumal er selbst das Drehbuch verfasst hat.
Summa summarum gab es schon schlechtere King-Adaptionen, aber zwingend gesehen haben muss man "A Good Marriage" auch nicht.

Autor: André Schiemer

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