Mit seiner pseudo-poetischen Apotheose Neapels Nimbus kehrt Gianfranco Rosi nach Italien zurück und wird für seine filmische Verewigung dessen ikonischer Topographie sogleich mit einem Platz im Wettbewerb von Venedig belohnt. Visuell zweifellos imposant, erstickt das hehre Exposé einer zum ewigen Sinnbild einer nationalen Geschichtsgröße stilisierten Stadt an der eigen Patina. Die formale Schwere kippt ins Selbstgefällige. Rosis Bilder sprechen nicht von Neapel, sie sprechen von seinem Selbstverständnis als epochaler Chronist des Erhabenen. Soziale Einsichten verdrängt stilistische Selbstvergewisserung, die in gravitätischer Choreografie erstarrt.
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