Das Titelereignis Mahamat-Saleh Harouns weckt trotz der verklärten Umschreibung unfreiwillig komische Assoziationen. So verliert sich der Schlüsselmoment der antiklimaktischen Erzählung, deren traumwandlerische Bilder den Mangeln an Dramatik und Figurendynamik nur bedingt ausbalancieren können. Als psychologische Parabel über Identität und Zugehörigkeit bleibt der schlichte Plot ebenso hinter seinem Potenzial zurück wie als moderne Fabel von Frauenfreundschaft und Selbstbehauptung. Visuell und atmosphärisch bestechend, sind die phantastischen Elemente als spirituelles Sinnbild für vererbte Traumata und kollektive Erinnerungen die eindrücklichste Facette einer narrativ stagnierenden Selbstfindungs-Sage.