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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Die 17-jährige Kellou verfügt über übernatürliche Kräfte, die sie selbst nicht versteht. Sie ist verunsichert und weiß nicht, wie sie damit umgehen soll. Erst als sie Aya, einer Frau in den Vierzigern, begegnet, ändert sich das und ihrer beider Schicksale verbinden sich. Aya weiß bereits, dass Kellou über eine besondere Gabe verfügt. Sie weiß auch, dass Kellous Mutter bei der Geburt starb, denn sie war als Geburtshelferin anwesend und hörte ihre letzten Worte. 

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Als eine der prägenden Stimmen des zeitgenössischen afrikanischen Autorenkinos untersucht Mahamat-Saleh Haroun seit Jahrzehnten mit Feingespür für zwischenmenschliche Nuancen die Auswirkungen der sozialpolitischen Realitäten in seinem tschadischen Heimatland auf persönliche Schicksale. Sein jüngstes Werk, das im Wettbewerb der 76. Berlinale Premiere feierte, folgt dieser thematischen Linie mit seiner Geschichte um den schleichenden Verlust spiritueller Traditionen und weibliche Bindungen, allerdings in einer zwischen Lyrik und Mystik oszillierenden Bildsprache. Die Kraft kultureller Überlieferung und metaphysische Sinnsuche sind das unstete Momentum  Einer filmischen Fabel zwischen Traum, Glaube und metaphysischer Metapher.

In einem abgelegenen Dorf im Nordosten des Tschad wird die junge Kellou (einfühlsam: Maïmouna Miawama), die von den Gemeindemitgliedern „Blood Girl“ genannt wird, weil ihre Mutter bei der Geburt starb, von seltsamen Visionen geplagt. Bilder von Sternen und mysteriöse Stimmen aus Vergangenheit und Zukunft verweisen auf ihre Verbundenheit mit uraltem Wissen, das sie nicht entschlüsseln kann. Durch die Visionen fühlt sie sich noch mehr als Außenseiterin. Auch ihr Vater Gabra (Ériq Ebouaney, The Walking Dead: Daryl Dixon) blieb immer ein Fremder in ihrem Dorf, in das er vor Kellous Geburt zog. 

Unterstützung findet sie einzig in dem gleichaltrigen Baba (Christ Assidjim Mbaihornom), dessen Familie beider Liebesbeziehung jedoch ablehnt. Als die alte Aya (Achouackh Abakar Souleymane) in der verarmten Gegend ankommt, richtet sich die Missgunst der Dorfbewohnenden gegen die erkrankte Bedienstete, in der die anderen eine Hexe sehen. Nur nicht Kellou, die in ihr eine Seelenverwandte findet. Von Aya erfährt Kellou die wahre Geschichte ihrer Zeugung bei einem frivolen Fest namens “Soumsoum”. Während die Dorfgemeinschaft und selbst Baba sich immer mehr distanzieren, geht Kellou schließlich buchstäblich ihren eigenen Weg.

Fazit

Das Titelereignis Mahamat-Saleh Harouns weckt trotz der verklärten Umschreibung unfreiwillig komische Assoziationen. So verliert sich der Schlüsselmoment der antiklimaktischen Erzählung, deren traumwandlerische Bilder den Mangeln an Dramatik und Figurendynamik nur bedingt ausbalancieren können. Als psychologische Parabel über Identität und Zugehörigkeit bleibt der schlichte Plot ebenso hinter seinem Potenzial zurück wie als moderne Fabel von Frauenfreundschaft und Selbstbehauptung. Visuell und atmosphärisch bestechend, sind die phantastischen Elemente als spirituelles Sinnbild für vererbte Traumata und kollektive Erinnerungen die eindrücklichste Facette einer narrativ stagnierenden Selbstfindungs-Sage. 

Kritik: Lida Bach

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