Formale und ästhetische Stärke Miroslav Terzićs abgründiger Studie der abgründigen Auswirkungen eines unstillbaren heranwachsenden Hungers nach Gewalt sowie der diese lancierenden gesellschaftlichen Gleichgültigkeit stehen in paradoxer Polarität zur narrativen Konvention. Den inszenatorischen Blick leitet eine autoritäre Arroganz gegenüber den jugendlichen Charakteren. Sie alle sind eindimensionale Stereotypen, vom ohnmächtigen Opfer über die passiven Pädagogen bis zum soziopathischen Schurken-Paar. Dass deren Sexualität als Indiz moralischen Verfalls dient, ist Teil der omnipräsenten konservativen Klischees des ebenso radikalen wie reaktionären Teenie-Torture-Trips.
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