Die verzweigten Mechanismen gesellschaftlichen Konformismus und die unüberwindbare Kluft zwischen gemeinschaftlicher und individueller Loyalität markieren die diffizilen Themen Nader Saeverins ambitionierter Mischung aus Milieustudie und Charakterdrama. Dessen differenzierter Plot untersucht die feinen Abstufungen sozialer und spiritueller Konzepte: Glaube und Fundamentalismus, biologische und seelische Verwandtschaft, Moral und Moralismus. Das trügerisch tolerante urbane Umfeld entpuppt sich als marode Fassade familiärer und gemeindlicher Repression. Dunkle Farbgebung und geschlossene Räumen verstärken die Atmosphäre emotionaler Einengung, deren perfideste Form internalisierte Ängste sind.
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