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Inhalt

Zur Goldenen Hochzeit laden Alba und Pietro die gesamte, weit verstreute Familie in ihr luxuriöses Anwesen auf einer kleinen Insel ein. Eigentlich soll die Formalität schnell erledigt sein, der Großteil der selten gesehenen Verwandtschaft noch am selben Abend wieder abreisen. Ein Unwetter macht dem einen Strich durch die Rechnung. Auf unbestimmte Zeit bleibt die Familie eng beisammen, was zu diversen Entwicklungen führt, die meisten davon unangenehmer Natur.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Wer kennt das nicht? Eigentlich sieht man sich so gut wie nie, aber es gibt solche Anlässe, da reist die komplette, bucklige Verwandtschaft geschlossen an, weil es die Etikette einfach gebietet. Einmalige Familienereignisse wie Goldenen Hochzeiten zwingen sich da auf. Und da die „Braut“ Alba (Stefania Sandrelli, 1900) sich auch noch wirklich auf eine große, harmonische Wiederzusammenführung freut, sind die Erwartungen groß. Alle reißen sich am Riemen, begegnen sich mit betonter Herzlich- oder wenigstens anständiger Höflichkeit, schließlich kennen sich einige der Beteiligten sogar nur flüchtig bis gar nicht. Einige aber auch zu gut, so dass man sich freiwillig eher kaum über den Weg laufen würde. Aber wie gesagt, es gilt ja nur für ein paar Stunden die Luft anzuhalten und gute Miene zum mittelprächtigen Spiel zu machen, schon am Abend werden die Meisten von ihnen wieder auf Nimmerwiedersehen in alle Himmelsrichtungen zerstreut. Tja, denkste. Nun stehen sie da, müssen tatsächlich auf engstem Raum geballt miteinander klarkommen und das offenbart so manche Probleme und Konfrontationen, die man bisher wunderbar wegignorieren konnte.

Nach einem ausgiebigen Ausflug nach Hollywood (Das Streben nach Glück, Sieben Leben, Kiss the Coach) kehrte Regisseur Gabriele Muccino bereits 2012 zurück in die italienische Heimat und lieferte dort im letzten Jahr mit Zuhause ist es am schönsten einen lokalen Kassenerfolg ab. Was zunächst scheint wie auf der Welle der französischen Familienkomödien zu reiten, entpuppt sich schnell als erfreulich um Ernsthaftigkeit bemühtes Drama, dass nur zu Beginn und ganz dezent eine Form von entspannter Heiterkeit vortäuscht. Vor wunderschöner Postkartenidylle versammeln sich allerhand verwandter, aber nicht wirklich inniger Gestalten, die alle ihre teilweise handfesten Probleme mit sich herumschleppen, sie zur Feier des Tages aber nicht auf den Tisch legen wollen. Oder können. Da die Zwangs-Intimität deutlich länger und kuscheliger ausfällt als angestrebt brechen irgendwann die Dämme und es werden die unschönen Seiten munter in den Vordergrund geschleudert.

Könnte gar nicht schlecht werden, gerade da der Film grundsätzlich auf Zoten und Albernheiten und lange sogar auf Kitsch bemüht verzichtet. Stattdessen einen leicht subtilen, melancholischen Unterton verwendet und schwelende Konflikte andeutet, welche unweigerlich zur Eskalation führen müssen. Nach anfänglich leichter Skepsis scheint Zuhause ist es am schönsten gar echtes Potenzial zu besitzen, welches er aber leider nicht ernsthaft bestätigen kann. Die angedeuteten Konflikte kommen natürlich alle irgendwann auf den Tisch und erreichen einen emotionalen Höhepunkt, wobei keiner davon wirklich differenziert und ausführlich ausdiskutiert wird. Sezierend, offenlegend, ehrlich und ernsthaft tragisch wird der Film nie, möchte er offenbar auch gar nicht, obwohl da viel machbar gewesen wäre. Manche, kleine Momente sind isoliert betrachtet sogar als gelungen zu bezeichnen, münden aber im Gesamtkontext in einer unbefriedigenden Verallgemeinerung, die typisch ist für so unentschlossene Filme, die zwar Großes vorhaben, aber nicht die Fähigkeiten oder den Schneid besitzen, wagemutig auch Unbequemes zuzulassen. Lieber auf rührseligen Versöhnungskurs gehen und eine Pseudo-Ambivalenz lediglich vortäuschen, im Grunde aber doch nur um echte Standpunkte verlegene Sentimentalität vorschieben.

Fazit

Momentaufnahmen und besonders der ordentliche Cast mögen einiges kurzfristig beschönigen, im Resultat ist der sicherlich ambitionierte „Zuhause ist es am schönsten“ aber keinesfalls ein großer, noch sogar ein halbwegs gelungener Wurf geworden. Er drückt sicherlich publikumswirksam die entsprechenden Knöpfe, auf manipulativer Eben routiniert. Potenzial, es ist durchaus vorhanden und das mag man ihm, wie diverse Kleinigkeiten, schon positiv anrechnen. Würde der Film sich in den letzten 20 Minuten nicht zu sehr in sanfte Ausgeglichenheit flüchten, die auch noch so tut als wäre das eine Alternative zum Happy End (ist leider nur ein getarntes, da die wahre Eskalation und Konsequenz mutlos gescheut wird), dann dürfte man wohl ein ganz anderes Fazit ziehen. Unterm Strich leider doch zu banal und belanglos, obwohl das nicht sein müsste.

Autor: Jacko Kunze

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