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Lin McAdam gewinnt bei einem Wettkampf ein kostbares Gewehr, um das ihn sein alter Rivale Dutch Henry Brown postwendend erleichtert. Die Jagd beginnt, doch die Büchse wechselt mehr als einmal den Besitzer…

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Zum Wettschießen am 100. Nationalfeiertag stellt die Gemeinde von Dodge City diesmal einen ganz besonderen Preis in Aussicht: Eine Winchester der Serie von 1873, oder wie sie auch genannt wird „Eine von Tausend“. Das vermutlich beste Gewehr der Welt, unter besonders sorgsamen Bedingungen gefertigt und geprüft, schier unbezahlbar für Normalsterbliche. Dementsprechend hoch ist der Andrang, doch schnell wird klar, dass es nur auf einen Zweikampf zwischen Lin McAdam (James Stewart, Das Fenster zum Hof) und Dutch Henry Brown (Stephen McNally, Wyoming Mail) hinauslaufen kann. Die beiden Präzisionsschützen haben aber auch noch eine ganz andere Rechnung miteinander offen. Lin gewinnt den Wettstreit, Dutch hingegen verschwindet mit dem Hauptgewinn. Die alte Geschichte vom tapferen Helden und dem skrupellosen Schurken, eine Jagd gipfelnd im unvermeidlichen Showdown zwischen Recht und Unrecht. Möchte man meinen, aber Winchester’73 wird von diesen Fixpunkten tatsächlich nur umrahmt.

Es beginnt und endet wie zu erwarten und natürlich ist James Stewart auch der wackere, moralisch standhafte Held des ersten von einigen, noch folgende Western von Anthony Mann (Meuterei am Schlangenfluss), die Rolle des echten Protagonisten wird dabei aber einem Gegenstand zu teil. Das edle Gewehr, für das kein Preis (nicht nur finanzieller Natur) zu hoch scheint, ist der Stumme Hauptdarsteller von Winchester’73. Ihm folgt das Geschehen konsequent, während die menschlichen Figuren kommen und gehen; verschwinden und eventuell wieder auftauchen, wenn sich ihre Wege erneut mit dem des Prestigeobjekts kreuzen. Dabei wechselt die Winchester oft ihren Besitzer, auch weil diese im Anschluss das ein oder andere Problem zu bewältigen haben, um es zurückhaltend zu formulieren. Wie ein böser Fluch, ein hämischer Wink des Schicksals scheint die Inbesitznahme automatisch an ein baldiges Unglück oder eine Pechsträhne gekoppelt zu sein.

Anhand dieser Odyssee eines Gewehrs trägt Anthony Mann mit den Mitteln des klassischen US-Westerns nur augenscheinlich deren typische Ode an unerschütterlichen Heldentum vor. Erfüllt den Zeitgeist, die Sehgewohnheiten und die Erwartungen seines Publikums durchaus, was offenbar auch ein klares, wenig differenziertes Bild von Gut und Böse beinhaltet. An der Oberfläche mag es so aussehen (und gerade in Bezug auf „die Rothäute“ wird da auch wirklich nur wenig relativiert, so ganz frei von den Begleitumständen seiner Generation ist er freilich nicht), dabei erzählt der Film bereits von der destruktiven, selbstzerstörerischen, mitunter gar barbarischen Natur des Wilden Westens, auch mit leichtem Einbezug historischer Figuren und Fakten. Primitiv, gierig, rassistisch, heuchlerisch und egozentrisch, was unweigerlich ins Verderben führt. Selbst den ehrlichsten und überlegtesten Männern (Stewart) bleibt am Ende nur der Griff zur Waffe, das Töten als einzige, logische Option, die nicht mal von ihm ernsthaft in Frage gestellt wird.

Anthony Mann nimmt seinem Film auch inszenatorisch oft die berühmte und gerne sinnbildlich verwendete Weite des Westerns, setzt auf viele beengte Settings und Situation, tauscht die Illusion von Freiheit und Hoffnung auf das große Glück gegen ein stetig beklemmtes Gefühl und den unaufhörlichen Kampf ums Überleben. Das geschieht nicht dreckig, nicht offensiv-nihilistisch wie im Italo-Western, aber zwischen den Zeilen lässt Winchester’73 kein gutes Haar an heroischer Cowboy-Romantik. Bewusst entschlackt von jeglicher Glorifizierung geht er damit bereits in eine ehrliche, selbstreflektierte Richtung, die der US-Western bis zu seinem (ersten) Spätherbst und Filmen wie Der Mann, der Liberty Valance erschoss generell ungern einschlug. Anfang der 50er erst recht.

Fazit

Ein wahrhafter Klassiker, der sowohl die Bedürfnisse alteingesessener Western-Fans „von damals“ bedient, das Genre, seine Heldenbilder und Selbstverständlichkeiten aber durchaus kritisch hinterfragt. Sie als gegeben hinstellt und ungewohnt wenig bis gar nichts Positives über sie zu berichten hat. Dazu alles spannend, kurzweilig, hochwertig und effektiv inszeniert, mit James Stewart und ganz besonders auch Shelley Winters als nicht ganz hilflose Frauenfigur auch noch stark besetzt. Staubabweisend gut beschichtet.

Autor: Jacko Kunze

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