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Inhalt

Da ihre Eltern gestorben sind, sollten die Geschwister eigentlich so etwas wie Trauer empfinden, doch stattdessen fühlen sie nur Leere. Alles, was sie noch haben, ist eine Konsole, eine alte Bassgitarre und ein verkohlter Wok. Doch das ist für sie genug, um damit eine legendäre Band zu gründen.

Kritik

Langeweile sei gefährlich, weil sie Erinnerungen weckt, heißt es in Makoto Nagahisas Langfilmdebüt. Doch der japanische Regisseur fürchtete die Gefahr nicht! Er beschwört sie und packt seinen zweistündiges Langfilmdebüt randvoll damit. Zwei Stunden geballte Langeweile garantiert das hysterische Kindermusical. Das ist wirklich ein Risiko, nicht nur für Epileptiker und Migräne-Patienten. Die Anzahl Zweiter steigt wahrscheinlich erheblich unter dem Publikum der grellen Collage aus amateurhaften Spielszenen, selbstgefälliger Animation und zusammenhanglosen Tricksequenzen. Noch nicht abschreckend genug? Untermalt wird das inhalts- und strukturlose Theater von schriller Nintendo-Musik und Kinder-Karaoke. Hauptansinnen der filmischen Glosse ist, Japans junge Generation für ihre vermeintlichen emotionalen Probleme zu verhöhnen. 

Sobald Filmemacher in der Mid-Life-Crisis stecken und erkennen müssen, dass sie plötzlich selbst zu den alten Knackern gehören, erklären sie gern die Jugend zu Monstern. Gleichgeschaltete Alien-Brut, vom Teufel gesandt oder dämonenbesessen. Im harmlosesten Fall sind die Kleinen schlicht monströs in ihrem Mangel an menschlichen Gefühlen. Die Titelfiguren sind für Letztes ein Paradebeispiel. Genauer geschrieben: vier Paradebeispiele. Hikari, Ikuko, Ishi und Takemura haben keine Emotionen und sind stolz drauf - sagen sie jedenfalls. Die Gründe, die Nagahisa für die Abstumpfung vorlegt, lesen sich wie eine Auflistung der übelsten narrativen Klischees, die heute zu Recht keiner mehr bringen kann (oder können sollte). 

Erzähler Hikari ist der schmächtige PC-Nerd, Ishi der verfressene Dicke, Takemura der Junge aus schlechtem Hause und Ikuko ist das Mädchen mit Schönheitsfehler. Tiefgründiger wird es nicht mehr. Einen Teil der Schuld sieht die konfuse Inszenierung in einer Physiognomik der Protagonisten. Wer übergewichtig ist, wird halt zum frustrierten Außenseiter und was kann aus einem Brillenträger anderes werden als ein von der Klasse schikanierter Computerfreak? Takemuras verschuldete Familie ist selbstverständlich total asozial und Ikuko wird von ihrem Klavierlehrer sexuell belästigt, weil sie das als „Femme fatale“ provoziert hat. Ach so, es gibt ja noch Musik, ist die so schlecht wie der Rest? Ja.

Fazit

Vor aus Schrott gebastelten Kulissen macht Makoto Nagahisa Beitrag zum Programm von Berlinale Generation in aus Müll gewerkelt Kostümen mächtig Krach, damit zwar jeder die erzreaktionäre Message von der bösen, bösen Jugend hört. Mehr als sadistischen Spott, unterfüttert von pseudo-aufgeklärter Medienschimpfe, hat der konzeptlose Wust hyperaktiver Szenen und kreischender Klänge nicht zu bieten. Warum Kinder sich das Musical mit Kopfschmerzgarantie ansehen sollte? Sollten sie nicht. Sollte niemand.

Autor: Lida Bach

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