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Wanderlust handelt von George (Paul Rudd) und Linda (Jennifer Aniston), einem Pärchen aus Manhattan. Das Leben in Manhattan ist jedoch sehr teuer, und als George unerwartet seinen Job verliert, müssen sie auch ihr Appartment verlassen. Da sie nicht wissen wohin, beschließen sie zu reisen und das Land ohne festes Ziel zu durchqueren. Dabei landen sie auch in einer Herberge, die sich bei näherer Betrachtung als Hippie-Kommune entpuppt. Die Probleme des Pärchens erregen hier kein Mitleid, denn Karriere, Wohnung und Großstadtleben zählen für die Hippies nicht das Geringste. Kein Wunder also, dass George und Linda bald gefallen an dem alternativen Lebensstil finden…wenn da nur nicht die Nudisten wären.
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Kritik

Hat nicht jeder von uns für einen kurzen Moment insgeheim mal diesen Gedanken gehabt, wenn die alltägliche Tretmühle uns über den Kopf wächst und immer wieder Knüppel zwischen die Beine wirft? Einfach raus hier. Weg mit dem ganzen Mist, dem ganzen Stress, den Problemen. Das Leben nur genießen ohne Druck, Pflichten und gesellschaftliche Zwänge? Für die Meisten natürlich nur ein spontanes, illusorisches Gedankenspiel. Manche setzen es in die Tat um,  verfilmt z.B. von Sean Penn bei dessen beispielhaften Aussteiger-Biopic „Into the Wild“.  Die beiden Protagonisten hier - der gerade gefeuerte Bürohengst George (Paul Rudd, „Ant-Man“) und seine Gattin, die erfolglose Mal-hier-mal-da-Selbstverwirklichungs-Tante Linda (Jennifer Aniston, „Cake“) -  wagen in „Wanderlust – Der Trip ihres Lebens“ von David Wain („Vorbilder?!“) ebenfalls den Schritt in ein neues, in ein vermeidlich unbeschwertes Leben und schließen sich einer Hippie-Kommune an.

Mit der lebensphilosophischen, authentischen Aussage von „Into the Wild“ hat dieses Fließbandprodukt unter der Schirmherrschaft von Judd Apatow („Jungfrau (40), männlich, sucht…") rein gar nichts gemein, erst recht nicht mit der filmischen Qualität. Die eskapistische Gesellschaftsflucht und der damit eventuell einhergehende Denkanstoß (von wegen!) ist ein lieblos initiiertes Mittel zum Zweck um überwiegend schale bis pubertäre Gags der Marke Pimmel-Titten-Hoppala aneinanderzureihen. Alles rundherum ist rudimentäre Makulatur. Die Geschichte kommt aus dem Couple-with-Problems-Baukasten, ist unglaubwürdig konstruiert und charakterisiert bis zum Abwinken. Wie schnell sich das Manhattan-Pärchen mit dem Lebensmodell einer extrem alternativen Gemeinde anfreundet wirkt schon wie durch den Zeitraffer inklusive Gehirnwäsche gejagt, wie oft sich der Wind in Bezug darauf dreht (speziell bei Paul Rudd) würde im realen Leben als handfeste, bedenkliche Persönlichkeitsstörung diagnostiziert werden. Komödien müssen nicht zwingend realistisch sein, das Desinteresse an einer nur ansatzweise nachvollziehbaren Entwicklung (ohne dass der Film es durch massiven Dadaismus von vornherein egalisieren würde) hinterlässt einen klaren Eindruck. Das steckt kein Herz, keine richtige Idee hinter, der Film strotz nur so von Gleichgültigkeit.

Unabhängig davon, ob das auch nur den Hauch von Sinn macht (Jennifer Aniston ist als plötzlich freizügige Hippie-Prinzessin im selbstgehäkelten Poncho etwa so authentisch wie das nächste unschlagbare Sonderangebot im Shopping-Kanal), die Chemie der Hauptdarsteller stimmt von vorne bis hinten nicht. Noch schlimmer, es stellt sich nicht die geringste Sympathie für die beiden Zivilisations-Schizos ein, dafür scheißen sie ohne mit der Wimper zu zucken auf ihre Partnerschaft, als die neuausgegeben Regel zum Fremdvögeln kaum ausgesprochen ist. Dadurch wird selbst die übliche Mechanik solcher Filme (hoffentlich wird am Ende alles wieder gut) schnell ausgehebelt. Sollen sie doch machen. Wen interessiert es? Sie selbst ja offensichtlich auch nicht. Warum dann irgendjemanden vor dem Bildschirm? Die Antwort bleibt der Film schuldig. Das Hauptaugenmerk liegt eh nicht auf solchen Kinkerlitzchen, solange nur die prüde Schamgrenze geschlechtsreifer Amis „skandalös“ gekitzelt wird. Derbe will „Wanderlust – Der Trip ihres Lebens“ nur zu gerne sein, darüber kann ein schon vor der Ehe aufgeklärter Mensch im besten Fall müde schmunzeln.

Bei der angestrebten Gagdichte bleibt es kaum aus, dass unter den zahlreichen Flachpointen mal eine zündet, was sich der zumindest spiel- und improvisierfreudige Rudd allein auf die Fahne schreiben kann. Der hat voller Optimismus trotzdem Bock auf den Krempel und so versteckt sich zwischen einer gefühlten halben Stunde beim Formulieren vor dem Spiegel von mehr oder weniger kreativen Anmachsprüchen für den Beischlaf auch mal ein kleiner Brüller. Das, eine (in Anbetracht vom Rest) surreale Fliegensequenz und eine ziemlich skurrile Geburtsszene sind die verlorenen Highlights der lustlosen Wanderlust, in der auch der gestandene Alan Alda („Bridge of Spies: Der Unterhändler“) zum harm- und witzlosen Running-Gag-Sklaven wird und Anniston-Ehemann Justin Theroux („Zoolander“) als intrigant-notgeiler Oberlümmel nicht als Bösewicht ausreicht. Damit Pepp in die Nummer kommt, gibt es noch namen- und identitätslose Anzugtypen, die den netten Hippies unbedingt ihre traute Bummshütte unter dem nackten Arsch wegstibitzen wollen. Apropos: Wer auf nackte, faltige Hinterteile bekannter und zu allem bereiter Schauspieler steht, einer ist sich auch nach zweifacher Boll-Beteiligung immer noch nicht zu schade für so was. Traurig.

Fazit

Das Apatow-Siegel bleibt ein grenzwertiger, unkalkulierbarer Bereich. Um Perlen wie z.B. „Superbad“ zu finden, muss sich viel zu oft durch dödeligen Ramsch wie dieser gegraben werden. Angeblich freizügig und lässig, dabei aber erst so maßlos verklemmt, da immer so getan wird als wenn jeder Penis- und Sexwitz gleich die dicke Fleischpeitsche wäre. Zudem so uninteressiert an der eigenen Grundidee und seinen Figuren, dass am Ende niemand weiß, ob alternative Lebenseinstellungen nun zum klischeetriefenden Geläster freigegeben sind oder doch gemocht werden dürfen. Planlos, dümmlich und nur zufällig mal kurz komisch, Meskalin-Tee könnte helfen.

Autor: Jacko Kunze

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