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Mit einem gewaltigen Donnerschlag kehrt er zurück - der mächtige Thor! Denn nicht nur die Erde, sondern alle Neun Reiche werden von einem dunklen Feind bedroht, ein Gegner, der älter ist als das Universum selbst: Malekith, der Verfluchte! Der unerbittliche Herrscher der dunklen Elfen setzt alles daran, das Universum zu zerstören. Nicht einmal Thors Vater Odin (Anthony Hopkins), König von Asgard, vermag es, ihn aufzuhalten. Um Malekith zu besiegen und die Kräfte des Kosmos wieder in Einklang zu bringen, tritt Thor (Chris Hemsworth) seine gefährlichste Reise an. Diese wird ihn nicht nur mit seiner großen Liebe Jane Foster wiedervereinen, sondern zwingt ihn auch zu einer riskanten Allianz mit seinem  abtrünnigen Adoptivbruder Loki...
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Kritik

Mittlerweile muss man nicht mehr erklären, in welcher „Phase“ sich die Marvel-Filmstudios gerade befinden und welche Helden in der Vergangenheit und Zukunft noch so über die Leinwand springen. Das Studio ist in wenigen Jahren zum Big-Player im Filmgeschäft aufgestiegen und kann sogar mit durchschnittlichen und leidenschaftslosen Geschichten wie "Iron Man 3" gewaltige Summen an den Kinokassen abgreifen.

Mit dem letzten Wurf, „Iron Man 3“, wurde für viele Zuschauer aber auch eine Grenze überschritten. Die Leier klingt jetzt schon seit Jahren zu ähnlich, ein Tapetenwechsel täte dem gesamten Franchise mehr als gut. Des Weiteren fehlten Marvel-Filmen seit jeher der Ernst und schließlich auch die Emotionen. „Thor: The Dark Kingdom“ macht unter Regisseur Alan Taylor einen großen Schritt weg vom Einheitsbrei und präsentiert sich lange Zeit als astreiner Fantasy-Blockbuster mit düsterem Einschlag. Auf Comicvorlage würde man hier kaum noch kommen. In der zweiten Geschichte um den blonden Donnergott wird ohne viel Anlauf fieses Nachtelfenpack erläutert, das Mäuschen (Natalie Portman) schnell aus London abgeholt und dann in prächtigen Science-Fantasy-Mischwelten ein überwältigendes Effektgewitter abgefeuert.

Haben wir natürlich alles schonmal gesehen und irgendwie sind die Verfolgungsjagden in Raumgleitern selbst für dieses Universum zu absurd. Doch die Regie beweist ein grandioses Gespür bei der Aufgabe, die reine Marke „Thor“, die potenten 3D-Effekte und die übliche Prise Humor zu exzellenter Unterhaltung anzurühren. Wenn das affektierte Gesülze aus Asgard auf die Unverblümtheit der irdischen und aufdringlich paarungswilligen Jane Foster (Portman) trifft, muss man sogar die Dialoge loben. Jane erweist sich ebenso wie die Wissenschafts-Praktikantin Darcy (Kat Dennings) als witziger Szenendieb und ist natürlich der große Ansporn für die Heldentaten des durchtrainierten Helden. Das größte Kompliment darf sich „Thor: The Dark Kingdom“ wohl für die Balance innerhalb der gesamten Darstellerriege abholen. "Iron Man", "Der unglaubliche Hulk" und "Captain America" sind Filme in denen immer nur der Superheld glänzen darf, berechenbare One-Man-Shows in denen Nebencharaktere wenig bis gar nichts zu sagen haben. „Thor: The Dark Kingdom“ liefert innerhalb seiner schlanken Laufzeit eine Fülle interessanter oder unterhaltsamer Figuren. Da lässt es sich auch leicht verkraften, dass hier niemand durch besondere darstellerische Leistungen glänzt.

Doch inmitten der fantastischen Welten und rasant miteinander interagierenden Figuren haben sich zwei Störenfriede eingeschlichen: Der Cameo von Superathlet Captain America ist nicht nur unnötiger Crosspromo-Quatsch, sondern sprengt für wenige Sekunden die komplette Atmosphäre. Noch schlimmer ist aber Loki. Die Fans werden diese Kritik ab sofort nicht mehr ernst nehmen, allerdings ist Loki (abermals charmant verkörpert von Tom Hiddleston) ein Beleg für die Nachteile von Marvel's Markenwahn. In zwei Filmen bereits als Schurke unterwegs, ist der durchtriebe Emo einfach nicht totzukriegen oder anständig wegzusperren. So darf er abermals sinister an der Seite des Donnergottes durch die Szenerie reisen und dem eigentlichen Schurken Malekith die Show stehlen. Der Vergleich zu einer Daily-Soap, in der jeder Charakter bis zum abwinken ausgereizt wird, drängt sich immer mehr in den Vordergrund. Aber das ist nur ein kleiner Makel, schließlich funktionieren Marvel's Kampagnen ja primär über den hohen Wiedererkennungswert.

Der Schurke, ein uralter Feldherr mit dem Plan das gesamte Universum in Finsternis zu hüllen (wozu eigentlich?), bleibt zwar ähnlich blass wie seine Maske, bekommt aber einen wahnwitzigen Showdown in London spendiert. Durch diverse Raumportale bereisen Thor und Malekith während des letzten Gefechts verschiedene Planeten, Gebäude und sogar die U-Bahn. Alles knallt und kracht, der Hammer des Helden kommt kaum noch hinterher und mittendrin greift Darcy wieder ein paar Lacher ab. Am Ende gibt es eigentlich nichts zu meckern, weil „Thor: The Dark Kingdom“ in knapp zwei Stunden ohne nur eine Länge die pure Lust an der großen Leinwand zelebriert – und durch eine an dieser Stelle nicht näher erläuterte Trauerzeremonie sogar große Gefühle zu bieten hat.

Fazit

Vielleicht ist „Thor: The Dark Kingdom“ sogar die beste Episode der erfolgreichen Marvel-Soap, ganz bestimmt aber die abwechslungsreichste und aufregendste. Schließlich steht hier nicht nur der Titelheld im Rampenlicht, sondern auch ein gutes Ensemble und für ein paar Minuten sogar einmal ernste und nachdenkliche Töne. Aber natürlich auch nur so limitiert, wie es eine Comicverfilmung eben gestattet -  der Rest ist herrliches Spektakel.

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