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In einer Reality-Show sollen sich Kandidaten vor laufender Kamera selbst umbringen, um ihren Familienangehörigen per Spendenaufruf die Zukunft zu sichern! Wenn schon sterben, dann für einen selbstlosen Zweck. Chefin Ilana (Famke Janssen) ist begeistert, die Schock-Show geht durch die Decke. Nur Adams Schwester Karina und Produzentin Sylvia wettern erfolglos gegen das Format. Aber wen interessieren schon Moralfragen im Zeitalter des Zynismus?

Kritik

Wie kaputt unsere heutige TV-Landschaft ist wird den meisten sicherlich schon selbst aufgefallen sein, einen nicht unwesentlichen Beitrag tragen hier unzählige Reality-Shows bei, die immer neue Tabubrüche ergründen und zeigen, wie wenig Respekt sie eigentlich vor ihren Teilnehmern und auch ihrem Publikum  haben. Breaking Bad-Star Giancarlo Esposito greift eben jenes Thema in seiner zweiten Regiearbeit auf und wagt in This is Your Death (auch betitelt als The Show) einen satirischen Blick in die Zukunft, auf die die Menschheit zusteuern könnte. Was, wann der Suiuzid diverser Kandidaten im Zentrum einer Show stünde? Lässt sich damit der sensationsgeile Zuschauer befriedigen? Ist diese skandalöse Idee vielleicht sogar moralisch zu rechtfertigen, wenn dadurch Spendengelder generiert werden, die anderen Bedürftigen helfen, die bei einem einsamen Suizid nicht eingesammelt worden wären?

Der Film beginnt mit dem Finale der fiktiven Show "Married to a Millionaire", die quasi dem hierzulande bekannten Der Bacherlor sehr nahe kommt. Es kommt vor laufender Kamera zum Mord, die Verlierin der Show weiß sich anders nicht mehr zu helfen. Showmoderator Adam Rogers (Josh Duhamel) zeigt sich zunächst schockiert und rechnet in der Morning Show (kleiner, unbedeutender Cameo-Auftritt von James Franco als Host, der rein zu Promozwecken dienlich war) mit dem Sender, der Show und allen Beteiligten ab. Kurz darauf verliert sich der Film nun in immer mehr Un­ge­reimt­heiten und zeigt, wie undurchdacht die Idee eigentlich ausfällt. Adam Rogers macht plötzlich eine weitere Wandlung durch und lässt sich von den Produzenten des Senders, die sich durch den Unfall inspirieren ließen, viel zu leicht überreden, eine Show über echte Suizide vor laufender Kamera zu drehen. Trotz seiner Idee, die Sendung um eine Spendenaktion zu erweitern, um damit nicht den Tod, sondern das Leben, das anderen dadurch ermöglicht wird, zu umarmen, fällt der Sinneswandel äußerst unglaubwürdig aus. Mit der Zeit, wenn die Quoten immer weiter in die Höhe steigen, gibt Adam Rogers schließlich jegliche Wertvorstellungen auf und begeht, um die Show zu retten, auch schon Mal selbst Mord. Nicht nur kauft man dem Script damit den Werdegang seiner zentralen Figur nicht ab, Josh Duhamel ist zudem als Darsteller einfach nicht stark genug, um noch irgendwie das Beste aus der Situation zu machen.

Doch der Film leidet noch an zahlreichen anderen Problemen. Er versucht sich zugleich als Mediensatire und als Sozialdrama, scheitert aber in beiden Vorhaben. Um als Satire durchzugehen fehlt This is Your Death eindeutig der Biss, die thematische Verarbeitung fällt recht flach und gar widersprüchlch aus. Er prangert all jene an, die Gefallen daran finden, Menschen beim Selbstmord zuzuschauen, liefert seinen Zuschauern aber selbst genau das am laufenden Band. Um wiederum als Drama zu funktionieren ist This Is Your Death zu beladen mit Klischees und eindimensionalen Figuren (darunter auch Famke Janssen als quotengeile Senderchefin). Wer den Trailer gesehen hat kennt bereits den kompletten Verlauf des Films mitsamt seiner Überraschungen, doch auch ohne ihn gesichtet zu haben durchschaut man recht schnell, worauf die Geschichte zusteuert. Neben der Haupthandlung um die Show gibt es zwei parallele Erzählstränge, einer behandelt die depressive Schwester des Tv-Moderators (Sarah Wayne Callies), der andere widmet sich einem hart arbeitenden Familienvater (Giancarlo Esposito), der in jeder Szene zu hören bekommt, was für ein Nichtsnutz er sei und dass er sich von seinen Kindern schon bald verabschieden kann, wenn er nicht endlich mehr Geld nach Hause bringt. Hier wird dermaßen krampfhaft versucht Emotionen zu erzeugen, dass der Effekt letztendlich völlig ausbleibt und das Vorhaben nach hinten losgeht. Und jetzt darf jeder einmal raten, wo die beiden Charaktere letztendlich landen...na?

Statt sich mit seinem gar nicht uninteressanten Thema noch ein wenig tiefer zu beschäftigen werden eine Vielzahl von Selbstmorden mit buntem Showeffekt einfach runtergespult, bis der Film auf sein längst vorhergesehenes Finale zusteuert. Warum sich die Zuschauer im Studio dabei wie hirnlose Vollidioten an den blutigen Einlagen ergötzen, ohne dass kritische oder entsetzte Stimmen zu vernehmen sind, ist eines von vielen unlogischen Dingen, die in This Is Your Death ihren Weg fanden. Oder auch die anfangs erklärte Rechtslage, die vorsieht, dass der Sender keinerlei Schuld am Suizid trägt, solange es den Teilnehmern keine Hilfestellung gibt. Warum aber bereitgestellte Handwaffen, Bomben und Autos mit angebrachten Schläuchen zur Begünstigung einer Kohlenmonoxidvergiftung keine solche darstellen, wird wohl ein ewiges Rätsel bleiben, dass selbst die Drehbuchautoren nicht beantworten können.

Fazit

Weder als Mediensatire noch als Sozialdrama weiß "This Is Your Death" zu überzeugen, da es auf allen Ebenen kläglich scheitert. Übrig bleibt eine interessante Idee, die nach einer anderen, besseren Umsetzung verlangt hätte.

Autor: Sebastian Stumbek

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